Neuer VW Amarok im Fahrbericht VW Amarok 2.0 CRTDI Biturbo

12.09.2011

Der erste deutsche Pick-up seit VW Caddy und Taro soll ein Verkaufsschlager werden. AUTO ZEITUNG fuhr den neuen VW Amarok mit der deutschen Rockband "Scorpions" in Argentinien

Eckdaten
PS-kW163 PS (120 kW)
AntriebAllrad, 6 Gang manuell
0-100 km/h11.1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit181 km/h
Preisk.A.

Wie eine Klette haftet der neu VW Amarok an der Steilwand. Die Räder krallen sich knirschend in den Untergrund. Fahrer und Beifahrer werden fast senkrecht nach hinten in die Sitze gepresst, sie sehen nur den Himmel. Es sind noch wenige Meter bis zu Anhöhe, der Amarok stockt kurz, der Hill-hold-Assistent packt zu und verhindert, dass es den Hang rückwärts wieder heruntergeht.

Langsam, vorsichtig beginnen die Räder wieder zu mahlen, und die Reifen erhalten den nötigen Grip. Der Amarok hat souverän die Steigung erklommen. „Geschafft, mit dem Allrad kommst du überall hin“, sagt Rudolf Schenker zufrieden und lenkt den Pick-up gekonnt in eine Linkskurve. Der Rockstar und Chef der „Scorpions“ macht auch im Auto eine gute Figur.

Der Amarok und die Scorpions passen gut zusammen. Das Quintett ist die erfolgreichste deutsche Rockband mit 80 Millionen verkauften Tonträgern. Auch der erste deutsche Pick-up seit VW Caddy und Taro soll ein Hit werden. „Der Amarok ist für mich Rock’n Roll auf Rädern. Er hat Power und Charakter“, schwärmt Schenker.

Für die Power sorgt ein 2,0-Liter-TDI mit Bi-Turboaufladung und Common-Rail-Einspritzung. Er leistet 163 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 400 Nm schon ab 1500 Touren. Dabei soll der EU-Verbrauch bei nur 7,8 Litern auf 100 Kilometern liegen. Mitte des Jahres folgt als zweite Motorvariante ein 122 PS starker Common-Rail-Diesel mit variabler Turbinengeometrie

„Das Auto ist aktiv und praktisch“, klopft der Gitarrist mit der Hand anerkennend auf die Ladefläche. Der auf einem Leiterrahmen aufbauende Pick-up verträgt eine Nutzlast von bis zu 1,15 Tonnen und eine Anhängelast von 2,8 Tonnen. Auf die 1,55 Meter lange und 1,62 Meter breite Ladefläche passt allerhand – bis hin zur Europalette.

Der Amarok, was in der Inuit-Sprache „Wolf“ bedeutet, ist mehr als ein Arbeitstier. Die Doppelkabine offeriert Platz für fünf Personen (Ende des Jahres kommt die Singlekabine) und verwöhnt mit Komfort und Materialanmutung, die es in diesem Segment bislang kaum gab. „Die Verarbeitungsqualität und auch die Sitze sind top“, nickt Schenker anerkennend.

Der VW Amarok ist ein quirliger Offrader
Äußerst einfach sind die unterschiedlichen Schalter für die Antriebsvarianten zu bedienen. Sie sind um den Schalthebel des manuellen Sechsganggetriebes gruppiert. Drei unterschiedliche Modi stehen zur Wahl.

Als Einstieg dient die Heckantriebsvariante, daneben gibt es den permanenten Allradantrieb. Wir fuhren die dritte Option mit zuschaltbarem Allradantrieb und Untersetzungsgetriebe – „Die im Offroad-Betrieb sprichwörtlich die glatten Wände hochgeht“, wie es Rudolf Schenker salopp auf den Punkt bringt.

Erstaunlich ist der Federungskomfort. Trotz der in dieser Fahrzeuggattung üblichen hinteren Blattfedern gibt sich der Amarok überraschend komfortabel. Die Grundabstimmung ist zwar straff und für hohe Lasten ausgelegt, doch in Verbindung mit den Doppelquerlenkern an der Vorderachse setzt die Amarok-Federung in dieser Klasse Maßstäbe. Je schneller der Pick-up bewegt wird, desto schluckfreudiger sind seine Feder-Dämpfer-Elemente.

Hohe Verwindungssteifigkeit der Karosserie
Auf den unbefestigten Straßen in Südargentinien, übersät mit Geröll und groben Schlaglöchern, meistert der Amarok auch Passagen mit Tempo 130 bravourös. Dabei machen sich nicht nur die gute Verwindungssteifigkeit der Karosserie und die Entkoppelung der Kabine vom Rahmen positiv bemerkbar.

Auch die Qualität der Verarbeitung überzeugt – kein Klappern oder Knarzen war auf unserer Tour zu hören. Überhaupt halten sich die Fahrgeräusche in Grenzen. Noch ein Wort zur Sicherheit: Hier wartet der VW mit serienmäßigem ESP inklusive Gespannstabilisierung, Fahrer- und Beifahrerairbag – optional gibt es auch seitliche Kopf- und Thorax-Airbags – sowie Gurtstraffer vorn auf.

Besonders in der Fahrdynamik legt der Amarok die Messlatte höher. Der VW folgt Lenkbefehlen mit klar definiertem Einlenkverhalten sowie eindeutiger Rückmeldung. So sportlich lässt sich kein anderer vergleichbarer Pick-up bewegen.

Der 5,25 Meter lange und fast zwei Tonnen schwere Wagen genehmigte sich auf den bergigen Strecken am Fuße der Anden zwischen 7,2 und 9,6 Litern pro 100 Kilometer. „Der Verbrauch ist niedrig für diese Größe“, resümiert Schenker fachmännisch. „Jetzt muss nur noch der Preis fair sein.“

Der Musiker erinnert sich noch allzu gut daran, dass er zu Beginn seiner Karriere unter chronischem Geldmangel litt, und erzählt einen Witz aus der damaligen Zeit. „Kennst Du den Unterschied zwischen einer Pizza und einem Musiker? Die Pizza ernährt die ganze Familie.“ Volker Koerdt

Technische Daten
Motor 
Zylinder4-Zylinder, 4-Ventiler, Common-Rail, Biturbo, Partikelfilter
Hubraum1968
Leistung
kW/PS
1/Min

120/163
4000 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
400
1500 - 2000 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang manuell
AntriebAllrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: Trommeln
Bereifungv: 245/65 R 17
h: 245/65 R 17
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1993
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)11.1
Höchstgeschwindigkeit (km/h)181
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch7.8l/100km (Diesel)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)206

Tags:
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.