Minivans von Nissan, Renault, Opel Familienausflug

23.10.2008
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mit dem Note steigt Nissan ins Segment der kleinen Vans ein. Ob der Neue nur für den Transport von A nach B reicht oder sich als große Leuchte entpuppt, klärt der Vergleichstest mit Renault Modus und Opel Meriva

Der Note kommt, die Langeweile geht, verkündet uns Nissan und meint den neuen Minivan. Tatsächlich wirkt der im englischen Sunderland produzierte Japaner einen Tick aufregender als seine höher bauenden Testgegner Opel Meriva und Renault Modus, obwohl auch er nach dem bewährten Muster kompaktes Format, flexibler Innenraum gestrickt ist. Mit dem Modus teilt sich der Note die technische Plattform, aber sein Radstand ist mit 2,60 Metern um fast zwölf Zentimeter länger. Der Meriva, 2005 in Deutschland meistverkaufter Van in seinem Segment, bekam jüngst eine Überarbeitung: markanterer Kühlergrill, abgedunkelte Rückleuchten und neue Polsterstoffe.

 

Karosserie

Als Vans der Vier-Meter-Klasse teilen sich Nissan Note, Opel Meriva und Renault Modus eine schöne Eigenschaft: Alle drei überraschen im Innenraum mit erstaunlichem Platzangebot. Speziell der Rüsselsheimer, der mit 2,63 Meter den längsten Radstand hat, profitiert von einer effizienten Raumausnutzung. Dies spiegelt sich in der souveränen Schulterbreite (1,40 Meter) ebenso wider wie im großzügigen Einstellbereich des Fahrersitzes. Der Nissan wirkt im Vergleich limousinenhafter. Er ist seitlich und in der Höhe etwas knapper geschnitten als der Opel. Zudem erzeugen das wuchtige Cockpit und die ausladende Handschuhfachklappe einen leichten Eindruck von Enge. Luftiger geht es im kürzeren Modus zu: Seine tiefe Gürtellinie und große Fensterflächen lassen viel Licht ins Innere. Die breite Mittelkonsole aber schränkt den Fußraum ein. Wahre Raumwunder vollbringt das Trio für die Fondpassagiere, und dies ist den verschiebbaren Rückbänken zu verdanken. In hinterster Einstellung offeriert der Note zum Beispiel eine Kniefreiheit von 47 Zentimetern wahrhaft fürstlich. Selbst der mit 3,79 Metern sehr kurze Modus wartet noch mit bis zu 45 Zentimetern auf. Zudem überzeugt der Renault ebenso wie der Opel mit besonders schlau konstruiertem Gestühl. Klappt im Meriva etwa der schmale Mittelsitz der dreigeteilten Bank nach unten, können die beiden äußeren Plätze zu Gunsten einer besseren Schulterfreiheit für dann nur noch zwei Mitfahrer einfach nach innen rücken. Dem gleichen Schema folgt die Triptic-Lösung des Modus. Hier lässt sich der mittlere Sitz hochklappen, um aus dem Fünf- einen geräumigen Viersitzer zu machen. Dies allerdings geht auf Kosten des Kofferraums, der dann nur noch 198 Liter Volumen hat. Besondere Pluspunkte sichert sich der Renault durch seine bereits ab Werk überaus umfangreiche Sicherheitsausstattung. Im Opel dessen voluminöse A-Säulen übrigens die Kurvensicht erschweren kosten Kopf-Airbags 380 Euro Aufpreis, während für den Nissan das Kurvenlicht und Xenon-Scheinwerfer weder für Geld noch gute Worte zu haben sind.

KarosserieMax. PunkteNissan Note 1.6Opel Meriva 1.6 TwinportRenault Modus 1.6 16V
Raumangebot vorn100636865
Raumangebot hinten100636259
Übersichtlichkeit70605058
Bedienung/ Funktion100859088
Kofferraumvolumen100425941
Variabilität100256240
Zuladung/ Anhängelast80253427
Sicherheit150888695
Qualität/ Verarbeitung200150160155
Kapitelbewertung1000601671628

 

Fahrkomfort

Der Meriva bietet vorn wie hinten straffe Sitzpolster, die speziell auf längeren Touren dank ihrer guten Rückenunterstützung mit dem besten Sitzkomfort auffallen. Durch seine zahlreichen gut nutzbaren Ablagen erarbeitet sich der Modus in puncto Alltagstauglichkeit einen leichten Vorteil, der über das gewöhnungsbedürftige, da zentral angeordnete Digitaldisplay hinwegtröstet. Im Note wiederum versteckt sich ein diebstahlsicheres, weil gut verborgenes Staufach unterhalb des Beifahrersitzes. Trotz der hohen Schwerpunkte und der kompakten Abmessungen kann sich der Federungskomfort der drei Minivans sehen lassen. Der subjektiv leise Opel rumpelt etwas steifbeinig über Autobahn-Querfugen, macht aber auf welligen Landstraßen und im Stadtverkehr leer wie beladen eine gute Figur. Der Renault spricht bereits bei langsamem Tempo sensibel auf Bodenunebenheiten an und zeigt auch die deutlichsten Karosseriebewegungen. Dennoch liegt er nahezu auf dem guten Niveau des Opel. Den sportlichen Part übernimmt der härter gedämpfte Nissan, dessen lauter Motor in Kombination mit kräftigen Windgeräuschen akustisch klar den Ton angibt.

FahrkomfortMax. PunkteNissan Note 1.6Opel Meriva 1.6 TwinportRenault Modus 1.6 16V
Sitzkomfort vorn150656863
Sitzkomfort hinten100616356
Ergonomie150110110112
Innengeräusche50232633
Geräuscheindruck100535956
Klimatisierung50302421
Federung leer200112120120
Federung beladen200110120119
Kapitelbewertung1000564590580

 

Motor und Getriebe

Zusammen mit dem Facelift hielt auch ein neuer 1,6-Liter-Motor Einzug in den Meriva. Das Twinport-Triebwerk mit 105 PS stammt aus dem Astra und ist auf Benzin sparen getrimmt. So hat jeder Zylinder für eine effizientere Verbrennung zwei Einlasskanäle. Und tatsächlich: Mit einem Testverbrauch von 8,6 Liter Super auf 100 Kilometern ist der Meriva der Sparsamste im Vergleich. (Nissan 8,8, Renault 8,9 Liter).Doch beim Gasgeben reagiert der immerhin 1340 Kilogramm schwere Opel zäh und angestrengt. Besonders in den Beschleunigungsdisziplinen fehlt ihm spürbar die Kraft, er fällt weit hinter Renault und Nissan zurück (0 bis 100 km/h 12,6 Sekunden). Auch erreicht er seine Höchstgeschwindigkeit von 181 km/h nur nach langer Anlaufzeit. Dafür glänzt sein neuer Motor mit angenehmer Laufruhe und sein Getriebe mit guter Schaltbarkeit, während sich Modus und Note besonders bei schnellen Gangwechseln da etwas störrisch geben. Im Note arbeitet ein 110 PS starker, 1,6 Liter großer Vierzylinder mit variablen Einlass-Steuerzeiten, der sich mit den besten Fahrleistungen in Szene setzt. Beim Sprint von Null auf 100 km/h vergehen nur 10,2 Sekunden. Einzig im unteren Drehzahlbereich wünscht man sich etwas mehr Durchzugsstärke. Dafür offeriert er selbst bei 5000 Touren noch genügend Kraftreserven. Wesentlich kultivierter und mit gleichmäßigerer Leistungsabgabe geht der Renault zu Werke. Der ebenfalls mit 1600 Kubikzentimetern antretende, 112 PS starke Franzose hinterlässt zudem den quirligsten Eindruck. Drehfreudiger und spritziger als der Nissan, kann er den leichteren Japaner trotzdem nicht schlagen und braucht für den Null-auf-Tempo-100-Standardwert 10,7 Sekunden. Dennoch holt sich der Modus hier in der Summe der Antriebseigenschaften knapp den Kapitelsieg.

Motor und GetriebeMax. PunkteNissan Note 1.6Opel Meriva 1.6 TwinportRenault Modus 1.6 16V
Beschleunigung150133109128
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150535158
Getriebeabstufung100737573
Kraftentfaltung50262228
Laufkultur100616864
Verbrauch325152154151
Reichweite25162118
Kapitelbewertung1000514500520

 

Fahrdynamik

Sportlich ambitionierte Entscheider in der Familie sollten den Nissan in die engere Wahl einbeziehen. Dank seiner straffen, aber nicht zu harten Abstimmung vermittelt er den meisten Fahrspaß. Die Leichtigkeit, mit der der Note den Handling-Testparcours umrundet, ist in diesem Vergleich beispielhaft. Tempoüberschuss in Kurven baut er sanft untersteuernd und gut kontrollierbar ab, allzu viel fahrerischer Übermut wird vom serienmäßigen ESP sanft abgefangen. Die elektrisch unterstützte Servolenkung des Note spricht für diese Fahrzeugklasse überraschend direkt an, wünschenswert wäre aber etwas mehr Rückmeldung. Gefühlvoller könnte auch die ebenfalls elektrische Lenkung des Renault arbeiten, die dem Fahrer ein nur ausreichendes Fahrbahngefühl vermittelt, dafür aber die geringsten Lenkwinkel aufweist. Bei schnellen Wechselkurven dreht das Modus-Heck beim Gaslupfen zwar kräftig in die Kurve ein, ein Zurücknehmen des Lenkeinschlags und der sanft einsetzende elektronische ESP-Schutzengel bringen den Renault jedoch stets wieder mühelos auf den geplanten Kurs zurück. Beim Meriva begrenzt das ESP übermütigen Gaseinsatz schon relativ früh und wenig feinfühlig. Hinzu kommt, dass der zäh ansprechende Motor keine schnelleren Handlingzeiten erlaubt. Abrupte Richtungswechsel quittiert der Opel mit ausgeprägten Wankbewegungen, die nur vom Renault übertroffen werden. Dennoch kann dem Rüsselsheimer ein sicheres Fahrverhalten attestiert werden. Zudem liefert der Opel mit kalter Bremse (35,9 Meter) die besten Verzögerungswerte. Konstanter zeigen sich nur die Bremsen im Nissan, die das Auto im aufgewärmten Zustand bereits nach knapp 36 Metern zum Stillstand bringen, während der Renault für diese Disziplin immerhin gut zwei Meter mehr benötigt.

FahrdynamikMax. PunkteNissan Note 1.6Opel Meriva 1.6 TwinportRenault Modus 1.6 16V
Handling150744663
Slalom100553844
Lenkung100565855
Geradeauslauf50363537
Bremsdosierung30182018
Bremsweg kalt150127131109
Bremsweg warm150129113106
Traktion100556057
Fahrsicherheit1501209585
Wendekreis20131516
Kapitelbewertung1000683611590

 

Umwelt und Kosten

Exakt 17040 Euro verlangt Nissan für den Note mit dem 110-PS-Motor in der acenta-Ausführung auf den ersten Blick ein stolzer Preis, den selbst der Meriva um fast 1600 Euro unterbietet, während der deutsche Renault-Händler für den Modus 1.6 16V gar nur 14800 Euro haben will. Ausstattungsbereinigt sieht die Sache allerdings deutlich anders aus: Klimaanlage, Radio mit CD-Player oder auch elektrische Fensterheber besitzt der Japaner im Gegensatz zu seinem deutschen Konkurrenten nämlich serienmäßig. In der Basisversion bietet der Rüsselsheimer wirklich arg wenig. Der Franzose entpuppt sich als das preiswerteste Angebot und erfreut seinen Besitzer zudem mit dem geringsten Wertverlust und einer unbegrenzten Mobilitätsgarantie. Die bietet allerdings auch Nissan für den Note neben einer dreijährigen Garantie auf die Technik und den Lack und zieht in diesem Kapitel mit dem Renault gleich. Für den Meriva sind diese beiden Garantien jeweils auf zwei Jahre begrenzt.

Kosten/UmweltMax. PunkteNissan Note 1.6Opel Meriva 1.6 TwinportRenault Modus 1.6 16V
Bewerteter Preis675380384386
Wertverlust50778081
Ausstattung25484445
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50331927
Werkstattkosten20403938
Steuer10454545
Versicherung40434344
Kraftstoff55333333
Emissionswerte25858482
Kapitelbewertung1000784771781

 

Fazit

Note eins für den Note. Der Nissan gewinnt diesen Vergleich, wenn auch nur knapp. Der Japaner begeistert in erster Linie mit fahrdynamischen Qualitäten, Ausgewogenheit und niedrigen Kosten. Mit nur geringem Rückstand landet der Opel auf dem zweiten Rang. Ein großzügiges Raumangebot gepaart mit sehr hoher Variabilität und gutem Komfort gehören zu seinen Vorzügen. Enttäuschend ist hingegen sein durchzugsschwacher Motor. Der Renault begeistert mit seinem harmonischen Antrieb und erfreut mit einer niedrigen Kostenbilanz. Doch das reicht angesichts der starken Gegner nicht zum Sieg. Guido Borck, Klaus-Achim Peitzmeier

Gesamtbewertung

Max. PunkteNissan Note 1.6Opel Meriva 1.6 TwinportRenault Modus 1.6 16V
Summe5000314631433099
Platzierung123

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