Mercedes E 220 d 4Matic All-Terrain: Test SUV oder Kombi? All-Terrain!

von Jürgen Voigt 17.08.2017

Wir testen das höhergelegte E-Klasse T-Modell, das Mercedes All-Terrain nennt und damit die Lücke zwischen SUV und Kombi füllt. Liegt der All-Terrain genial im Trend oder eher daneben?

Der erste Eindruck entscheidet. Und mit dem dürfte so mancher eingefleischte E-Klasse-Kunde angesichts des neuen Mercedes E 220 d 4Matic All-Terrain vielleicht ein Problem haben. Zum Teil aufgesetzt wirkende Kunststoffapplikationen und die höhergelegte Statur nehmen diesem T-Modell viel von seiner gewohnten Eleganz und rücken es eher in die Ecke der rustikalen SUV. Dahinter steckt jedoch auch technische Substanz. Den All-Terrain gibt es zunächst nur mit dem topmodernen 194-PS-Vierzylinder-Turbodiesel in Verbindung mit Allradantrieb, Neunstufen-Automatik, 19-Zoll-Rädern und dem Luftfederfahrwerk Air Body Control einschließlich adaptiver Dämpfer. Das schlägt sich auch in der Preisgestaltung nieder: Mit 58.102 Euro überflügelt der All-Terrain sowohl ein gestandenes SUV wie den Mercedes GLE 250 d 4Matic als auch ein mit Air Body Control und 19-Zöllern aufgerüstetes E 220 d T-Modell um etwa 1000 Euro. Dafür bewältigt der All-Terrain auch ausgetretene Pfade, die man einer Standard-E-Klasse so nicht zumuten möchte. Hilfreich ist hier der bis 35 km/h aktivierbare All-Terrain-Modus, in dem die Bodenfreiheit nochmals um 20 mm erhöht wird.

Neuheiten Mercedes E-Klasse All-Terrain (2016)
Mercedes E-Klasse All-Terrain (2016): Preis  

Preis für Allrad-E-Klasse bekannt

Die Mercedes E-Klasse All-Terrain im Video:

 
 

Test: Mercedes E 220 d 4Matic All-Terrain

Doch das Alltagsleben wird sich meist auf dem Asphalt abspielen. Dafür bringt die luftgefederte E-Klasse gewohnt gute Voraussetzungen mit, etwa das sanfte Ansprechen der Federung. Trotz der üppigen 19-Zoll-Räder verarbeitet das T-Modell nahezu jede Art von Unebenheiten völlig unbeeindruckt. Unruhe kommt nur selten auf, und wenn, dann rührt dies eher von der etwas ruckhaft zurückschaltenden Automatik, zum Beispiel beim Heranrollen an eine rote Ampel. Ansonsten macht sich der sparsame Vierzylinder-Diesel (Testverbrauch 6,8 l/100 km) erstaunlich gut im immerhin über 1,9 Tonnen schweren Testwagen. Dank des Drehmoments von maximal 400 Nm rennt der Schwabe leichtfüßig in 8,3 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht bis zu 232 km/h. Auch sonst fühlt sich die rustikale E-Klasse keineswegs schwerfällig an, was nicht zuletzt an der genügend direkten Lenkung sowie an den leistungsstarken Bremsen liegt. Seine Stärken spielt der All-Terrain auf der Langstrecke aus. Hier punktet er mit fürstlichem Raumangebot und einem variablen Laderaum, der bis zu 1820 Liter fasst.

 

All-Terrain mit guten Eigenschaften auf Asphalt

Typisch E-Klasse ist auch die fast lückenlose Verfügbarkeit an Assistenz-und Komfortextras, was den Preis aber nochmal beträchtlich in die Höhe treiben kann. Nur im Geräuschkomfort zeigt der All- Terrain Schwächen und gibt ab etwa 200 km/h unschöne Windgeräusche von sich. Zumindest aerodynamisch scheint sich somit das grobmaschige Design nicht so recht in das Komfort-Konzept einer E-Klasse einzufügen.

Technische DatenMercedes E 220 d 4Matic All-Terrain
Motor4/4, Turbodiesel
Hubraum1950 ccm
Leistung194 PS
Maximales Drehmoment400 Nm
Getriebe9-Stufen-Automatik
AntriebAllrad, permanent
0-100 km/h8,3 s
Höchstgeschwindigkeit232 km/h
Leergewicht1927 kg
L/B/H in mm4947/1861/1497
Kofferraum640-1820 l
Testverbrauch6,8 l D/100 km
Grundpreis58.102 Euro

von Jürgen Voigt von Jürgen Voigt
Unser Fazit

Rein sachlich betrachtet macht der All-Terrain fast alles richtig und damit die meisten SUV überflüssig. Doch vermutlich werden das nur wenige Kunden würdigen, denn der wuchtig Auftritt eines SUV sowie die beliebte hohe Sitzposition fehlen dem All-Terrain, und günstiger als ein GLE ist er auch nicht.

Tags:

Wirkaufendeinauto

So verkauft man Autos heute!

Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.