Vergleich Sportlimousinen: Mercedes E 63 AMG (212) vs. BMW M5 (F10) 2013 Sportsfreunde

01.03.2013
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mercedes legt bei den AMG-Modellen nach. Insbesondere der Allradantrieb des E 63 AMG S 4Matic soll die 585 PS und 800 Newtonmeter gewinnbringend im Duell gegen den dynamischen BMW M5 einbringen. Vergleichstest

Die Mercedes E-Klasse steht mit frischem Facelift ab März beim Händler. Am meisten profitiert von der intensiven optischen wie technischen Überarbeitung der E 63 AMG. Insbesondere die neue S-Variante mit Allradantrieb bringt Schwung in das ewige Duell zwischen der Top-E-Klasse und dem BMW M5. Denn der bis zu 800 Newtonmeter produzierende Schwabe nutzt als S 4Matic einen sportlich ausgerichteten Allradantrieb, um seine brachiale Leistung noch souveräner auf die Piste zu bringen. Wir haben den neuen Die ersten Bilder vom neuen Mercedes E 63 AMG direkt bei seiner Präsentation zu einem ersten Kräftemessen mit dem dynamischen BMW M5 gebeten.

 

Karosserie

Der Auftritt des neuen Stuttgarters ist beeindruckend. Die großen Nüstern der modifizierten Frontschürze sorgen nicht nur für optimale Anströmung der Kühler, sondern verschaffen ihm ein nachhaltiges Überholprestige. Dass Mercedes sich mit der neuen E-Klasse auf der Überholspur eingeordnet hat, drückt sich auch in der stark aufgewerteten Sicherheitsausstattung aus. Die präventive Crashsensorik, die bei BMW extra bezahlt werden muss, ist beim Stuttgarter ohnehin serienmäßig mit an Bord. In der neuen E-Klasse wurde sie zudem durch eine Überwachung des Folgeverkehrs erweitert. Der Bremsassistent Plus leitet über die Pre Safe Bremse eine automatische Notbremsung ein, wenn sich eine Person im Gefahrenbereich vor dem Fahrzeug befindet. Auch die Seitenairbags im Fond, die bei Mercedes 452 Euro kosten, gibt es für den M5 nicht. Einigkeit herrscht dagegen beim Platzangebot für Fahrer und Beifahrer – lediglich hinten gönnt der BMW M5 seinen Passagieren etwas mehr Bewegungsfreiheit. Zudem darf nur er einen Anhänger ziehen. Allerdings reicht das nicht für den Kapitelsieg. Diesen sichert sich der Mercedes E 63 AMG mit der im Detail feineren Verarbeitung und nicht zuletzt wegen seiner vorbildlichen Sicherheitsausstattung.

KarosserieMax. PunkteMercedes E 63 AMG S 4MATICBMW M5
Raumangebot vorn1008585
Raumangebot hinten1008485
Übersichtlichkeit703837
Bedienung/ Funktion1008083
Kofferraumvolumen1004643
Variabilität1001515
Zuladung/ Anhängelast802135
Sicherheit15011094
Qualität/ Verarbeitung200186184
Kapitelbewertung1000665661

 

Fahrkomfort

Trotz ihrer sportlichen Ausrichtung verwöhnen beide mit gutem Langstreckenkomfort. Der mit einstellbaren Dämpfern rundum und mit Luftfederung an der Hinterachse ausgestattete Mercedes E 63 AMG zeigt bereits ein gutes Ansprechverhalten und bleibt auch auf langen Bodenwellen wohltuend gelassen. Allerdings agieren die Federelemente des M5 mit adaptiven Dämpfern auf welligen Pisten noch feiner auf Unebenheiten. Sowohl der Mercedes als auch der BMW M5 überzeugen zudem mit guter Geräuschdämmung und dennoch fein arrangierten V8-Klangebenen. Die perfekt anliegenden Sitze runden hier wie dort den guten Komfort ab. Allerdings kosten die Multikontursitze im AMG 619 Euro Aufpreis.

FahrkomfortMax. PunkteMercedes E 63 AMG S 4MATICBMW M5
Sitzkomfort vorn150143143
Sitzkomfort hinten1008385
Ergonomie150120122
Innengeräusche503434
Geräuscheindruck1007878
Klimatisierung504141
Federung leer200132134
Federung beladen200130133
Kapitelbewertung1000761770

 

Motor und Getriebe

An der Leistung des V8-Biturbo von AMG gab es bisher nichts zu kritisieren. Lediglich die Übertragung der Kraft ausschließlich über die Hinterräder ließ insbesondere bei den starken Varianten Raum für Verbesserungen. Nun verteilt der für den AMG optimierte 4Matic-Allradantrieb die Kraft im Normalfall mit 30 Prozent nach vorn und 70 Prozent auf die Hinterachse. Das ist auch gut so, denn zwischen 1750 und 5000 Umdrehungen presst das Triebwerk der neuen S-Variante spontan 800 Nm in den Antriebsstrang. Resultat: Der Mercedes E 63 AMG S 4Matic schnellt wie von einem Katapult abgefeuert nach vorn. Nach 3,6 Sekunden erreicht er 100 km/h. Der heckgetriebene BMW benötigt 0,6 Sekunden länger für den Sprint. Zudem verbrennt der Biturbo des BMW M5 über einen Liter mehr Kraftstoff auf 100 Kilometern.

Motor und GetriebeMax. PunkteMercedes E 63 AMG S 4MATICBMW M5
Beschleunigung150146141
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150109111
Getriebeabstufung1009399
Kraftentfaltung504649
Laufkultur1008688
Verbrauch32511592
Reichweite2588
Kapitelbewertung1000603588

 

Fahrdynamik

Die Stärken des Top-5er liegen auf der Rennstrecke: Motor, Getriebe und Fahrwerk harmonieren perfekt, zudem verwöhnt der BMW M5 mit viel Rückmeldung. Im Grenzbereich lässt er sich spielerisch über Gaspedal und Bremse durch jede noch so anspruchsvolle Kurvenkombination zirkeln. Glasklar kündigt er sein Limit an, niemals hektisch und immer leicht kontrollierbar – ganz wie aus dem Bilderbuch.

Der Mercedes E 63 AMG hat mit dem Allradantrieb deutlich an Fahrbarkeit hinzugewonnen. Während die heckgetriebenen AMG-Modelle Mühe haben, die unbändige Kraft insbesondere aus engen Kehren heraus in Vortrieb umzusetzen, gelingt dem S 4Matic diese Übung problemlos. Zwar verliert er etwas von seinem bestechend präzisen Einlenkverhalten, gewinnt dafür aber enorm an Fahrsicherheit. Einmal darauf eingestellt, findet der Fahrer schnell den passenden Rhythmus und auf dem Rundkurs den Anschluss an den immer noch einen Wimpernschlag schnelleren M5. Der leidet bei starker Beanspruchung unter einem deutlich nachlassenden Druckpunkt der Bremsanlage. Die AMG Keramik-Karbon-Bremse (8271 Euro) zeigt sich hingegen äußerst standfest.

FahrdynamikMax. PunkteMercedes E 63 AMG S 4MATICBMW M5
Handling150102104
Slalom1006974
Lenkung1009093
Geradeauslauf504545
Bremsdosierung302620
Bremsweg kalt150102103
Bremsweg warm150117114
Traktion1008453
Fahrsicherheit150138133
Wendekreis2097
Kapitelbewertung1000782746

 

Umwelt und Kosten

Bereits der BMW M5 ist mit 103.300 Euro alles andere als ein günstiges Angebot. Der Mercedes E 63 AMG S 4Matic kostet noch einmal gut 15.000 Euro mehr, und ein paar Extras lassen die Summe schnell um einige weitere 10.000 Euro ansteigen. Trotz nur mäßiger Garantiebedingungen bietet daher unterm Strich der günstigere BMW die bessere Kostenbilanz. 

Kosten/UmweltMax. PunkteMercedes E 63 AMG S 4MATICBMW M5
Bewerteter Preis6753245
Wertverlust5023
Ausstattung252525
Multimedia503333
Garantie/Gewährleistung502820
Werkstattkosten201012
Steuer1067
Versicherung401218
Kraftstoff551815
Emissionswerte252122
Kapitelbewertung1000187200

 

Fazit

Der neue Mercedes E 63 AMG kann das ewige Duell gegen den BMW M5 als allradgetriebene S 4Matic-Version dieses Mal klar für sich entscheiden. Der Traktionsgewinn geht nur geringfügig zu Lasten der Lenkpräzision. Maßstäbe setzt die überarbeitete E-Klasse außerdem bei der Sicherheitsausstattung. Der günstigere BMW M5 begeistert nach wie vor mit seinem sehr feinfühligen Handling und seinem guten Komfort.

Gesamtbewertung

Max. PunkteMercedes E 63 AMG S 4MATICBMW M5
Summe500029982965
Platzierung12

Tags:
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