Vergleich: Mercedes GLK Facelift 2012 trifft BMW X3 xDrive20d Echte Typen

05.07.2012
Inhalt
  1. DER GLK Facelift IST EIN ECHTER MERCEDES
  2. DER BMW X3 IST DAS GRÖSSERE Kompakt-SUV
  3. NEUER Mercedes GLK bietet KOMFORT UND DYNAMIK

Frisch modellgepflegt geht der Mercedes GLK 2012 in seine zweite Halbzeit – und trifft gleich auf den Münchner Bestseller BMW X3 xDrive20d

Kein Wunder, dass kompakte SUV so erfolgreich sind. Längst haben sie die ungehobelte Sperrigkeit ihrer Offroad-Vorfahren abgelegt, verbinden den Nutzwert eines Kombis mit den Vorteilen von komfortablem Einstieg und guter Übersicht, schaffen durch Allradantrieb Sicherheit bei Nässe und im Winter. Dabei müssen sie sich in Sachen Handling nicht verstecken, sicheres und spritziges Fahrverhalten gehört in dieser Klasse zum guten Ton.

 

DER GLK Facelift IST EIN ECHTER MERCEDES

Dass sich auch der Kraftstoff-Verbrauch dieser Charakterköpfe ohne jede Diskussion sehen lassen kann und ihre maßvollen Außenabmessungen auch nicht mehr sofort böse Protz-Kommentare provozieren, hat den Durchmarsch von BMW X3 und Co. natürlich weiter beschleunigt. Ohne ein wettbewerbsfähiges SUV in dieser Klasse im Programm braucht ein Autohersteller heutzutage also gar nicht erst anzutreten.

Nachdem Mercedes mit dem ML schon recht früh ein erfolgreiches Premium-SUV in der großen Klasse platziert hatte, dauerte der Schritt ins kompaktere Segment etwas länger – und der erst Ende 2008 vorgestellte GLK polarisierte aufgrund seines kantigen Designs dann auch noch gewaltig.

Erfolgreich war der GLK trotzdem, und nach mittlerweile vier Jahren stellt Mercedes nun einen modellgepflegten GLK vor, der schicker, sportlicher und noch hochwertiger sein soll, ohne die sympathische Urigkeit des Entwurfs von 2008 zu verwässern. Mercedes setzt also noch klarer auf Sicherheits-Features und die Premium-Rolle, die man der Marke mit dem Stern zuordnet. Diese Überarbeitung kommt gerade rechtzeitig, um den Durchmarsch von BMW im Segment etwas einzubremsen.

Die Münchner können den GLK mittlerweile allerdings mit einer Doppelspitze in die Zange nehmen – durch den kleinen X1 darf der eigentliche GLK-Konkurrent X3 eine halbe Schuhnummer größer ausfallen als der Mercedes. BMW bietet in der Serien-Ausstattung aber weniger Noblesse und Technik und schafft so im Vergleich ähnlicher Motorisierungen einen etwas günstigeren Einstiegspreis.

Der kann freilich mit zunehmendem Ausstattungsniveau, genau wie beim Mercedes GLK, in absurd wirkende Höhen getrieben werden. Auch den Antriebsstrang staffeln die beiden Kontrahenten etwas anders durch: Während beim X3 der 184 PS starke, allradgetriebene X3 xDrive20d absolute Basisversion ist, beginnt die GLK-Welt mit dem hinterradgetriebenen, 143 PS starken und 36 235 Euro teuren GLK 200 CDI. Auch der zwei- oder vierradgetriebene GLK 220 CDI mit 170 PS (38 378 Euro/42721 Euro) ist noch unterhalb des X3 20d positioniert.

Dieses Einstiegs-Territorium mit der Möglichkeit zum Verzicht auf Allradantrieb überlässt BMW dem X1. Über dem 20d ist bei BMW im Diesel-Sortiment dann viel Luft, erst mit dem wesentlich teureren und 258 PS starken Sechszylinder-Diesel geht es hier weiter nach oben. Der Vierzylinder-Diesel-X3 muss es sich also durchaus gefallen lassen, mit dem 204 PS starken GLK 250 CDI verglichen zu werden, der uns für eine erste Ausfahrt zur Verfügung stand.

 

DER BMW X3 IST DAS GRÖSSERE Kompakt-SUV

Mit Euro-6-Einstufung und einem EU-Verbrauch von rund sechs Litern/100 km ist der 250er angesichts seiner strammen Fahrleistungen eigentlich genau das, was der BMW X3 20d verspricht: effizient und dynamisch. Der X3 lässt, für sich betrachtet, aber kaum Ansatzpunkte für Kritik. Er ist ein souveräner und spritziger Kumpel, verbraucht weniger als der GLK und hat auch in Sachen Fahrspaß alle Lacher auf seiner Seite.

Der weiche Rundlauf des Mercedes-Motor hat gegenüber dem leicht kernigeren BMW-Diesel jedoch Vorteile, und da der GLK mehr Leistung und Drehmoment bietet, kann er sich durch die tendenziell noch lässigere Durchzugskraft und das besonders obenheraus hartnäckigere Sprintvermögen in Szene setzen.

Die kompaktere Karosserie des GLK bringt wenige Einschränkungen im Alltag mit sich. Wer also nicht das letzte Quäntchen Kofferraumvolumen oder Beinfreiheit im Fond benötigt, wird sich kaum über den GLK beschweren können. Sondern vielleicht eher seine Vorteile in engen Gassen und die bessere Übersicht schätzen. Der X3 ist größer, mit allen Vor- und Nachteilen.

Gegenüber der ersten GLK-Generation hat sich beim Neuen viel im Interieur getan. Die gewölbte Interieurleiste mit den großen, runden Belüftungs-Auslässen sieht wertig aus, und insgesamt wurde die Wertanmutung des GLK-Cockpits sichtbar gesteigert. Die Funktionalität liegt – wie beim X3 – auf sehr hohem Niveau.

Dass der Mercedes GLK nun mit den allerneuesten Errungenschaften in Sachen aktiver Sicherheit ausgestattet ist, macht seinen Mehrwert gegenüber dem X3 ebenfalls plausibel: Assistenzsysteme wie Presafe oder das innovative Offroad-Licht – beim Fahren im Gelände schieben sich die Scheinwerferlinsen nach vorn und leuchten weitwinklig strahlend möglichst viel Umgebung aus – kann der BMW X3 nicht bieten.

 

NEUER Mercedes GLK bietet KOMFORT UND DYNAMIK

Während der erste Wurf des GLK von der AUTO ZEITUNG in Vergleichstests immer wieder für sein sicheres, erstaunlich flinkes Handling gelobt wurde und der X3 derweil entgegen seiner sportlichen Markenpositionierung in Sachen Komfort punkten konnte, legt der überarbeitete Mercedes GLK nun für eine spannende Neuauflage des süddeutschen Duells nach: Das tolle Handling des kompakten Mercedes-SUV bleibt, der Komfort ist allerdings besonders auf kleinen Fahrbahnimpulsen spürbar besser geworden. Wir sind gespannt auf den ersten Vergleichstest.
Johannes Riegsinger

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die technischen Daten der SUV

TECHNIK
   

BMW X3 xDrive20d
MERCEDES GLK 250
CDI BLUETEC 4MATIC
Motor 4-Zylinder, 4-Ventiler,
Turbodiesel, Partikelfilter
4-Zylinder, 4-Ventiler,
Turbodiesel, Partikelfilter
Nockenwellenantrieb Kette Kette
Hubraum 1995 cm3 2143 cm3
Leistung bei 184 PS (135 kW) bei 4000/min 204 PS (150 kW)
bei 4200 /min
Max. Drehmoment bei 380 Newtonmeter Drehmoment bei
1750 bis 2750 /min
500 Nm bei
1600 bis 1800 /min
Getriebe 8-Stufen-Automatik (opt.) 7-Stufen-Automatik
Antrieb Allrad, permanent Allrad, permanent
Fahrwerk v.: McPherson-Federbeine,
Querlenker, Zugstreben,
Stabilisator;
h.: Mehrfachlenkerachse,
Federn, Dämpfer,
Stabilisator; DSC (ESP)
v.: McPherson-
Federbeine,
Dreifachlenker,
Stabilisator;
h.: Mehrfachlenkerachse,
Federn, Dämpfer,
Stabilisator; ESP
Bremsen rundum: innenbelüftete Scheiben;
ABS, Bremsassistent
rundum: innenbelüftete Scheiben;
ABS, Bremsassistent
Bereifung rundum: 225/60 R 17 rundum: 235/60 R 17 V
Felgen rundum: 7,5 x 17 rundum: 7,5 x 17
L/B/H 4648/1881/1661 mm 4536/1840/1669 mm
Radstand 2810 mm 2755 mm
Leergewicht /
Zuladung
1.725 kg / 590 kg 1.850 kg / 650 kg
Anhängelast, gebr./ungebr. 2.400 kg / 750 kg 2.400 kg / 750 kg
Kofferraumvol. 550 bis 1.600 l 450 bis 1.550 l
Abgasnorm Euro 5 Euro 6
Typklassen 20 HP/23 VK/24 TK 20 HP/25 VK/25 TK
FAHRLEISTUNG /
VERBRAUCH
   
0-100 km/h 8,5 s 8,0 s
Höchstgeschw. 210 km/h 210 km/h
EU-Verbrauch EU-Verbrauch 6,1 l D/100 km
KOSTEN
 
Grundpreis 42.100 Euro 46.142 Euro

AUTO ZEITUNG

Tags:
Zmarta Autokredit
Autokredit

Jetzt den günstigsten Autokredit finden

Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.