Mercedes ML 350 Der Alleskönner

30.11.2006

Die Neuauflage der Mercedes M-Klasse soll auf und neben der Straße deutlich mehr leisten als der Vorgänger. Zu den technischen Finessen des neuen ML zählen Siebengang-Automatik und Luftfederung.

Eckdaten
PS-kW272 PS (200 kW)
AntriebAllradantrieb, permanent, 7 Gang Automatik
0-100 km/h8.7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit225 km/h
Preis47.966,00€

Trotz vergleichsweise simpler Technik und einer mäßigen Verarbeitungsqualität erfreute sich der 1997 vorgestellte ML während seiner gesamten Bauzeit einer regen Nachfrage. Lieferzeiten von bis zu zwei Jahren waren die Folge. Um die Erfolgsgeschichte über die nächsten Jahre fortzuschreiben und sich gegen die erstarkte Konkurrenz zu behaupten, hat Mercedes bei der Neuauflage tüchtig hingelangt. Die Rahmenkonstruktion wich einer selbsttragenden Karosserie, die ein stimmigeres Design verkörpert als bislang. Vor allen Dingen aber hinterlässt die vollverzinkte Blechhülle einen erheblich verwindungssteiferen Eindruck. Selbst bei beherzter Fahrt auf holperigen Feldwegen hört man kein Knistern und Knarzen. Dazu tragen auch die wesentlich hochwertigeren Kunststoffe im Interieur bei. Bis zum Serienstart am 2. Juli dürften auch die letzten ungenauen Passungen, die der Testwagen noch aufweist, passé sein. Auch der neue ML trägt jetzt den typischen Mercedes-Kombi-Hebel, der Fernlicht, Lichthupe, Blinker sowie Wischer und die Scheibenwaschanlage vorn und hinten ansteuert. Rechts hinter dem Lenkrad thront nun der Wählhebel des siebenstufigen Automatik-Getriebes 7G-Tronic. Schaltrucke treten kaum auf, manuelle Eingriffe über die so genannten Direct-disarmed-Tasten auf der Rückseite der Lenkradspeichen sind normalerweise überflüssig. Die Geländeübersetzung Low Range, die auf Tastendruck in die Kriechgänge schaltet, muss der Kunde fortan als Option ordern. Serienmäßig vertraut der ML auf Schraubenfedern, permanenten Allradantrieb und Traktionskontrolle (4ETS), um den notwendigen Grip zu gewährleisten. Ein spezieller Offroad-Modus von ESP, ABS und 4ETS passt die Regelgrenzen dem Gelände-Einsatz an. Auf Schnee und im Sand genügt diese Technik allemal. Das geringere Gewicht wirkt sich vorteilhaft auf Fahrleistungen und Verbrauch aus. Wer trotzdem Sperrdifferenziale und ein Reduktionsgetriebe will, ordert das Offroad-Pro-Paket (1914 Euro), das nur in Verbindung mit der ebenfalls aufpreispflichtigen Luftfederung (Airmatic, 1856 Euro) angeboten wird. Diese lässt sich dann in drei Stufen hochpumpen, sodass sich eine maximale Bodenfreiheit von üppigen 291 Millimetern ergibt. Wasserdurchfahrten dürfen dann 60 Zentimeter tief ausfallen. Wer nicht auf den samtigen Abrollkomfort der Luftfedern samt adaptiver Dämpfer verzichten will, aber nur gelegentlich ins Gestrüpp fährt, ordert nur die Airmatic. Auch dann lässt sich der ML per Tastendruck liften (um 80 mm) und senkt sich ab 115 km/h selbsttätig um 15 Millimeter ab. Die adaptiven Dämpfer, die zur Airmatic gehören, lassen sich in drei Kennlinien vorwählen: In der Sport-Stellung senkt sich das Fahrzeug generell um 15 Millimeter ab und erlaubt eine erstaunlich flotte Gangart. Der Komfort leidet jedoch spürbar. Der Komfortmodus hingegen lässt den Wagen besonders nachgiebig federn. Wegen der ausgeprägten Vertikalbewegungen empfiehlt sich diese Einstellung aber nur bedingt. Am harmonischsten reagiert das Fahrwerk im Standard-Setup, das immer noch eine zügige Gangart sichert und trotz der optionalen 19-Zoll-Bereifung mit einem geschmeidigen Abrollkomfort glänzt. Diesbezüglich übertrifft der neue den alten ML um Längen. Sein beinahe sportliches Handling verdankt der 4x4-Benz aber nicht nur den einzeln aufgehängten Rädern, sondern auch der serienmäßigen Parameter-Lenkung, die die Wünsche des Fahrers präzise umsetzt. Sollte der Pilot angesichts all dieser Tugenden zu übermütig werden, greift das nicht abschaltbare ESP sanft, aber bestimmt ein und hält die Fuhre auf Kurs. Ein weiteres angenehmes Gimmick heißt DSR (Downhill Speed Regulation). Ist dieses Helferlein aktiv, limitiert es die Geschwindigkeit beim Bergabfahren ohne Zutun des Fahrers. So etwas ist nicht nur im Gelände nützlich, sondern auch auf winterlichen Straßen, weil die Elektronik zugleich dafür sorgt, dass das Fahrzeug in der vorgesehenen Spur bleibt. Für den ersten Test des Neulings wählten wir den 272 PS starken ML 350. Sein V6 verfügt einerseits über genug Leistung, um die Reserven des agilen Handlings nutzen zu können, und überzeugt andererseits mit seinem kultivierten Laufgeräusch, das gut zum komfortbetonten Charakter der neuen M-Klasse passt. Nur Drehzahlen oberhalb von 4000 Touren gehen dem Vierventiler nicht so locker von der Hand, wie man angesichts der Leistungsdaten vermuten könnte. Schließlich entfacht er seine Höchstleistung erst bei 6000 Touren. Noch mehr Zahlen: Der Kofferraum fasst 551 Liter. Mit umgeklappter Rückbank steigt der Wert auf 1830 Liter. Wer zudem das Easy-Pack-Paket bestellt hat, kann die Sitzpolster der Rückbank entfernen und bis zu 2050 Liter Fracht verstauen. Ja gibts denn gar nichts serienmäßig im neuen ML? Doch: Nano-Lack, CD-Radio, Klimaautomatic, Nebelscheinwerfer, Alu-Räder - alles schon vorhanden.

Technische Daten
Motor 
ZylinderV6
Hubraum3498
Leistung
kW/PS
1/Min

200/272
6000 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
350
2400 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe7 Gang Automatik
AntriebAllradantrieb, permanent
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbel. Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 235/65 R 17
h: 235/65 R 17
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1985
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)8.7
Höchstgeschwindigkeit (km/h)225
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch11.6l/100km (Super)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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