Mercedes G 63 AMG 6x6: Fahrbericht Im Gelände mit dem G 63 AMG

Eines der extremsten Mercedes G-Klasse-Modelle, der G 63 AMG 6x6, tobt sich in unserem Fahrbericht auf dem Hausberg des Entwicklungspartners Magna so richtig aus.

Für den Fall, dass Sie eventuell doch noch unter dem Sofa die obligatorische halbe Million Euro für den Mercedes G 63 AMG 6x6 gefunden haben: Vergessen Sie’s! Der teuerste Mercedes aller Zeiten ist längst ausverkauft. Und auf dem völlig überhitzten Gebrauchtwagenmarkt geht momentan unter 700.000 Euro überhaupt nichts – Tendenz steigend. Irgendwie ist ja auch klar, dass der martialische Dreiachser jenseits von Arabien höchstens als Spekulationsobjekt taugt. Man kann sich in diesem automobilen Terminator in deutschen Reihenhaussiedlungen nicht sehen lassen, ohne einen Menschenauflauf zu provozieren. Aber es wird auch ganz praktisch eng. Parkplätze? Bei fast sechs Meter Fahrzeuglänge komplett Fehlanzeige. Gelände gibt es zwischen Flensburg und Garmisch auch nicht ausreichend, um dem 544-PS-Brenner den notwendigen Auslauf zu verschaffen: Der 6x6 ist für Speed gebaut, knifflige Passagen oder nervenzerfetzende Trial-Fahrten sind einfach nicht sein Ding. Auf jedem deutschen Geländepark dürfte der lange Lulatsch wirken wie ein Kampfhubschrauber im Wohnzimmer. Um Kurven geht es auf Asphalt nur mit mörderischer Reibung – und auch das nur, weil die Entwickler die dritte Achse so lümmelweich aufgehängt haben, dass sie bei Kurvenfahrt quasi kalkuliert rubbeln kann. Mehr zum Thema: AMG auf Bugatti gestellt

Mercedes Modellpalette Sport bis 2016 (Video):

 

Der Mercedes G 63 AMG 6x6 frisst sich durchs Gelände

Der Mercedes G 63 AMG &x6 hat ADHS in seiner schlimmsten Ausprägung – sobald es nicht mit Attacke über medizinballgroßes Geröll, durch hüfttiefen Schmodder oder über himmelhohe Dünen geht, langweilt er sich einfach nur. Als Nebenprodukt einer Entwicklung fürs australische Militär entstanden, durften die G-Macher in Stuttgart und bei Magna in Graz einfach alles umsetzen, was teuer und verrückt war. Hier sollte kein modernes, gefeilt-gutes Auto entstehen, sondern ein Spielzeug-Dinosaurier: Für saftige Traktion lassen Gelände-Experten den Reifendruck gern auf knapp 0,5 bar ab: Mit so schlappen Gummis saugt sich der 6x6 regelrecht im Schlamm fest, und er surft nur so über tiefen Sand. Geschraubte Bedplate-Felgen klemmen die Reifen so fest, dass auch die 760 Newtonmeter des AMG-V8 keine Chance haben, hier etwas zu verrücken. Geht es dann zurück auf die Straße, pumpt ein Kompressor die riesigen Reifen innerhalb von 20 Sekunden wieder auf 1,8 bar hoch – an der Tankstelle um die Ecke bräuchte man für die sechs Reifen sonst gut zehn Minuten. Aber wie gesagt – das ist alles Geschichte, der 6x6 ein Kuriosum fürs Auto-Quartett.

Mehr zum Thema: G-Klasse (2017) Vorstellung

Technische Daten
Mercedes G 63 AMG 6x6
Motor V8-Zylinder, 4-Ventiler, Biturbo, Direkteinspritzung
Hubraum 5461 cm³
Leistung 400 kW/544 PS bei 5500 /min
Max. Drehmoment 760 Nm bei 2000 – 5000/min
Getriebe 7-Stufen-Automatik
Antrieb Allrad, permanent (6x6),
5 Differenzialsperren
L /B /H 5875/2110/2280 mm
Radstand 3120/1100 mm
Leergewicht 3775 kg
Kofferraum Ladefläche
0-100 km/h k.A.
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h
EU-Verbrauch k.A.
CO2-Ausstoß k.A.
Grundpreis ca. 400.000 Euro (ausverkauft)
Preis gebraucht bis zu 700.000 Euro

Tags:
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.