Mini Cooper S Countryman 2014: Facelift-Modell im Fahrbericht Wuseliger Tatendrang

26.07.2014

Euro-6-Motoren und neue Ausstattungsdetails: erste Ausfahrt mit dem modellgepflegten Mini für die ganz Familie. Fahrbericht des Mini Cooper S Countryman ALL4 und des Coupé-Ablegers Mini JCW Paceman

Der rustikale Mini Countryman hat in kurzer Zeit eine beeindruckende Karriere hingelegt. Seit seiner Markteinführung im Jahr 2010 entschieden sich weltweit mehr als 350.000 Kunden für den ersten wirklich familientauglichen Mini. Die Gründe dafür – neben dem markentypisch stylischen Design – dürften in dem für Mini-Verhältnisse üppigen Platzangebot, dem ordentlichen Gepäckraumvolumen und der guten Variabilität begründet liegen. Nach vier Jahren erhält der kompakte Crossover nun einige Modellppfegemaßnahmen, die ihn für die zweite Lebenshälfte fit machen sollen.

 

Mini Cooper S Countryman ALL4: Dezentes Facelift

Äußerlich fallen die kosmetischen Retuschen sehr dezent aus. Ein neuer Grill mit horizontaler Chromleiste, Nebelscheinwerfer in LED-Technik mit integriertem Tagfahrlicht sowie neue Farben und gewichtsreduzierte, neu gestaltete Räder, das war’s auch schon. Dafür erweitert Mini sein Angebot an Individualisierungen um ein paar interessante Extras.

Darunter die Option „Black Piano  Black  Exterieur“  für  200  Euro, bei der standardmäßig verchromte Oberflächen – wie die Scheinwerfer- und Rückleuchteneinfassungen oder die Verbindungen zwischen A-Säulen und Kotflügeln – in Schwarz gehalten sind.

Der Innenraum des überarbeiteten Countryman ist an den anthrazitfarbenen Zifferblättern für Drehzahlmesser und Tachometer sowie anhand der Lüftungsregler mit Chromapplikationen erkennbar. Außerdem gehört ab sofort eine Reifendruckkontrolle zum Serienumfang.

Aber auch technisch hat Mini nachgelegt. Sämtliche Motoren erfüllen nun die Euro-6-Norm, und als Bonus gibt es obendrauf noch eine moderate Mehrleistung von sechs PS für den von uns gefahrenen Cooper S Countryman, der jetzt mit 190 Pferdestärken davongaloppiert.

Doch genug der Theorie und hinaus auf das bevorzugte Revier des Cooper S Countryman: die Landstraße. Was auf kurvigen Strecken gut zur Geltung kommt, ist die ausgeprägte Leichtfüßigkeit des Familien-Mini.

Dank des straffen, keineswegs unkomfortablen Fahrwerks durcheilt der 1,4-Tonner alle Arten von Richtungswechseln schnell und ohne allzu große Seitenneigung. Die präzise, gefühlvolle und direkte Lenkung erleichtert es dabei, eine saubere Linie zu fahren.

Einen guten Job erledigt auch die Antriebseinheit. Der 1,6 Liter große Vierzylinder-Turbo hängt spontan am Gas und legt eine ausgeprägte Drehfreude an den Tag. In nur 7,7 Sekunden, so verspricht es die Werksangabe, beschleunigt der kernig klingende Direkteinspritzer den Countryman aus dem Stand auf 100 km/h.

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 215 km/h. Probleme, die Kraft des Motors auf die Straße zu bekommen, kennt zumindest die von uns gefahrene Allrad-Variante nicht. Etwaige Traktionsverluste verhindert das ALL4-System (1750 Euro Aufpreis) zuverlässig.

Von der vollmundig in der Pressemappe versprochenen Verbesserung des Geräuschkomforts konnten wir uns hingegen nicht überzeugen. Die Abroll- und Windgeräusche liegen subjektiv immer noch auf recht hohem Niveau. Und auch die Materialanmutung hat sich nicht maßgeblich verbessert.

Der Mini Cooper S Countryman ALL4 wartet für ein mindestens 28.450 Euro teures Auto immer noch mit jeder Menge Hartplastik gerade im Bereich rund um die riesige Tachometer-/Bildschirm-Einheit im Armaturenträger auf. Dafür punktet der sportliche Kompakte mit guter Effizienz. Nach unserer – durchaus flott angegangenen – ersten Ausfahrt gab der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 8,7 Litern an.

MINI JCW PACEMANN

Von der Modellpflege profitiert auch der Coupé-Ableger des Countryman, der seine Talente als besonders scharfer John Cooper Works voll ausspielt. Mit markig fauchenden 218 PS marschiert der ab 36.050 Euro erhältliche JCW Paceman stramm voran und wirft sich dank seines serienmäßigen Sportfahrwerks voller Elan in jede Kurve.

Unser Fazit

Der MINI Cooper S Countryman bleibt sich treu und begeistert weiterhin mit seinem wuseligen Tatendrang. Allerdings ist der kompakte Flitzer ein kostspieliges Vergnügen.

Marcel Kühler

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