Kaufberatung Mercedes ML (W 166): Alle Motoren, Ausstattungen, Preise Kaufberatung: Mercedes ML 2013 (W 166)

23.02.2013
Inhalt
  1. Auch als Basis attraktiv
  2. Airmatic oder doch On&Offroad?
  3. Sparsamer Vierzylinder gegen V6-Diesel
  4. FAZIT

Die M-Klasse war der Eintritt von Mercedes ins SUV-Segment – die dritte Generation ist reif und gehaltvoll. In unserer Kaufberatung haben wir für Sie die besten Ausstattungen des ML herausgesucht

Seit 1997 gehört der ML nun schon zum Markenportfolio von Mercedes-Benz, die erste Generation galt bei Anhängern der reinen Lehre noch als Anbiederung an US-amerikanische Autogeschmäcker und Ausverkauf klassischer Mercedes-Werte. 15 Jahre später haben sich die Vorzüge eines modernen SUV auch hierzulande herumgesprochen - und der ML gehört nun zu den beliebtesten Vertretern eines nach wie vor wachsenden Segments. Hauptmerkmal der neuen ML-Generation ist mit Sicherheit die breite Motorenpalette, die vom drahtigen Vierzylinder-Diesel bis hin zum opulenten AMG-Biturbo-V8 reicht. In dieser Spreizung sollte für jeden Geschmack etwas im Angebot sein, die Konkurrenten sind hier meist nicht so gut aufgestellt.

Interessenten haben es bei der Wahl des perfekten ML nicht schwer, es gibt momentan nur eine Karosserievariante, ein coupéhaftes Modell à la BMW X6 könnte jedoch zu einem späteren Zeitpunkt nachfolgen. Im Interieur ist lediglich eine Package-Variante zu haben – eine Siebensitzer-Option, wie es der BMW X5 bietet, behält Mercedes dem großen GL vor. Leider sind nicht einmal Kinder-Notsitze im Kofferraum vorgesehen, wie es das T-Modell der E-Klasse vorweisen kann. Bei fünf Insassen ist im ML-Universum also Schluss.

 

Auch als Basis attraktiv

Anders als einige Wettbewerber staffelt Mercedes die M-Klasse nicht in Ausstattungsvarianten auf. Ausgangspunkt für Ausflüge in die reichhaltig bestückte Optionsliste ist immer die Basisversion. Allerdings macht Mercedes Serien-Ausstattungsunterschiede über die Motorisierungen: So stehen die stärker motorisierten Varianten auf größeren Rädern, die V8-Modelle kommen mit ARTICO-Kunstleder- (ML 500) oder Nappaleder-Ausstattung (ML 63 AMG) und serienmäßigem Airmatic-Luftfeder-Fahrwerk. Davon abgesehen pflegen die Stuttgarter einen ungerührten Gleichbehandlungsansatz. Die meisten Optionen sind für alle Motorvarianten gleichermaßen zu haben und kosten auch dasselbe, egal, ob sie einen ML 250 BlueTEC oder einen ML 500 zieren. Die Basis-Ausstattung eines ML ist nicht unbedingt üppig, kann sich aber durchaus sehen lassen. Wem ein CD-Radio, Stoffsitze und eine - immer noch zeitgemäße - Grund-Sicherheitsausstattung reichen, muss sich nicht allzu weit vom jeweiligen Grundpreis entfernen. Ein Basis-ML wirkt weder ärmlich noch unattraktiv, Nutzwert und grundlegende Charakteristik sind auch ohne Plüsch und Glamour authentisch vorhanden.

Allerdings ist die Optionsliste mindestens ebenso attraktiv wie lang, sinnvolle Details und teure Versuchungen reihen sich hier aneinander. Und wer sein Kreuzchen überall hinterlässt, beglückt seinen Mercedes-Händler am Ende mit einem Fahrzeugaufpreis, der nicht allzu weit weg vom Grundpreis einer anständig bestückten A-Klasse entfernt ist.

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Das muss aber nicht sein, die wesentlichen Ausstattungen wollen deshalb mit Augenmaß untersucht sein. Beginnen wir mit den großen Technik-Paketen, die den Mercedes ML mit den Segnungen moderner Ingenieurskunst bereichern: Ausgehend von den serienmäßigen H7-Scheinwerfern bietet Mercedes ein Licht-Paket (1856 Euro), das Bi-Xenonscheinwerfer mit automatischem Abblendlicht, Fernlicht-Automatik, Kurven- und Abbiegelicht sowie dem schönen Schein moderner LED-Positionsleuchten bietet. Sehen und gesehen werden zu einem fairen Preis – lassen Sie lieber die großen Leichtmetallräder weg, die eh nur den Abrollkomfort verschlechtern und das Auto kaum dynamischer machen.

 

Airmatic oder doch On&Offroad?

Das bei den V8-Modellen serienmäßige Airmatic-Paket (2023 Euro) empfiehlt sich der automatischen Niveauregulierung wegen besonders für Leute, die häufig mit wechselnder Beladung unterwegs sind. Das teure Active Curve System (3689 Euro, zzgl. Airmatic-Paket; Erklärung siehe Kasten) mag für sich betrachtet tatsächlich angenehm sein – wer es jedoch nicht kennt, wird es auch nicht vermissen. Und im ML 250 ist die kostspielige Wankstabilisierung eh nicht zu haben.

Anders sieht das beim On&Offroad-Paket aus. ML-Fans, die das Auto tatsächlich im Gelände bewegen, erschließen sich über das 2261 Euro teure Paket erst richtig die formidablen Offroad-Kompetenzen des Geländewagens aus Stuttgart. Allerdings muss auch hier das Airmatic-Paket an Bord sein. Und um die bunten Grafiken des jeweiligen Gelände-Krabbel-Modus anzeigen zu können, ist das Comand-Multimedia-System (3154 Euro) Pflicht. Unterm Strich reden wir also von fast 7500 Euro, die investiert werden müssen. Unsere Meinung? Wer es sich leisten kann, sollte schon aus schierem Unterhaltungswert zugreifen.

Das Comand-System zählt für viele Kunden sowieso schon beinahe zur Pflicht-Anschaffung. Die Kombination aus leicht bedienbarer Kommunikations-Einheit und erstklassigem Navigationsgerät lässt ein Premium-SUV wie den ML erst rund erscheinen. Fairerweise macht sich Mercedes hier beinahe selbst Konkurrenz – das voll integrierte Navigationsmodul Becker Map Pilot kostet nur rund 1000 Euro - und kann beim Fahrzeugverkauf einfach ausgebaut und in ein entsprechend vorgerüstetes Nachfolgefahrzeug mitgenommen werden.

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Sicherheitssysteme wie das Spur-Paket (893 Euro), das Fahrassistenz-Paket (2678 Euro) oder der Nachtassistent (1488 Euro) gehören in dieser Klasse zum guten Ton. Es gilt – wie so oft: Wer es nicht kennt, vermisst es nicht, wer diese Dinge einmal hat, will sie nie wieder missen.

 

Sparsamer Vierzylinder gegen V6-Diesel

Durch das Dickicht aus Luxus-Features (Ledermassage-Sitze, sündhaft teure Soundsysteme) finden Sie mit Sicherheit allein, wir wollen in unserer Kaufberatung deshalb lieber noch einen Blick auf die verfügbaren Motoren werfen. Der Einstiegsmotor, ein 2,2 Liter großer Reihen-Vierzylinder-Bi-Turbo-Diesel, polarisiert. So weit hinunter hat sich hubraumtechnisch in dieser Klasse noch niemand getraut – und der ML 250 BlueTEC ist tatsächlich die richtige Entscheidung gewesen. Mit typischem Vierzylinder-Brummen klingt der Motor zwar nach Taxi, die Fahrleistungen können sich aber sehen lassen, und der Verbrauch ist spitze.

Den größeren V6-Diesel brauchen nun also nur noch ML-Fahrer, die den Vierzylinder-Sound nicht hören wollen und/oder oft lange Strecken unter die Räder nehmen und dabei gern ein etwas höheres Reisetempo anschlagen. Der zusätzliche Punch des V6-Diesel hilft nämlich vor allem dort.

Der V6-Benziner bekommt von uns keine Empfehlung, er wirkt im Vergleich durchzugsschwach, und sein Verbrauch ist trotz moderner Technik im Vergleich zu hoch. Lediglich seine samtige Laufkultur empfiehlt den ML 350 BlueEFFICIENCY für Freunde der Kultur bei dauerhaft defensivem Tempo. Sobald es der Fahrer eilig hat, wird der 350er hektisch.

Beim Mercedes ML 500 sieht das schon ganz anders aus, hier kann man tatsächlich verstehen, weshalb Mercedes dem Trend zum radikalen Downsizing widersteht: Der 4,6-Liter-Bi-Turbo-V8 hat Charakter, sagenhaften Punch, dezent grummelnden Sound und eine tolle Laufkultur. Eine teure Motorvariante, gewiss, aber eine, die viel Freude bereitet.

Ein gutes Stichwort, um zur AMG-Version zu wechseln. Die ist schon lange keine bloße Motor-Variante mehr, sondern überzeugt durch ganz besondere Ausstattungsmerkmale und ein ganzheitliches, charakterprägendes Gesamtkonzept. Als AMG wird aus dem ML ein fast sportlich abgestimmtes Kraftpaket mit üppiger Kraftentfaltung und viel Charisma. Teure Extras wie das AMG Performance Package (7021 Euro) verstärken das aber nur unwesentlich.

 

FAZIT

Mercedes hat mit dem ML 250 BlueTEC völlig recht: Mehr Motor braucht kein Mensch. Gänzlich zufrieden stellende Fahrleistungen und guter Verbrauch - nur das rappelige Laufgeräusch missfällt. Mit dem großen Diesel, dem V8 oder gar der AMGMaschine verändert der ML sein Gesicht und kann sich auch in dieser Form sehen lassen. Vom Reisewagen über ein fleißiges Lastentier bis hin zum überdrehten Lifestyle-SUV hat die M-Klasse viele Facetten. Wer möchte, kann reichlich Geld für Extras ausgeben - wir bleiben aber trotzdem dabei: Ein scharf kalkulierter 250er ist nützlich, effizient und sympathisch. Toll, dass Mercedes das möglich macht.

Johannes Riegsinger

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