Mercedes-Rückruf (Oktober 2017): Kabeldefekt/Airbag Über eine Million Mercedes in die Werkstatt

von AUTO ZEITUNG 17.10.2017
Inhalt
  1. Oktober 2017: Mercedes-Rückruf defekter Kabel/Airbag
  2. Juli 2017: Mercedes ruft Euro 5- und Euro 6-Diesel zurück
  3. Welche Typen sind vom Abgas-Rückruf betrofffen?
  4. April 2017: KBA fordert Mercedes zum Rückruf auf (R1234yf)
  5. März 2017: Mercedes-Rückruf wegen Motor-Blockade
  6. Februar 2017: Mehrere Rückrufe bei Mercedes

Mercedes ruft über eine Million Autos wegen defekter Kabel an der Lenksäule zurück. Infolge dessen kann ein Airbag grundlos ausgelöst werden. Erst im Sommer 2017 rief Daimler drei Millionen Autos der Abgasnorm Euro 5 und Euro 6 zur Nachbesserung in die Werkstatt. Alle Details zum Mercedes-Rückruf.

Wegen defekter Kabel an der Lenksäule ruft Mercedes weltweit mehr als eine Million Autos in die Werkstätten zurück. Darunter seien 400.000 Fahrzeuge verschiedener Baureihen in Großbritannien und mehrere Hunderttausend in Deutschland, sagte ein Daimler-Sprecher am Montag, 16. Oktober 2017, in Stuttgart. Bei einigen Dutzend Autos war der Airbag scheinbar grundlos ausgelöst worden. Dies lag an einer Fehlerkette, die mit defekten Kabeln zusammenhing: Eine statische Aufladung durch Lenkbewegungen konnte im Fall eines Kabelbruchs nicht richtig abgeleitet werden. Als Ergebnis wurde fälschlicherweise der Airbag ausgelöst. Das Problem werde behoben durch eine "ausreichende Erdung der Lenksäule", die Spannung werde sich also wieder richtig entladen können, sagte der Sprecher. Man habe die Behörden verschiedener Staaten in der vergangenen Woche informiert. Der Rückruf werde in den zeitnah beginnen, wenn die entsprechenden Ersatzteile vorliegen.

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So verhält man sich bei einem Rückruf (Video):

 
 

Oktober 2017: Mercedes-Rückruf defekter Kabel/Airbag

Nachdem sich Mercedes weiterhin den Manipulationsvorwürfen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) ausgesetzt sieht, ordnente die Schwaben im Sommer 2017 einen großen Rückruf an. Insgesamt drei Millionen Fahrzeuge mit Dieselmotoren der Norm Euro 5 und Euro 6 ruft der Konzern zurück. Das sind nahezu alle Autos und Nutzfahrzeuge dieser Abgasnormen in Europa. Die Halter der betroffenen Fahrzeuge werden über den Rückruf informiert. In der Werktstatt werden dann Software-Änderungen vorgenommen, welche für die Besitzer kostenlos sind. Die Dauer der Nachbesserung wird etwa eine Stunde betragen. Hintergrund für den Rückruf sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Diese wirft dem Unternehmen vor zwischen 2008 und 2016 Motoren mit der Kennung OM 642 und OM 651 mit "Abschalteinrichtungen" versehen zu haben. Bisher konnten die Vorwürfe nicht nachgewiesen werden und das KBA wird von Seiten des Daimler-Konzerns diesbezüglich scharf kritisiert.

 

Juli 2017: Mercedes ruft Euro 5- und Euro 6-Diesel zurück

Die Umrüstung der zurückgerufenen Mercedes soll den Schadstoffausstoß verringern. Der Rückruf resultiert aus einer Einigung des Konzerns mit dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA): Mercedes hatte eingewilligt die von den Abgas-Vorwürfen betroffenen Fahrzeuge freiwillig zurückzurufen. Zunächst beschränkte sich der Rückruf auf 270.000 Fahrzeuge aus der Kompakt- und der V-Klasse. Jetzt wurde der Rückruf im Rahmen des "Zukunftsplans für Dieselantriebe" auf drei Millionen erweitert.

 

Welche Typen sind vom Abgas-Rückruf betrofffen?

Im Fokus stehen Pkw aller Serien, SUV und Kleintransporter von Mercedes, in denen die Motoren mit der Kennung OM 642 und OM 651 verbaut wurden. Noch gibt es von Daimler keine offizielle Bestätigung, welche Baureihen konkret betroffen sind, jedoch wurden Motoren vom Typ OM 642 ab 2005 beispielsweise in der C-Klasse 203 verwendet. Ebenfalls 2005 wurde der Motor OM 642 in der E-Klasse der Baureihe 211 (Betroffene Modelle: E 280 CDI und E 320 CDI) eingebaut. 2010 erhielten unter anderem 350-CDI-Modelle der S-Klasse, R-Klasse und E-Klasse  eine leistungsgesteigerte Variante des Motors, der die Typenkennung OM 642 LS trägt. Motoren vom Typ OM 651 fanden ab 2008 zum Beispiel in den C-Klasse-Modellen der Baureihe 204 und später 205, etwa im Mercedes-Benz C 250 CDI BlueEFFICIENCY, Verwendung. Auch Mercedes GLK und die E-Klasse Baureihe 212/207 sind betroffen. Die höchste Ausbaustufe des OM 651 wird seit 2010 in der S-Klasse angeboten, seit 2011 ebenfalls in der B-Klasse. Eine vollständige Auflistung aller betroffenen Modelle ist noch nicht verfügbar.

 

April 2017: KBA fordert Mercedes zum Rückruf auf (R1234yf)

Wegen des Kältemittels in der Klimaanlage muss Mercedes deutschlandweit knapp 134.000 Autos zurückrufen. Das fordert zumindest das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Der Grund: Die betroffenen Fahrzeuge sind noch mit dem mittlerweile für Neuwagen verbotenem Kältemittel R134a ausgerüstet. Das KBA fordert von Mercedes die alte Chemikalie zu entfernen und stattdessen die Nachfolger-Substanz R1234yf einzufüllen. Mercedes selbst hat laut einem Sprecher aber bereits Widerspruch gegen die Forderung eingelegt. Von der Rückruf-Aktion betroffen sind die Modelle der A-, B-, C-, S-Klasse sowie SL und CLA, die im ersten Halbjahr 2013 produziert wurden. Bisher hatte sich der Konzern gegen das neue Kältemittel gesperrt. In eigenen Tests soll das Kältemittel zu Bränden im Motorraum unter Freisetzung giftiger Stoffe geführt haben.

 

März 2017: Mercedes-Rückruf wegen Motor-Blockade

Erst im März 2017 betraf eine weltweite Rückrufaktion von Mercedes rund eine Million Fahrzeuge, darunter Autos der A-, B-, C- und E-Klasse, sowie die Modelle CLA, GLA und GLC. Grund für den Rückruf ist eine mögliche Motor-Blockade, die bei erneutem Startversuch zu einer Überhitzung des Startstrom-Begrenzer führen könne. Im schlimmsten Fall würde dies zu einem Brand im Motorraum führen. Dieser Defekt kann bei Autos der Modelljahrgänge 2015 bis 2017 auftreten, wobei in Deutschland etwa 150.000 Autos betroffen sind. Mercedes-Modelle aus den USA werden in einer Stückzahl von etwa 300.000 Fahrzeugen zurück in die Werkstatt gerufen.

 

Februar 2017: Mehrere Rückrufe bei Mercedes

Bei A-, B-, C- und E-Klasse, sowie CLA, GLA und CLC ist es in rund 50 Fällen zum Schmelzen von Plastikverkleidungen im Motorraum der betroffenen Modelle gekommen, hin und wieder auch zu Rauchentwicklung und Feuer. Im Juni 2016 erfuhr Mercedes erstmals von den Vorkommnissen, entschied sich aber erst im Februar 2017 aufgrund möglicher Sicherheitsmängel für eine Rückrufaktion. Das Umrüsten der betroffenen Fahrzeuge ist indessen nur Makulatur. Laut einem Daimler-Sprecher kann der Defekt durch den Einbau einer neuen Sicherung binnen einer Stunde behoben werden. Schon Anfang Februar mussten neun Baureihen zurück in die Werkstatt: Bei der C-Klasse, der E-Klasse (Coupé), der S-Klasse und dem SL kann laut Mercedes-Pressesprecher eine fehlerhafte Verschweißung im Steuergerät zum Ausfall der Servolenkung kommen. Hier sind die Modelle aus dem Zeitraum August 2012 bis Oktober 2015 betroffen. Der Austausch dauert laut Mercedes rund 3,5 Stunden. Der zweite Rückruf betrifft die Modellreihen Mercedes ML, GL, GLE (Coupé) und GLS aus dem Produktionszeitraum Juli 2014 bis September 2016. Leichte und stillsitzende Beifahrer können vom Sensor unter Umständen als Kindersitz interpretiert werden, sodass in der Folge der Beifahrer-Airbag deaktiviert wird. Hier kann ein halbstündiger Software-Update das Problem lösen. Ebenfalls bei Mercedes ML, GL, GLE (Coupé) und GLS – produziert in der Zeit vom Juli 2014 bis September 2016 – sowie bei der Mercedes R-Klasse (September 2014 bis März 2015) müssen die Achsschrauben sowohl an der Vorder- als auch an der Hinterachse ausgetauscht werden. Hier kann es zu einem Bruch der Schrauben kommen. Für den Austausch sind drei Stunden vorgesehen.

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