Kompakt-SUV im Vergleich: Opel Mokka vs. Mitsubishi ASX und Skoda Yeti Heiß oder kalt?

19.03.2013
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Kompakt-SUV: Mit viel Vorschusslorbeeren startet der Opel Mokka. Im Vergleich mit Mitsubishi ASX und Skoda Yeti zeigt sich, ob er ein Siegertyp ist

Heißer Mokka oder kalter Kaffee? Oder anders gesagt: Ist das neue Opel-SUV, wie es das GMMarketing verspricht, der Vorreiter einer neuen Klasse, ein Auto, das "mit Leichtigkeit die Vorzüge eines SUV mit der Effi zienz und Fahrdynamik eines Stadtautos“ vereint? Dazu ist den Marketingstrategen irgendwo im GM-Kosmos zwischen Detroit, Rüsselsheim und Incheon, dem südkoreanischen Produktionsort des Mokka, auch ein passender Begriff eingefallen: Subkompakt-SUV. Ein Begriff jedenfalls, der einem beim flüchtigen Blick über die Eckdaten der drei hier zum Vergleich angetretenen Kandidaten nicht so leicht aus der Tastatur quillt: Opel Mokka 1.7 CDTI, 4278 Millimeter Gesamtlänge, 1521 kg Leergewicht, dazu Mitsubishi ASX 1.8 Di-D 4WD, 4295 mm und 1510 kg, sowie Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4, 4223 mm und 1455 kg. Subkompakt ist das nicht, die Preise der drei Kompakt-SUV sind es ebenso wenig: Zwischen rund 25.000 und fast 29.000 Euro kostet es, wenn es jeweils der Dieselmotor mit Allradantrieb sein soll. 130 PS stark ist der 1,7-Liter-Diesel von Opel, dazu passen der 1.8 DI-D (150 PS) als ebenfalls einziger Diesel des Mitsubishi sowie der Zweiliter-TDI von Skoda mit 140 PS.

 

Karosserie

Obwohl der Mitsubishi ASX inwendig noch ein wenig der alten Pajero-Rustikalität versprüht, sticht ihn der betont kantig gezeichnete Yeti in der Nutzwert-Disziplin klar aus. Der Skoda ist vorn zwar etwas schmaler als der Mitsubishi, dank nahezu senkrecht stehender Seitenscheiben und gekonnter Raumausnutzung bietet er aber vorn wie hinten mehr Platz. Dem Mitsubishi fehlt es vor allem an Innenhöhe, was nicht nur dem großen Panoramadach des Testwagens geschuldet ist (serienmäßig ab Ausstattung Intense). Auch der Opel Mokka reicht nur vorn an die Geräumigkeit des Yeti heran. Rücksitzpassagiere haben indes weniger Beinraum zur Verfügung. Auch beim Thema Gepäckraum macht dem Yeti so schnell keiner was vor: Zum einen bietet er mit verschieb-, klapp- und sogar demontierbaren Rücksitzen die beste Variabilität, zum anderen schluckt er mit bis zu 1760 Litern (Mitsubishi: 1219 Liter) erstaunlich viel Gepäck - und darf es auch. Denn mit 480 Kilogramm erlaubter Zuladung (Mitsubishi: 472 kg) ist er bestens auf solche Aufgaben vorbereitet. Da sieht der Mokka nicht wirklich wie frisch gebrüht aus: Lediglich 364 Kilo durfte der sehr gut ausgestattete Testwagen zuladen. Da erscheint der nur 356 Liter fassende Kofferraum (maximal 1372 Liter) schon fast groß genug. Auch ist die erlaubte Anhängelast des Mokka mit 1200 kg gebremst keine Ruhmestat - der Yeti darf zwei Tonnen schleppen. Doch das Leben im SUV beinhaltet ja mehr als Koffer transportieren und Anhänger ziehen - und damit kommen wir zu den durchaus erfreulichen Seiten des Mokka. So punktet er zum Beispiel mit einer sehenswerten Sicherheitsausstattung, die gegen Aufpreis auch Kollisionswarnung, Verkehrsschilderkennung und Spurassistenz umfasst. Auch die Verarbeitung ist durchweg ordentlich. Die verwendeten Materialien machen größtenteils einen besseren Eindruck als im nicht unangenehm rustikal wirkenden Mitsubishi. Das Niveau des Skoda erreicht der Opel aber nicht - und das gilt auch für die Übersichtlichkeit. Hier verliert der Mokka durch sehr dicke D-Säulen ebenso wie der Mitsubishi.

KarosserieMax. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Opel Mokka 1.7 CDTI ecoFLEX 4x4Mitsubishi ASX 1.8 DI-D 4WD
Raumangebot vorn100686765
Raumangebot hinten100605652
Übersichtlichkeit70564850
Bedienung/ Funktion100908183
Kofferraumvolumen100423237
Variabilität100503438
Zuladung/ Anhängelast80392333
Sicherheit150596452
Qualität/ Verarbeitung200140135132
Kapitelbewertung1000604540542

 

Fahrkomfort

Alle drei bieten erwartungsgemäß die leicht erhöhte Sitzposition, um derentwillen viele ein SUV kaufen. Die mit Leder bezogenen Sitze des ASX-Testwagens geizen jedoch mit Seitenhalt. Sie integrieren den Fahrer auch nicht so gut ins Auto wie die optionalen AGR-Sitze des Opel oder die hervorragenden Stoffsitze des Skoda. Der Yeti erlaubt sich auch nicht solche ergonomischen Patzer wie tief unten versteckte Sitzheizungsschalter (ASX) oder eine schlecht erreichbare Sitzlehneneinstellung (Mokka). Zudem erfreut er mit dem besten Geräuschkomfort. Die Motoren des Mitsubishi und vor allem des Opel nageln sehr viel vernehmlicher als der Zweiliter des Tiguan-Abkömmlings, und bei höherem Tempo verkneift sich der Skoda auch jene Wind- und Abrollgeräusche, die vor allem den Opel als laut erscheinen lassen. Da passt der ausgeglichene Federungskomfort des Yeti bestens ins Bild vom penibel durchkonstruierten Auto. Wo der ASX trocken anfedert und der Mokka etwas zu stark wippt, bügelt der Yeti einfach glatt. Und wo der beladene Mitsubishi schon mal bis auf die Hinterachsanschläge durchfedert, wippt der Yeti einmal lässig nach und kehrt dann zur Normalität zurück, ohne jemals polternde Fahrwerksgeräusche wie der Mokka hören zu lassen.

FahrkomfortMax. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Opel Mokka 1.7 CDTI ecoFLEX 4x4Mitsubishi ASX 1.8 DI-D 4WD
Sitzkomfort vorn15011010496
Sitzkomfort hinten100686664
Ergonomie150128125122
Innengeräusche50332831
Geräuscheindruck100585355
Klimatisierung50323229
Federung leer200130120122
Federung beladen200128122119
Kapitelbewertung1000687650638

 

Motor und Getriebe

130 stämmige Diesel-PS, das klingt nach einer guten Antriebsquelle für ein kleines SUV. Zumal der aus diversen Opel-Modellen bekannte und nicht gerade taufrische 1.7 CDTI bisher den Ruf einer nicht überschäumend temperamentvollen, dafür jedoch recht sparsamen Selbstzünders genoss. Diesem Ruf wird er im Mokka locker gerecht - mit einem Testverbrauch von 6,1 Litern liegt er 0,7 Liter unter dem Konsum seiner beiden Konkurrenten, die mit je 6,8 Litern gleichauf sind. Andere Highlights hat der Opel-Diesel dagegen nicht zu bieten. Er ist nicht nur auf dem Papier deutlich schwächer, die gemessenen Fahrleistungen sind fast eine Klasse schlechter als die des munteren Mitsubishi und auch deutlich behäbiger als die des Skoda. Gerade beim schaltfaulen Beschleunigen von Stadt- auf Landstraßentempo gibt sich der CDTI zäh und unelastisch, spart zudem nicht mit Nagelgeräuschen und unwilligem Brummen. Das fällt umso mehr auf, als die beiden anderen Selbstzünder in diesem Test leise und kultivierter zu Werke gehen. Nicht voll überzeugen kann zudem das Getriebe des Opel: Es istfür den unwilligen Motor etwas lang übersetzt. So bleibt dem Rüsselsheimer nur der dritte Platz in der Antriebswertung hinter dem Skoda und dem Mitsubishi.

Motor und GetriebeMax. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Opel Mokka 1.7 CDTI ecoFLEX 4x4Mitsubishi ASX 1.8 DI-D 4WD
Beschleunigung1501009196
Elastizität100716578
Höchstgeschwindigkeit150464251
Getriebeabstufung100807576
Kraftentfaltung50302732
Laufkultur100564852
Verbrauch325253266253
Reichweite25171617
Kapitelbewertung1000653630655

 

Fahrdynamik

Wenn es um dynamische Übungen geht, führt in dieser Klasse kaum ein Weg an dem Yeti vorbei. Er ist so agil, kurvenfreudig und sicher wie ein kleiner Sportwagen, das beträchtliche Gewicht und der hohe Schwerpunkt scheinen bei Handling- und Slalom-Prüfungen wie weggeblasen. Das ist in diesem Test nicht anders, auch wenn es ihm diesmal seine Konkurrenten nicht allzu schwer machen. Dass der Mitsubishi nur recht unwillig mit heftigem Untersteuern und großen Lenkwinkeln ums Eck will, ist  bekannt. Der Opel Mokka kann das deutlich besser. Dennoch könnte er bei schneller Kurvenfahrt mehr Traktion aufbauen. Seine Tendenz zum Untersteuern wird zudem durch recht harsche ESP-Eingriffe gemaßregelt. Positiv dagegen: Der Opel verzögert mit kalter Bremsanlage  am besten, mit warmer erreicht er fast den Wert des Yeti.

FahrdynamikMax. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Opel Mokka 1.7 CDTI ecoFLEX 4x4Mitsubishi ASX 1.8 DI-D 4WD
Handling150655745
Slalom100644037
Lenkung100828076
Geradeauslauf50383737
Bremsdosierung30201815
Bremsweg kalt150738675
Bremsweg warm150949080
Traktion100706062
Fahrsicherheit150132120125
Wendekreis201298
Kapitelbewertung1000650597560

 

Umwelt und Kosten

Eine traditionelle Stärke der Autos aus Rüsselsheim ist das Kostenkapitel, da fügt sich der Mokka ins Bild. Er ist das billigste SUV des Trios, ordentlich ausgestattet und verursacht zudem die geringsten Fixkosten. Nur die Garantieleistungen sind nicht ganz auf der Höhe. Mit seinen drei Jahren Garantie sammelt der ASX deutlich mehr Punkte, liegt am Ende des Kapitels aber trotzdem hinter dem Mokka. Unerfreulich am Mitsubishi: Extras gibt es nur in teuren Paketen, die auch noch mit unnötigem Beifang kommen, wie etwa dem  Panorama-Glasdach. Teuer und gut, das Prädikat verdient sich hier der Yeti, doch teuer muss ja bekanntlich nicht das Gegenteil von preiswert sein.

Kosten/UmweltMax. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Opel Mokka 1.7 CDTI ecoFLEX 4x4Mitsubishi ASX 1.8 DI-D 4WD
Bewerteter Preis675209226208
Wertverlust50202221
Ausstattung25222323
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50281831
Werkstattkosten20151113
Steuer10788
Versicherung40363531
Kraftstoff55424442
Emissionswerte25212222
Kapitelbewertung1000400409399

 

Fazit

Leicht wird es in diesem hart umkämpften Segment für den neuen Opel Mokka nicht. Das Sahnehäubchen gebührt dem souveränen Testsieger Skoda Yeti. Weder der Antrieb noch das Raumangebot, der Komfort oder die Fahrwerksabstimmung erreichen das Niveau des Kompakt-SUV aus Mlada Boleslav. Für den Opel sprechen dafür sein günstiger Verbrauch, die niedrigen Kosten, die guten Bremsen und die üppige Sicherheitsausstattung. In anderen Disziplinen hält ihn der ausgewogene Skoda auf Distanz. Der Mitsubishi ASX gefällt mit seinem kräftigen und elastischen Motor sowie den besten Garantielesitungen und kommt dem Opel Mokka in der Endabrechnung sogar gefährlich nahe. Eine heiße Nummer wird der Rüsselsheimer in dieser Form nicht.

Gesamtbewertung

Max. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Opel Mokka 1.7 CDTI ecoFLEX 4x4Mitsubishi ASX 1.8 DI-D 4WD
Summe5000299428262794
Platzierung123

Tags:
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