Mercedes E-Klasse Die kleine S-Klasse

05.02.2009

Das Jahr 2009 steht für Mercedes im Zeichen der E-Klasse. In Bezug auf Qualität, Komfort und Sicherheit soll der wichtigste Daimler Maßstäbe setzen

Wer sich aufmacht
zum Anekdoten-Sammeln rund ums Thema Mercedes E-Klasse, dem ist reiche Ernte gewiss. Man muss den E-Begriff natürlich weit fassen und ausblenden, dass die mittlere Mercedes-Baureihe der neueren Zeitrechnung noch gar kein großes „E“ auf dem Heckdeckel trug. Die Rede ist vom berühmten Ponton-Mercedes (W120) von 1953, dem ersten Benz mit selbsttragender Karosserie, den oft der ortsansässige Zahnarzt fuhr, bevor er sich eine 1961er Heckflosse (W110) zulegte. Die Rede ist vom guten alten „Strich-Acht“ (W114) von 1968. Erstaunlich, wie es dem 200er Diesel mit seinen feurigen 55 PS immer wieder gelang, ein 1,4-Tonnen-Auto von der Stelle zu bewegen. Ab 1976 bewies der W123, dass er mechanisch nicht kleinzukriegen war und dass Mercedes sehr wohl einen Kombi bauen kann. Viel später zeigte uns der 476 PS starke E 55 AMG seine Rückleuchten. Die Geschichten sind Legion. Sie handeln von Sicherheit, Komfort und Qualität. Auch deshalb nennt Mercedes-Vertriebs- und Marketingchef Klaus Maier die E-Klasse das „Herz von Mercedes-Benz“.

Im März wird die nächste Modellgeneration zum Händler rollen. Das Design des um sieben Zentimeter auf 4,93 Meter gewachsenen Oberklasse-Modells fügt sich nahtlos ein in die neue Kantigkeit, die bereits der Geländegänger GLK eindrucksvoll zur Schau stellt. Auffällig sind die Neu-Interpretation des Vier-Augen-Gesichts und die kraftvoll konturierten hinteren Kotflügel – eine Reminiszenz an den zitierten Ponton-Mercedes. Die Rückbesinnung ist mit Bedacht gewählt. Qualität, Zuverlässigkeit und Werterhalt sind historische Markenwerte der Schwaben, die in die Zeit passen – zumal der Einstieg in die E-Klasse mit rund 40000 Euro zu Buche schlägt.

Eine ganze Reihe von Sicherheitsausstattungen sind für die neue E-Klasse lieferbar. Dazu gehört die serienmäßige Müdigkeitserkennung ATTENTION ASSIST – ein adaptiver Fernlicht-Assistent, der mit Hilfe einer Kamera an der Frontscheibe andere Verkehrsteilnehmer erkennt und den Lichtkegel entsprechend ausrichtet. Hinzu kommen Systeme zur Überwachung des toten Winkels, ein Spurhalte-Assistent und der aus der S-Klasse bekannte Nachtsicht-Assistent.

Mehr Komfort und sehr sparsame Diesel

Der Fahrkomfort soll die Maßstäbe setzen. Aus der C-Klasse bekannt ist das serienmäßige
DIRECT CONTROL-Fahrwerk, dessen Stoßdämpfer sich der Fahrsituation automatisch anpassen. Gegen Aufpreis gibt es für die Sechszylinder-Modelle die weiterentwickelte Luftfederung AIRMATIC – sie ist im achtzylindrigen E 500 serienmäßig.

Besonderes Augenmerk legten die Entwickler auf die Motoren-Technik, denn die E-Klasse der Zukunft muss sparsam sein. Drei komplett neu entwickelte Vierzylinder-Diesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung nehmen Anlauf. Der intern als OM651 geführte, mit neuesten Piezo-Injektoren und Doppel-Turbolader bestückte Selbstzünder leistet im
E 200 CDI 135 PS, im E 220 CDI 170 PS und im E 250 CDI 204 PS. Letzterer liefert ein maximales Drehmoment von 500 Newtonmetern. Dabei soll er rund ein Viertel weniger Kraftstoff verbrauchen als der bisher eingesetzte leistungsähnliche Dreiliter-V6-Diesel. Demnach würde ein E 250 CDI mit 5,3 Litern pro 100 Kilometer auskommen – ein in Relation zur Fahrzeuggröße schlichtweg sensationeller Wert.

Als Top-Diesel rangiert der 231 PS starke E 350 CDI, der den E 320 CDI (224 PS) ablöst. Im Herbst kommt der besonders saubere, 211 PS starke E 350 BlueTEC hinzu, der bereits heute die erst für das Jahr 2014 geplante Abgasnorm Euro 6 erfüllen soll.

Neue 1,8-Liter-Benziner mit Direkteinspritzung
Das „Downsizing“, also die Hubraumverkleinerung bei gleicher oder sogar höherer Leistung, macht auch vor der E-Klasse nicht Halt. Ein neuer 1,8-Liter-Vierzylinder mit Turboaufladung und phasenverstellbaren Ein- und Auslassnockenwellen bildet die motorische Basis der Otto-Motoren-Palette. Der serienmäßig mit manuellem Sechsganggetriebe und Start-Stopp-Funktion gekoppelte Direkteinspritzer leistet als E 200 CGI 184 PS. Als E 250 CGI stehen 204 PS bereit. Darüber rangieren der bekannte 292 PS starke E 350 CGI und das V8-Topmodell E 500 mit 388 PS. AMG steuert den künftig 525 PS starken E 63 AMG bei. Die neue E-Klasse bietet also pralle Auswahl, die durch neue Varianten noch vielfältiger wird.

Im Mai kommt das Coupé zum Händler, im November folgen das Cabriolet und das T-Modell. Die ersten Erlkönig-Fotos sehen Sie hier. Stefan Miete

AUTO ZEITUNG

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