Mercedes X-Klasse: Genfer Autosalon 2017 Mercedes Pickup rollt nach Genf

22.03.2017
Inhalt
  1. Mercedes X-Klasse auf Genfer Autosalon 2017
  2. Die X-Klasse (2017) basiert auf Nissan-Pickup
  3. X-Klasse soll Fehler der Konkurrenz vermeiden

Mit der Mercedes X-Klasse schließen die Schwaben zum Genfer Autosalon 2017 eine der letzten Lücken im Portfolio. Illustrationen und die Studie X-Class Concept geben einen Vorgeschmack auf den ersten Pickup mit Stern, der seinen Marktstart im Herbst feiern soll und entgegen der ersten Aussagen vielleicht doch in die USA kommt.

Die Mercedes X-Klasse (2017) kompensiert, was die Schwaben bislang sträflich vernachlässigt haben: den Pickup-Markt! Und pünktlich zum Genfer Autosalon 2017 (9. bis 19. März) gibt es erfreuliche Neuigkeiten: Entgegen der ersten Aussagen von Daimler soll die X-Klasse vielleicht doch in den USA angeboten werden, dem Pickup-Markt schlechthin. Zunächst hieß es noch von Dietmar Exler, Mercedes-Chef USA, dass erst mit der nächsten Generation der Mercedes X-Klasse überlegt werden solle, ob sie sich auch auf den amerikanischen Markt schlagen könne. Doch nun hat man wohl auf die Analysten gehört, die Mercedes auch in den Staaten hohe Zuwachsraten prognostizieren. So möchte Volker Mornhinweg, Chef der Mercedes-Van-Abteilung, eine Einführung der Mercedes X-Klasse in den USA nicht mehr ausschließen und gibt an, dass man den Markt vor Ort genau beobachte. Da Mercedes zudem die berühmteste Nobelmarke der Autowelt ist, soll das neue Modell als Lifestyle- und Luxuslaster auch die Stadt erobern. "Wir öffnen und verändern das Segment der Midsize-Pickups – mit dem weltweit ersten, echten Premium-Pickup für den modernen, urbanen Lifestyle", sagt Van-Chef Volker Mornhinweg weiter. Seine Sparte lässt sich den Mercedes X-Klasse einen hohen dreistelligen Millionenbetrag kosten. "Das Auto ist ein Pickup ohne Kompromisse." Leiterrahmen, Sechszylindermotor mit hohem Drehmoment sowie permanenter Allradantrieb und eine Nutzlast von 1,1 Tonnen seien für ihn Pflicht, sagt Mornhinweg. "Als Kür bringen wir Sicherheit, Komfort, Agilität und expressives Design", umreißt er das Lastenheft des Mercedes X-Klasse. "Damit sprechen wir neue Kunden an, die bislang nicht an einen Pickup gedacht haben."

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Mercedes X-Klasse auf Genfer Autosalon 2017

So ganz konkret sind die Schwaben bei ihren Plänen zwar noch nicht, doch haben sie schon jetzt eine neue Letter aus der Buchstaben-Suppe gefischt und dem Kind einen Namen gegeben: X-Klasse. Außerdem zeigen sie mit gleich zwei Studien die beiden Extreme, zwischen denen sich die Mercedes X-Klasse (2017) bewegen soll. Der "stylish explorer" ist deshalb ein Luxuslaster in Lack und Leder, der das traditionelle SUV-Gesicht von Mercedes mit einem noch größeren Stern, noch stärker konturierter Haube und weit in die Kotflügel gezogenen Scheinwerfern neu interpretiert. Dazu gibt es außen an der Mercedes X-Klasse einen mattseidenen Effektlack, bullig ausgestellte Radhäuser über wuchtigen 22-Zöllern und Heckklappe mit eigenwillig umlaufender Rückleuchte und innen mehr Lack und Leder als in mancher C-Klasse. Für die wilde Welt steht der "powerful adventurer", mit dem die Mercedes X-Klasse zum Abenteurer wird und sich für Expeditionen weit abseits der Zivilisation bereit macht. Ballonreifen, massive Schutzplanken reihum, vorne Seilwinde und hinten Schlepphaken und dazu innen ein Ambiente wie in der Fünf-Sterne-Version der Camel Trophy – da erwacht das Fernweh!

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Die X-Klasse (2017) basiert auf Nissan-Pickup

Ganz alleine wagt sich Mercedes bei dem Pickup-Projekt jedoch nicht auf das neue Terrain. Die X-Klasse ist eines von zwei Dutzend Gemeinschaftsprojekten mit der Allianz von Renault und Nissan und basiert daher auf dem Navara. Auf der einen Seite ist das gut, schließlich ist der Navara millionenfach bewährt und Nissan einer der erfahrensten Anbieter in diesem Segment. Auf der anderen Seite hat Mercedes aber auch schon einmal auf die Mütze bekommen, als die Schwaben ein Allianz-Modell übernommen haben und aus dem Kangoo plötzlich ein Citan wurde. Nachdem damals Ambiente, Antrieb und Ausstattung allenfalls halbherzig auf Mercedes getrimmt wurden, haben die Schwaben ihre Lektion gelernt. Deshalb zeigt die Mercedes X-Klasse eine deutlich größere Eigenständigkeit. Das gilt für die Motorenpalette mit einem schwäbischen V6-Diesel für das Spitzenmodell wie für die Assistenzsysteme und das Innenleben der Studie. Nicht umsonst findet sich über dem Armaturenbrett der freistehende Monitor aus der V-Klasse, vor dem Armaturenbrett das Lenkrad aus der A-Klasse und im Armaturenbrett die Instrumententafel aus der C-Klasse.

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X-Klasse soll Fehler der Konkurrenz vermeiden

Selbst die Sitze der Mercedes X-Klasse haben die Schwaben geändert. Viel mehr als der Aschenbecher im Cupholder und die Schaltkulisse auf dem Mitteltunnel erinnern deshalb nicht mehr an die Nissan-Wurzeln. Zwar weiß Mercedes sehr wohl um das Risiko bei der Portfolio-Erweiterung, schließlich schürt der Blick nach Wolfsburg die Skepsis. Deren VW Amarok hat sich zumindest in Zentraleuropa lange nicht so breitgemacht, wie erhofft. Doch fußen die Schwaben ihre Zuversicht bei der X-Klasse nicht zuletzt auf die Erfahrung mit dem SUV: Als die Schwaben dort vor über 20 Jahren mit der M-Klasse eingestiegen sind, hat sich das Segment ebenfalls frisch gedreht. Aus den Matschmobilen sind Modemodelle geworden, die aus der Stadt nicht mehr wegzudenken sind.

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