Mercedes-Studie F125! auf der IAA 2011 Beflügeltes Forschungsauto

14.09.2011

Zum 125-jährigen Jubiläum der Erfindung des Automobils zeigt Mercedes auf der IAA das Forschungsfahrzeug F 125!

Die Mercedes-Studie F125! greift weiter in die Zukunft als bisherige Forschungsfahrzeuge. Bisher blickten die Forschungsautos eine Fahrzeug-Generation in die Zukunft, hier sind es zwei Generationen. Zum Teil befindet sich die Technik des F125! noch in der Grundlagenforschung, ein Serieneinsatz wäre laut Mercedes ab 2025 vorstellbar. Zum ersten Mal zeigt Mercedes das Zukunftsauto am Vorabend der 64. IAA in Frankfurt.

 

IAA 2011: Mercedes-Forschungsauto mit Flügeltüren

Die Wasserstofftanks sind in die Leichtbaukarosserie integriert. Das spart Platz und Gewicht. Die Karosserie ist zu einem großen Teil aus faserverstärkten Kunststoffen gefertigt. Ergänzt wird das Material durch Karbon-Kohlestofffasern, Aluminium und hochfesten Stählen. Schutzsysteme unterhalb der Tür erlauben den Verzicht auf eine B-Säule: Die Flügeltüren zitieren die Markenhistorie, sind durchgängig gestaltet und erlauben einen bequemen Einstieg.

Bedienen lässt sich der F125! mit Sprache, Gesten und über Berührbildschirme. Zum Teil wird das System mit dem Namen @yourCOMAND auch selbst aktiv, startet mit dem Verkehrsbericht, holt die Nachrichten aus dem Postfach und spielt dann Musik. Kurz vor Ende der Fahrt kommt automatisch der Wetterbericht. Auch auf Stimmungen kann sich das System mittels „moods“ einstellen. Ein „Social Community Assist“ kümmert sich wie eine elektronische Sekretärin darum, wer stören darf und wer Informationen erhält.

Mehr Auto-Themen: Der kostenlose Newsletter der AUTO ZEITUNG

Dank einer Daten-Cloud soll es möglich sein, sämtliche Kommunikations- und Unterhaltungsgeräte ohne Synchronisieren nutzen zu können. Mit „Remote Convience“ können autorisierte Personen über die fahrzeugeigene Homepage nachsehen, wie voll der Tank ist, wann die nächste Wartung fällig ist und wie hoch der Verbrauch ist. Mit einem Smartphone können Navigation, Unterhaltung und Temperatur voreingestellt werden.

 

Blick in die Zukunft: Das Auto fährt selbst

Mit dem „Advanced Driving Assist“ muss der Fahrer auf Autobahnen gar nicht mehr selbst Lenkrad und Pedale bedienen. Der Assistent übernimmt häufig vorkommende Fahrmanöver und soll in einer weiteren Ausbaustufe auch selbst überholen können. Über Funk kommuniziert das Forschungsfahrzeug mit anderen Fahrzeugen, Ampeln und Verkehrszentralen. Einsatzfahrzeuge, andere Autos auf Vorfahrtsstraßen oder Hindernisse bemerkt das Autos so vor dem Fahrer und weist ihn darauf hin.

Den Antrieb des Mercedes F125! Besorgen vier radnah montierte Elektromotoren mit einer Dauerleistung von 231 PS. Maximal können die vier E-Maschinen 313 PS leisten. In 4,9 Sekunden soll der Sprint von null auf 100 km/h erledigt sein, maximal sind 220 km/h möglich. Den Strom für die E-Motoren erzeugt eine Brennstoffzelle, die pro 100 Kilometer 0,79 Kilogramm Wasserstoff verbraucht. Das entspricht 2,7 Liter Diesel. Mit den in die Karosserie integrierten Wasserstofftanks von 7,5 Kilogramm Fassungsvermögen sollen bis zu 1000 Kilometer Reichweite möglich sein.

Zusätzlich ist eine Lithium-Schwefel-Batterie vorgesehen. Die hat eine Kapazität von 10 Kilowattstunden (kWh) und kann induktiv aufgeladen werden: Der berührungslose Ladevorgang – zum Beispiel über stromführende Schleifen im Asphalt – lässt sich per Smartphone überwachen. Strom fließt erst, wenn der Ladevorgang beginnt. Bis zu 50 Kilometer elektrische Reichweite sollen möglich sein. Bedingung ist eine Speicherdichte von 350 Wattstunden pro Kilogramm – das ist doppelt so hoch wie bei bisherigen Batterien. Die Technologie ist noch in der Grundlagenforschung und kann laut Mercedes in 14 Jahren serienreif sein. Genauso wie der Feststoffspeicher für den Wasserstoff, der mit 30 bar Druck auskommt. Bisher verwendete Speicher sind auf bis zu 700 bar Druck ausgelegt.
Andreas Of

AUTO ZEITUNG

Tags:

Wirkaufendeinauto

So verkauft man Autos heute!

Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.