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Mercedes SLR McLaren 722 GT

Wenn der Mercedes SLR McLaren 722 in die englische Rennwagenschmiede Ray Mallock Limited gerät, wird aus ihm ein rassiger Racer mit feinsten Zutaten und dem Kürzel GT im Namen - für 600.000 Euro extra

Eckdaten
PS-kW680 PS (500 kW)
AntriebHinterrad, 5 Gang Automatik
0-100 km/h3.30 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit315 km/h
Preis1.076.000,00 €

Wem der sündhaft teure Ferrari Enzo Ferrari nicht kompromisslos genug war, der kaufte sich bisher einen FXX. Für Freunde der Marke mit dem Stern wird nun ein ähnliches Konzept angeboten: ein Mercedes SLR McLaren 722 mit dem Zusatzkürzel GT, 680 PS, extrovertiertem Flügelwerk rundum und abgespeckten 1387 Kilogramm Leergewicht. Unterschied zum Italiener: der 722 GT wird nicht ab Werk gefertigt. Jeder SLR 722-Besitzer kann aus seinem Alltagssportler ein echtes Renngerät machen lassen, das sogar dem Reglement der FIA-GT entspricht. Vorausgesetzt er wendet sich an Ray Mallock Limited (RML) in Northamptonshire.

Der Heckflügel ist 16-fach verstellbar

Hier wird der Straßen-SLR erst einmal auseinander genommen und alles, was auf Bequemlichkeit und Alltagstauglichkeit hinweist, entsorgt. Statt des bei Bremsungen empor schnellenden Luftschilds, thront auf dem Kofferraumdeckel nun ein riesiger Heckspoiler – aus GfK gefertigt und 16-fach verstellbar. Weit darunter, dicht über dem Boden, ragt ein gewaltiger Diffusor unter dem knackigen SLR-Heck hervor, der den GT bei hohen Geschwindigkeiten am Boden halten soll.

Radhausverbreiterungen und große Schweller tun ihr übriges, damit der Mercedes McLaren auch auf der Rennstrecke ernst genommen wird. Das war bisher nicht so. Zu schwer, zu träge und zu kompromissbereit sei er, warfen ihm Kritiker vor. Außerdem habe er mit der Technik aus dem Mercedes-Regal keine guten Referenzen für ein automobiles Aushängeschild. Diese Zeiten könnten mit dem 722 GT vorbei sein. Mehr als 400 Teile werden bei RML in und am SLR modifiziert, ersetzt, oder kurzerhand weggelassen – wie zum Beispiel das ESP.

Dank breiterer Spur und verstärkter Stabilisatoren nimmt die Lenkpräzision im Vergleich zum Serienmodell deutlich zu. Eine Differenzialsperre sorgt für optimale Kraftverteilung auf die Antriebsräder.

Karbon und High-Tech umgeben den Fahrer

Im Innenraum erinnert kaum noch ein Detail an den SLR für den Straßengebrauch. Kohlefaserverkleidungen und ein Käfig aus dicken Rohren dominieren den Innenraum. Der Fahrer sitzt extrem tief und weit hinten, links flankiert von einer Sicherheitswand aus Karbon. Das mit Alcantara bezogene Rennlenkrad hat ein integriertes Display, gibt mittels Leuchtdioden Auskunft über die aktuelle Motordrehzahl und mahnt im Sportbetrieb zum Gangwechsel.

In der Mittelkonsole sind unzählige Schalter und Knöpfe angebracht, damit auch während der Fahrt Einstellungen verändert werden können. Außerdem beherbergt das puristische Armaturenbrett einen zweiten, größeren Bildschirm mit zusätzlichen Informationen über die Vitalwerte des Motors.

Der 5,4 Liter große V8 wird von einem Kompressor mit maximal 1,75 bar Druck befeuert. Bei 6600 Umdrehungen mobilisiert er 680 PS, während die Abgase durch zwei seitlich hinter den Vorderrädern endende Auspuffrohre lautstark abgeführt werden.

In 7:38 Minuten über die Nürburgring-Nordschleife

3,3 Sekunden genügen dem SLR für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 – inklusive einem Gangwechsel. Der passiert wahlweise automatisch oder per Zug an der rechten Lenkradschaltwippe, denn die RML-Ingenieure haben mit dem 722 GT nicht das Rad neu erfunden, sondern die bestehende Technik nur verfeinert und optimiert. Also wurde auch die etwas antiquierte, aber standfeste Fünf-Stufen-Automatik von Mercedes beibehalten.

Dass der Über-SLR 722 GT sich mit diesem Performance-Paket nicht verstecken braucht, zeigt seine Rundenzeit von 7:38 Minuten auf der Nürburgring-Nordschleife – der finalen Prüfstrecke für alle echten Sportler.

Wer bereit ist, in den 476.000 Euro teuren SLR 722 noch einmal 600.000 Euro zu stecken, kann im Mercedes SLR McLaren 722 GT bald selber auf Zeitenjagd gehen. Dass man einem zweiten GT begegnet ist dabei eher unwahrscheinlich, denn selbst vom Serien 722 gibt es weltweit nur 150 Stück und die Zahl der optimierten Silberpfeile von RML ist wiederum auf 21 begrenzt.

Vielleicht landen ja nicht alle Exemplare in den Garagen von Öl-Scheichs und solventen Sammlern, sondern es verirren sich im Rahmen der FIA-GT Meisterschaft ein paar auf die Rennstrecken dieser Welt.
eng

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Mercedes SLR McLaren 722 GT

PS/KW 680/500

0-100 km/h in 3.30s

Hinterrad, 5 Gang Automatik

Spitze 315 km/h

Preis 1.076.000,00 €