Mini Countryman und Skoda Yeti im Vergleichstest Mini Cooper D Countryman All4 | Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4

21.09.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mini und Skoda liegen im Trend: kompakt, schick und effizient. Wer steht besser da?

Sowohl der Skoda Yeti als auch der Mini Countryman interpretieren das SUV-Thema erfrischend frech: Mit Kulleraugen und verspielten Details sammeln die zwei Allradler rasch Sympathien. Und sie offerieren zudem trotz kompakter Abmessungen einen hohen Nutzwert und versprechen, mit ihren rund 110 PS starken Diesel-Motoren Kosten zu sparen. Bleibt da der Fahrspaß auf der Strecke?

 

Karosserie

Der Mini Countryman ist unstrittig das größte Modell der gesamten Mini-Palette und hält sogar auf der Rückbank ein respektables Platzangebot bereit, was man dem Deutsch-Briten bei seiner Länge von lediglich 4,10 Metern nicht unbedingt zugetraut hätte. Zur Not passen sogar drei Mann nebeneinander auf die Rückbank, aber das wird eng. Wahlweise – und ohne Aufpreis – wird der Mini auch als Viersitzer geliefert. Die hinteren Sitze lassen sich asymmetrisch geteilt um 13 Zentimeter verschieben, die Lehne ist dreiteilig, neigund klappbar, wodurch sich ein maximales Ladevolumen von 1170 Litern im Mini-Heck ergeben.

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Der Skoda Yeti misst gut zehn Zentimeter mehr in der Länge und in der Höhe – das schafft natürlich Platz. Dementsprechend luftiger sitzt man im Yeti, und der hohe Laderaum ist außerordentlich schluckfreudig. Die drei Einzelsitze im Fond lassen sich ebenfalls verschieben, neigen und klappen. Außerdem können sie aufgestellt, entfernt oder – ohne Mittelsitz – versetzt montiert werden. Auch der optionale ebene Ladeboden ist mit wenigen Handgriffen demontiert. Lohn der Mühe sind bis zu 1760 Liter Stauraum.

Hinzu kommt, dass der Skoda 155 kg mehr Zuladung verkraftet und mehr als doppelt so schwere Anhänger ziehen darf (1800 kg zu 750 kg). Zudem hinterlässt der Tscheche einen solideren Eindruck. Gelegentliche Klappergeräusche wie im Mini sind ihm fremd, und auch die Kunststoffe im Interieur wirken teilweise hochwertiger und weniger kratzempfindlich.

KarosserieMax. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Mini Cooper D Countryman ALL4
Raumangebot vorn1007260
Raumangebot hinten1006748
Übersichtlichkeit705645
Bedienung/ Funktion1009075
Kofferraumvolumen1004229
Variabilität1006745
Zuladung/ Anhängelast804119
Sicherheit1509388
Qualität/ Verarbeitung200170150
Kapitelbewertung1000698559

 

Fahrkomfort

Offroader werden häufig wegen ihres lässig-entspannten Naturells geschätzt, was sich üblicherweise auch im verbindlichen Abrollkomfort niederschlägt. Diese beiden Allradler spielen jedoch eher die Rolle eines quirligen Kompakten – und besitzen entsprechend straff abgestimmte Fahrwerke.

Besonders der Auto Fahrbericht > Mini Cooper S Countryman All4, der zudem auf optionalen, wenig komfortablen Runflat-Reifen zum Test antrat, zeigt sich zum Teil unnötig bockig und stuckerig. Aber auch der Skoda rollt mitunter recht harsch über Teerflicken und Querfugen. Ungehobelt sind die beiden deshalb aber nicht. Selbst der auf Autobahnen etwas hoppelig wirkende Mini nervt nur auf wirklich langen Etappen.

Die Diesel in beiden Autos brummen vernehmlich, wobei der Cooper D akustisch stets präsenter ist als der 2.0 TDI. Dasselbe gilt für die Abrollgeräusche. Und weil der Skoda Yeti außerdem die größeren und bequemer gepolsterten Sitze sowie mehr und praktikablere Ablagen hat, gewinnt er auch das zweite Kapitel – obwohl er in der Grundausstattung ohne Klimaanlage auskommen muss.

FahrkomfortMax. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Mini Cooper D Countryman ALL4
Sitzkomfort vorn150118113
Sitzkomfort hinten1007155
Ergonomie150132118
Innengeräusche502826
Geräuscheindruck1006545
Klimatisierung501826
Federung leer200143135
Federung beladen200145132
Kapitelbewertung1000720650

 

Motor und Getriebe

Angesichts von 110 (Yeti) und 112 PS (Countryman) erwarten wir keine hemmungslosen Temperamentsausbrüche. Die Leistung der beiden SUV genügt jedoch, um allen Anforderungen des Alltags locker zu begegnen. Bis Tempo 140 sind die zwei Offroader flott unterwegs, aber danach geht es nur noch zäh voran.

Der Mini Countryman spurtet zwar deutlich schneller, wirkt wegen seiner langen Übersetzung aber mitunter etwas lethargisch. Seine Höchstgeschwindigkeit erreicht der Brite sowohl im fünften als auch im sechsten Gang – dann hat er aber Mühe, sie auch zu halten.

Der Skoda Yeti hingegen ist spürbar kürzer übersetzt. Schon bei moderaten Ampelstarts verlangt er nach fleißiger Schaltarbeit, zumal ihm bei hohen Drehzahlen die Puste ausgeht. Im täglichen Fahrbetrieb jedoch wichtiger ist die Tatsache, dass der TDI wesentlich durchzugsstärker agiert als man wegen des nominell gerade mal zehn Nm höheren Drehmoments erwartet. Ferner erfreut die Schaltung mit kurzen Wegen und einem präziser geführten, leichtgängigeren Schalthebel.

Für Diesel-Kunden wiegt aber wohl das Thema Verbrauch am schwersten. Hier verbucht der Mini mit Bremsenergie-Rückgewinnung, Start-Stopp-Automatik, Leichtlaufreifen, Schalthinweis und einem EU-Mittelwert von nur 4,9 Litern pro 100 Kilometer scheinbar klare Vorteile.

In der Praxis überzeugt jedoch der Skoda, der lediglich eine Schaltempfehlung im Zentral-Display besitzt. Trotz eines EU-Werts von 6,1 l/100 km punktet er mit einem Zehntel Liter Minderverbrauch: 7,1 zu 7,2 Liter je 100 km lautet das Testresultat. Daraus ergibt sich eine Reichweite von 845 km für den Yeti, während der Countryman wegen des kleinen 47-Liter-Reservoires schon nach 653 km an die nächste Zapfsäule muss.

Motor und GetriebeMax. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Mini Cooper D Countryman ALL4
Beschleunigung1508593
Elastizität1006863
Höchstgeschwindigkeit1503438
Getriebeabstufung1008580
Kraftentfaltung503135
Laufkultur1006550
Verbrauch325247245
Reichweite251611
Kapitelbewertung1000631615

 

Fahrdynamik

Doch auf kurviger Straße schlägt eindeutig die Stunde des fahrspaßorientierten Videos > Fahrberichte > Mini Countryman. Im Handling- oder Slalom-Test ist von Lethargie nichts zu spüren. Wieselflink fegt der Allrad-Mini um die Pylonen. Seine elektromechanische Servolenkung arbeitet dabei angenehm direkt, und das ganze Auto lenkt jederzeit willig ein. Provozierte Lastwechsel führen zu einem zackigen Eindrehen des Hecks, das aber vom DSC (ESP) cool pariert wird. Der ALL4-Antrieb ermöglicht zudem eine hervorragende Traktion, die das lebhafte SUV auch auf losem Untergrund munter und spurstabil vorantreibt.

Auch der Skoda Yeti 4x4 baut ordentlich Grip auf und eignet sich wegen der größeren Freigängigkeit seiner Karosserie noch besser für Fahrten abseits des Asphalts.

Doch offenbart er insgesamt einen völlig anderen Charakter: In flotten Kurven vermittelt der Skoda unter allen Umständen ein ausgesprochen sicheres Fahrgefühl. Allerdings greift die nicht abschaltbare Fahrdynamikregelung ESC (ESP) so rigoros ein, dass der Wagen teilweise schon überraschend früh von der Elektronik eingebremst wird. Das hemmt nicht nur im Slalom und im Handling, sondern mindert gleichermaßen das Fahrvergnügen. Eigentlich schade, denn auch der Skoda setzt Lenkimpulse folgsam um.

Das Yeti-Set-up sorgt aber für mehr Gelassenheit auf der Autobahn, wo der stabilere Geradeauslauf zum Tragen kommt. Und mit der wirksamen Bremse, die sowohl im kalten als auch im warm gefahrenen Zustand besser verzögert als die Stopper des 50 Jahre Mini - Das große Mini Foto-Quiz, sammelt der Skoda wertvolle Zähler. Dennoch liegt er in diesem Kapitel am Ende um einen Punkt hinter dem Mini.

FahrdynamikMax. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Mini Cooper D Countryman ALL4
Handling1504353
Slalom1004460
Lenkung1007480
Geradeauslauf504238
Bremsdosierung301719
Bremsweg kalt1508875
Bremsweg warm1508879
Traktion1008085
Fahrsicherheit150135130
Wendekreis201811
Kapitelbewertung1000629630

 

Umwelt und Kosten

Im Kostenkapitel muss sich der Skoda erneut um einen Punkt geschlagen geben. Zwar tritt er mit dem deutlich geringeren Grundpreis von 23.000 Euro (Mini: 25.900 Euro) an, doch die Normausstattung summiert sich auf stramme 3085 Euro. Einige Features sind erst ab der nächst höheren Ausstattungslinie (Active, 300 Euro) verfügbar. Goodies wie automatisch abblendende Spiegel oder eine Sitzheizung werden gar erst ab der Ambition-Version (3350 Euro) angeboten. Der Auto Neuheiten > Auto Salon Genf > Mini Rocketman Concept Countryman rollt dagegen schon recht komplett vom Hof. Einsparungen durch Verzicht sind bei ihm nicht möglich. Und weil die laufenden Kosten nur marginal differieren, entscheiden schließlich die Abgaswerte zugunsten des Mini.

Kosten/UmweltMax. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Mini Cooper D Countryman ALL4
Bewerteter Preis675232211
Wertverlust502423
Ausstattung25021
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502828
Werkstattkosten201516
Steuer1078
Versicherung403231
Kraftstoff554140
Emissionswerte258486
Kapitelbewertung1000463464

 

Fazit

Der Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4 vereint pragmatische Tugenden mit der richtigen Dosis Fahrspaß und Design zu einem sehr harmonischen Mix – auch diesen Test gewinnt er souverän. Der Mini Countryman Cooper D ALL4 verliert zwar den Vergleich, ist für sich gesehen aber ebenfalls ein überzeugendes Auto. Nicht nur, dass kaum ein anderes SUV dieser Größe so viel Fahrspaß bereitet, sondern auch die Kostenbilanz spricht für ihn. Und: Er ist der größte aller Mini!

Gesamtbewertung

Max. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Mini Cooper D Countryman ALL4
Summe500031412918
Platzierung12

Tags:

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