Mercedes SLR Stirling Moss Mercedes SLR Stirling Moss

31.07.2009

Der letzte SLR geht an den Start – mit einer britischen Motorsport-Legende als Namensgeber und gebaut nach dem Vorbild von 1955

Sein Rekord ist bis heute ungebrochen und wird es wohl ewig bleiben. Als Stirling Moss am 1. Mai 1955 in Brescia um 7.22 Uhr über die Startrampe der Mille Miglia rollt, beginnt eine beispiellose Hetzjagd über rund 1600 Kilometer. Sein Mercedes 300 SLR leistet 310 PS, wiegt nur 900 Kilo und erreicht über 300 km/h – auf öffentlichen Straßen.

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Den Weg von Brescia nach Rom und zurück legt er mit seinem Beifahrer Dennis Jenkinson in nur zehn Stunden, sieben Minuten und 48 Sekunden zurück, Durchschnittstempo: 157,65 km/h. Der Brite Moss gilt als einer der besten Rennfahrer aller Zeiten, wurde allerdings nie Formel-1-Weltmeister. 1955 gewann er unter der Regie von Mercedes-Rennleiter Alfred Neubauer neben der Mille Miglia auch die Targa Florio auf Sizilien und wurde hinter seinem Teamgefährten Juan Manuel Fangio Vizeweltmeister in der Formel 1.

44 Jahre später, 1999, adelte die englische Queen den heute 80-jährigen Moss für seine Erfolge im Motorsport. Der letzte SLR vor dem Produktionsende trägt seinen Namen als Erinnerung an den Beginn des Mythos SLR. Die Entwickler von Mercedes stellten in enger Zusammenarbeit mit F1-Partner McLaren eine Neuinterpretation des 300 SLR von 1955 auf die Räder.

Sturmhauben und Rennbrillen für die Insassen werden mitgeliefert

Das ursprüngliche Design der bisherigen SLR-Familie wurde dabei teilweise radikal verändert. Der Stirling Moss, limitiert auf 75 Exemplare, muss wie sein Vorbild ohne Dach und Seitenscheiben auskommen. Kleine, kaum streichholzschachtelhohe Abweiser ersetzen die Windschutzscheibe. Sturmhauben und Rennbrillen für die Insassen werden mitgeliefert. Die Abdeckung des Cockpits erfolgt durch ein zweiteiliges, so genanntes Tonneau Cover. Die beiden Hälften können im Kofferraum mitgeführt werden.

Wer die Spitze von 350 km/h erreichen will, muss seine Nase dem Sturmwind preisgeben. Zuvor müssen nämlich die Windabweiser entfernt werden, und der Beifahrerplatz sollte mit dem Tonneau Cover abgedeckt sein. Konzentration auf das Wesentliche bestimmt das Cockpit unterhalb der beiden Überrollbügel. Kein Radio, kein Telefon lenkt den Fahrer ab.

Er sitzt auf abgestepptem Leder mit Karo-Muster, die Einstellung erfolgt manuell, die Sitzschalen selbst bestehen aus leichtem Karbonfaser-Kunststoff. Außer diesem Hightech-Werkstoff beherrschen schwarzes Nappaleder, Aluminium und Wildleder die Optik. Die Konsole um den Wählhebel der Fünfstufenautomatik schmückt eine Signatur von Stirling Moss.

Der kompromisslose Speedster wiegt 200 Kilogramm weniger als seine SLR-Brüder, den Antrieb übernimmt die 650 PS starke V8-Kompressor-Einheit aus dem Modell SLR 722. 820 Newtonmeter stemmt der aufgeladene Dreiventiler auf die Kurbelwelle. Er sitzt hinter der Vorderachse und unterstützt damit die Gewichtsbalance im SLR.

Die aerodynamisch ausgefeilte Karbon-Karosserie braucht keinen Heckspoiler

Eine besondere Herausforderung war die Aerodynamik des Sondermodells. Die Front und das Heck sind neu gestaltet, acht Schnellverschlüsse halten die Motorhaube fest. Der Wagen benötigt keinen ausfahrbaren Heckspoiler. Der Bürzel dient lediglich bei Bremsmanövern oberhalb von Tempo 120 der Erhöhung des Anpressdrucks an der Hinterachse.

Vorn verschließen elektrisch betätigte Klappen die Kühlkanäle der Bremsen, wenn der Fahrer auf Tempojagd geht. Die Fahrwerksabstimmung ist straffer als bei den übrigen SLR-Modellen. SLR Stirling Moss-Interessenten, die auch gleichzeitig SLR-Besitzer sein müssen, erlebten das Modell bereits 2008 bei Testfahrten. Für alle 75 Exemplare liegen Reservierungen vor – zum Stückpreis von 750 000 Euro netto. Ende 2009 soll der letzte SLR Stirling Moss produziert werden – das Ende einer Ära.
Holger Eckhardt

AUTO ZEITUNG

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