Neues Mercedes GLE Coupé (2015): Erste Fahrt GLE Coupé möchte polarisieren

von AUTO ZEITUNG 21.04.2017
Inhalt
  1. Neues Mercedes GLE Coupé (2015 mit Patzern
  2. GLE Coupé (2015) mit sportlichem Anspruch
  3. Neues GLE Coupé (2015) ist kein Kurvenfeger

Auch die Stuttgarter bieten ihr Oberklasse-SUV nun in schicker Coupé-Form an. Welche Stärken und Schwächen hat das neue Konzept? Erste Fahrt im neuen Mercedes GLE Coupé (2015)!

Mit dem neuen Mercedes GLE Coupé (2015) gibt es ein Déjà-Vu beim Mercedes-Händler: Denn aufgeschreckt vom Erfolg des BMW X6 entdecken die Schaben die Mode im Matsch und stellen dem GLE ein SUV-Coupé zur Seite. Wie alle Allradler aus Stuttgart in eine neue Nomenklatur gebracht, startet die schräge Nummer als neues Mercedes GLE Coupé (2015) und kostet mindestens 67.750 Euro. Ähnlich wie das Vorbild aus Bayern ist auch das GLE Coupé ein Auto, das auf den ersten Blick polarisiert. Denn während Mercedes von extremen Proportionen, von der flachen Kuppel über dem bulligen Körper, von der schnellen Dachlinie und dem kräftigen Heck schwärmt, fühlen sich Kritiker an eine Kreuzung aus Delfin und Buckelwal erinnert. Vor allem am breiten und hohen Heck des neuen Mercedes GLE Coupé (2015) werden sich deshalb die Geister scheiden.

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Neues Mercedes GLE Coupé (2015 mit Patzern

Über die Form kann man sich vielleicht noch streiten, doch bei der Funktion haben die Schwaben sich beim neuen Mercedes GLE Coupé (2015) ein paar ungewöhnliche Patzer erlaubt. Es wird sich niemand beschweren, dass er bei einem Coupé den Kopf einziehen muss, wenn er in den Fond steigt. Zumal es drinnen überraschend geräumig zugeht, wenn man unter dem Dachholm erst einmal wieder aufgetaucht ist. Aber weshalb man sein Gepäck auf dem Weg in den mit 650 bis 1720 Litern riesigen Kofferraum über eine Ladekante von der Höhe der Berliner Mauer wuchten muss, das wissen die Götter. Und die Entriegelung für die Heckklappe des neuen GLE Coupé (2015) hat Mercedes so gut versteckt, dass man sich vor dem Einladen schon mal mit einer Kniebeuge warm und sich dabei gleich noch die Finger schmutzig macht. Doch wer ein praktisches Auto will, der kann ja den normalen GLE kaufen, die ebenfalls aufgefrischt wurde. Da sieht zwar trotz des Facelifts nicht ganz so schnittig aus, bietet aber sichtlich mehr Platz für Kind und Kegel, kann auch ohne körperliche Ertüchtigung beladen werden und kostet bei vergleichbarer Motorisierung knapp 6.000 Euro weniger.

 

GLE Coupé (2015) mit sportlichem Anspruch

Mercedes feiert das neue GLE Coupé (2015) aber nicht nur als Schöngeist, sondern als Sportler unter den SUV und stützt diesen Anspruch gleich doppelt: Zum einen mit der Motorauswahl, die zum Start lediglich den GLE 350d mit 258 PS und den 333 PS starken GLE 400 umfasst und dann mit dem 450er und zwei 63ern gleich ins AMG-Lager wechselt und so von 367 bis 585 PS reicht. Und zum anderen mit einem aufwändig verfeinerten Fahrwerk: "Dynamic Select" heißt die Charakterregelung, die beim neuen Mercedes GLE Coupé (2015) in bis zu fünf Stufen zwischen Sänfte und Sportwagen wechselt und auf Wunsch auch noch mit einer mehrstufigen Luftfederung kombiniert werden kann. Dazu noch tiefer ausgeschnittene Sportsitze, die näher am Boden montiert sind und das kleinere Lenkrad – schon fühlt man sich tatsächlich wie in einem Sportwagen. Nirgendwo wird das deutlicher als im Mercedes-AMG GLE 63 S, der mit seinen 585 PS und bis zu 760 Newtonmeter selbst die knapp 2,5 Tonnen des Stahlgebirges vergessen macht. Während die Automatik mit kurzen, harten Schlägen die Gänge ins Getriebe prügelt und der V8 durch die großen Endrohre eine Fanfare von Lust und Leidenschaft bläst, stürmt der Bulle von Benz mit aller macht voran: Von 0 auf 100 in 4,2 Sekunden und so mühelos auf 250 km/h, dass da auch noch viel mehr drin ist. Nicht umsonst kann man beim neuen Mercedes GLE Coupé (2015) das Spitzentempo für knapp 1000 Euro auf 280 km/h anheben lassen. So sportlich jedenfalls war bislang kein anderes SUV aus Stuttgart.

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Neues GLE Coupé (2015) ist kein Kurvenfeger

Allerdings können auch die Ingenieure in Sindelfingen und Affalterbach die Physik nicht aushebeln und aus einem Koloss von GLE keinen Kurvenfeger machen. Je enger die Straßen und je kleiner die Radien, desto schwerer tut sich das neue Mercedes GLE Coupé (2015) deshalb und desto unruhiger wird sein Aufbau. Selbst wenn die Entwickler der Schwerkraft mit einer Wankstabilisierung ein Schnippchen schlagen wollen und der Allradantrieb seine Kraft noch flexibler verteilt. Wo das neue Mercedes GLE Coupé (2015) betont sportlich auftritt, positioniert sich der M-Klasse-Nachfolger auch als Sparer. Nicht umsonst reklamieren die Schwaben für den GLE einen Verbrauchsfortschritt von durchschnittlich 17 Prozent. Zwar hat es ein bisschen gedauert, bis Mercedes beim SUV auf den Coupé-Geschmack gekommen ist. Doch dafür ist es den Schwaben mit dem Schaulaufen im Schlamm jetzt um so ernster.

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