Mercedes S 250 CDI BlueEFFICIENCY im Test

04.05.2011

Ein Vierzylinder-Diesel in der S-Klasse? Klingt sparsam und dürftig, funktioniert aber viel besser als gedacht. Test des neuen S 250 CDI

Eckdaten
PS-kW204 PS (150 kW)
AntriebHinterrad, 7-Stufen-Automatik
0-100 km/h8.3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit240 km/h
Preis71.876,00€

Für viele ist die Mercedes S-Klasse seit jeher der Inbegriff des automobilen Luxus. Und jetzt das: Im Zuge der CO2-Reduzierung und dem Downsizing-Trend folgend, verordnet Mercedes seinem stolzen Flaggschiff den 2,2-Liter-Diesel-Vierzylinder, der üblicherweise ein bis zwei Klassen darunter seinen Dienst verrichtet. Sparen liegt zwar im Trend, aber muss das gleich in einer Verzichtserklärung enden? Keine Sorge, das haben sich die Mercedes-Ingenieure schon genau überlegt und den intern als OM 651 bezeichneten Vierzylinder optimal in den Neue Motoren für die S-Klasse integriert. Man muss die Ohren schon ganz schön spitzen, um nach dem Start und beim gelassenen Dahingleiten durch die Stadt und über Land überhaupt etwas vom Motor zu hören. Das liegt zum einen an der wirksamen Entkopplung des Antriebs von der Karosserie und an der Kapselung, zum anderen an der Getriebeabstimmung. Im bevorzugten Eco-Modus wählt die Siebenstufen-Automatik gezielt die hohen Gänge, was die Motordrehzahl niedrig hält.

KRAFT AUS DEM KELLER
Das funktioniert natürlich nur, weil wir es hier nicht mit einem schnöden Brot-und-Butter-Diesel zu tun haben, sondern mit einem kultiviert laufenden Hightech-Aggregat, das dank doppelter Turboaufladung bis zu 500 Nm aus dem Drehzahlkeller holt. Selbst wenn sich die Drehzahlmessernadel gerade in den Niederungen unter 2000 Touren bewegt, beantwortet die große Luxuslimousine Gaspedalbefehle ohne große Verzögerung mit entsprechendem Vortrieb. Von der befürchteten Lethargie also keine Spur. Noch lebhafter wird der S 250 CDI, wechselt der Fahrer in den Sportmodus der Getriebesteuerung. Dann steigt allerdings auch das Drehzahlniveau, und die sehr komfortabel arbeitende Start-Stopp-Automatik wird dann deaktiviert. Da das in der Praxis nicht so richtig Sinn macht, bleiben wir im Eco-Modus und begeben uns auf das von S-Klassen bevorzugte Terrain. Schon auf dem Beschleunigungsstreifen der Autobahn kommt der S 250 CDI unter Volllast zügig auf Touren, dreht locker hoch, wird aber selbst dann nicht wirklich laut. Geschulte Ohren hören jetzt den Vierzylinder zwar heraus, was aber nicht stört. Angst, auf der linken Spur zum Verkehrshindernis zu werden, braucht man nicht zu haben. Die Hunderter-Marke fällt im Test bereits nach 8,3 Sekunden, und ohne dabei angestrengt zu wirken, erreicht der Benz maximal Tempo 240.

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Gute Voraussetzungen also für die zügige Reise. Und Langstreckenprofis wissen es sowieso: Zeit macht man weniger auf der Bahn, sondern eher an der Tankstelle gut. Zapfsäulenbesuche verlangt der neue Sparmeister unter den Luxuslimousinen relativ selten, was zum einen am bescheidenen Testverbrauch von 8,0 Litern pro 100 km liegt, aber auch am 83 Liter fassenden Tank. Dabei sollte man nicht vergessen, dass wir es hier immer noch mit einer ausgewachsenen Luxuslimousine von fast zwei Tonnen Leergewicht zu tun haben. Sparsamer kann man den gediegenen Luxus und den erlesenen Komfort einer Mercedes S-Klasse nicht genießen.

Komfort ist ohnehin eine der ganz großen Stärken der S-Klasse, was uneingeschränkt auch für die neue Basisversion gilt. Die serienmäßige Luftfederung lässt sich von grob geflickten Schlaglochstrecken nicht beeindrucken und wiegt die Passagiere sanft bis ans Ziel. Sehr kultiviert rollen die serienmäßigen rollwiderstandsoptimierten Reifen in der etwas spärlichen Größe 235/55 R 17 ab, erweisen sich in puncto Dynamik jedoch eher als Nachteil. Das deutliche Untersteuern in flott genommen Kurven und die recht langen Bremswege aus 100 km/h (kalt: 37,7, warm 38,2 Meter) sind sicherlich auch auf die Bereifung des Testwagens zurückzuführen. Optionale 18-Zöller wären hier die bessere Wahl, auch wenn damit der Verbrauch vielleicht um ein paar Zehntel ansteigt.

Der 71.876 Euro teure S 250 CDI stellt durchaus eine Alternative zum über 4600 Euro teureren, sechszylindrigen S 350 CDI (258 PS) dar. Er ist zwar auch keinesfalls billig, aber das war eine S-Klasse noch nie.

Fazit

Die Operation Sparen De Luxe ist Mercedes mit dem S 250 CDI rundum gelungen. Der neue Basis-Luxusliner stellt keine Verzichtserklärung auf Rädern dar, sondern geht als vollwertige S-Klasse durch – mit all ihren Stärken insbesondere im Komfort und in der Verarbeitung. Besonders für Vielfahrer, die bisher auf den Sechszylinder im S 350 CDI vertrauten, könnte der S 250 die preiswertere, sparsamere und kaum weniger dynamischere Alternative sein, mit der man noch mehr Kilometer am Stück abspulen kann. Voraussetzung ist allerdings die Abkehr vom Sechszylinder-Prestigeobjekt unter der Haube. Und dazu bedarf es wahrscheinlich noch eines Lernprozesses bei den S-Klasse-Kunden.

Technische Daten
Motor 
Zylinder4-Zylinder, 4-Ventiler, Biturbodiesel
Hubraum2143
Leistung
kW/PS
1/Min

150/204
4200 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
500
1600 - 1800 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe7-Stufen-Automatik
AntriebHinterrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete und gelochte Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 235/55 R 17 W
h: 235/55 R 17 W
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1992
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)8.3
Höchstgeschwindigkeit (km/h)240
Verbrauch 
Testverbrauch8l/100km (Diesel)
EU-Verbrauch5.7l/100km (Diesel)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)149

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