Mercedes-Studien Visionen von A bis SLR

14.04.2010

Mercedes steckt mit Studien regelmäßig seinen Claim auf dem Feld der Innovationen ab. Eine Übersicht der Studien vom C 111 bis zum F 800 Style

Dabei firmieren intellektuelle Technikstudien und verführerische Konzepte unter zwei Begriffen. Streng nach der Weisheit, dass Körper und Seele nicht ohne einander können, tragen die Forschungsfahrzeuge gewissermaßen den weißen Ingenieurskittel und oft eine ernste Miene die Zukunft betreffend zur Schau. Anders die Konzeptfahrzeuge, die schon einmal laszive Netzstrumpfhosen tragen und dazu einen verführerischen Augenaufschlag riskieren dürfen.

Solvente Kunden wollten den C 111 kaufen, doch Mercedes lehnte ab
Doch manchmal sind die Grenzen fließend, wie zum Beispiel beim C111. Dieser Sportwagen hatte ab 1969 den Auftrag, Wankel- und Dieselmotor zu erproben und zu Rekorden zu führen. Gleichzeitig geriet die Form des in Weißherbst lackierten Zweisitzers so verführerisch, dass gute Kunden des Hauses das Scheckbuch zückten und die schnelle Schönheit gleich besitzen wollten. Doch Mercedes verweigerte sich, der C111 wanderte ins Museum, nicht auf die Straße oder in Garagen vermögender Besitzer.

Einen echten Forschungsauftrag für die automobile Zukunft erhielten die Sicherheitsstudie ESF 13 und das aus Mitteln der Bundesregierung geförderte Auto 2000. Das Bundesministerium für Forschung und Entwicklung startete Ende der 1970er-Jahre das Projekt Auto 2000, an dem sich mehrere Automobilfirmen beteiligten. Hauptmotivation des Vorhabens war ein geringerer Treibstoffverbrauch. Autos bis 2150 Kilogramm Leergewicht sollten nicht mehr als elf, Fahrzeuge von 1250 bis 1700 Kilo weniger als 9,5 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen.

Heute kein Problem, damals eine Herausforderung. Auf der IAA 1981 feiert der Beitrag von Mercedes-Benz Premiere. Die Aerodynamik ist stark überarbeitet, der Cw-Wert beträgt 0,28. Unter der Haube arbeitet ein 3,8 Liter großer V8 mit Zylinderabschaltung. Außerdem erprobt Mercedes einen 3,3-Liter-Dieselmotor mit sechs Zylindern und zwei Turboladern. Auch eine Gasturbine wird im Auto 2000 getestet. Einige Monate vor der Premiere des kompakten Mercedes 190 betritt eine extrem kurze Studie die Bühne. Das Nahverkehrsfahrzeug NAFA soll zwei Personen in der Stadt transportieren, Schiebetüren erleichtern das Ein- und Aussteigen in engen Parklücken.

Meistens steckt in den Forschungsfahrzeugen mindesten eine Technik, die einige Jahre später in die Serie eingeführt wird.. Solche Technik der Oberklasse zeigen die Forschungsfahrzeuge C112 und F100. Die Active Body Control des C112 kommt 1999 in den CL-Coupés zum Serieneinsatz. Der F100 zeigt 1991 mit dem Abstandsregeltempomaten eine Technik, die 1998 in der S-Klasse unter dem Namen Distronic eingeführt wird.

Mitte der Neunziger wird Mercedes jugendlicher
Die klare Abkehr vom immer größer und immer schwerer markieren die MCC-Studien. Eco Speedster und Eco Sprinter sind 13 Jahre nach dem Forschungsauto NAFA deutlich runder und poppiger geformt, sie dienten als Geschmackstest für den 1998 erscheinenden Smart. Auch Vision A, die Studien SLK I und II sowie die AA Vision sind für die Serie vorgesehen.

Alle drei zeigen, dass man bei Mercedes bereit ist, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und um neue Käufer zu werben. Die Vision A kommt 1998 als A-Klasse auf den Markt und hat sich mittlerweile ihre Position in der Kompaktklasse gesichert.

Mit dem SLK zeigt Mercedes ab 1996 ein Herz für die Freunde kurzer, offener Autos. Die M-Klasse, Serienversion der AA Vision, verzichtet ab 1997 auf die ernsthafte Geradlinigkeit und die absolute Offroad-Kompetenz des G-Modells und erschließt dafür vor allem in den USA neue Käufer.

Mehrere Klassen auf einmal: CLS und R-Klasse
Nicht in Serie ging bisher das Vario Research Car, eine interessante und mutige Möglichkeit, mehrere Karosserieformen zu kombinieren. Heute ist dafür der Begriff Crossover eingeführt. Mit einem großen Unterschied: Beim VRC konnte mittels unterschiedlicher Aufbauten ein Cabrio, ein Kombi, eine Limousine, ein Pickup oder ein Coupé realisiert werden. Jedoch müssen vier Aufbauten immer zuhause bleiben, wenn man gerade mit dem Auto unterwegs ist. Wenn man so will, wurde es mit Vision CLS und Vision R dann etwas Crossover. Den CLS (Markteinführung 2004) bezeichnet Mercedes als viertüriges Coupé, die R-Klasse, ein Mix aus Van und Geländewagen, debütierte 2004.

Dass Mercedes nicht mehr ausschließlich die streng und ernst erscheinende Marke für Arrivierte sein möchte, dürfte spätestens mit F 300 Life Jet und F 400 Carving deutlich geworden sein. Diese Forschungsfahrzeuge stellten geballte Technik wie aktive Wanksteuerung (F300) oder Sturzverstellung (F400) genauso offen zur Schau wie die Lust am Autofahren. Hier passte zum korrekt gebügelten Ingenieurskittel das erste Mal ein Rennhelm.

F 600 und Bionic Car zeigen Spartechnik
Die Endlichkeit der Erdölreserven führen uns die Konzepte F600 Hygenius und Bionic Car von 2005 vor Augen. Beide fuhren schon vor zwei Jahren weit in die Zukunft. Auf der IAA 2007 schließlich stellte Mercedes seine geballte Oberklasse- und Sicherheits-Kompetenz zur Schau. In den außergewöhnlich geformten F700 bauten die Stern-Ingenieure von Diesotto-Motor, über Prescan-Fahrwerk und Avatar-Bedienung alle nur denkbaren Innovationen der Zukunft ein. Ein Hoch auf den Ingenieurskittel.
Andreas Of

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