Mercedes und Porsche im Sportlimousinen-Test Porsche Panamera Turbo S und Mercedes CLS 63 AMG

07.09.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Der neue Porsche Panamera Turbo S presst 550 PS und bis zu 800 Newtonmeter durch den Antriebsstrang. Erster Vergleich mit dem Mercedes CLS 63 AMG mit Performance Package

Porsche Panamera Turbo: Schon diese Modellbezeichnung sagt eigentlich alles – purer Luxus und Leistung im Überfluss. Was in diesem Fall 500 PS und 700 Newtonmeter bedeutet. Mit dem kleinen Zusatz S bekommt das Ganze aber noch mehr Würze – 50 hochgradig explosive PS extra und ein nochmal um 50 Newtonmeter druckvolleres Drehmoment sorgen für verschärfte Bedingungen.

Während BMW und Audi mit den Nachfolgern von M5 und RS 6 noch nicht nachgezogen haben, hat Mercedes die passende Antwort auf den Turbo S bereits im umfangreichen Modellprogramm. Mit 557 PS und 800 Newtonmetern liegt der Mercedes CLS 63 AMG mit dem leistungssteigernden Performance Package auf Augenhöhe mit dem Stuttgarter Nachbarn. Nur: Während die Kraft beim Panamera Turbo S über alle vier Räder auf den Asphalt gelangt, setzt Mercedes beim CLS 63 AMG auf klassischen Heckantrieb. Welche Limousine verbindet Luxus und Sportlichkeit besser miteinander?

 

Karosserie

Weder der Panamera mit seinem Schrägheck, noch der CLS mit seiner extrem niedrigen Dachlinie im Coupé-Stil geht als klassische Limousine durch. Trotzdem punktet der Porsche mit Platz und Variabilität. Vor allem im Fond genießen die Insassen des Panamera reichlich Bewegungsfreiheit und exzellenten Sitzkomfort. Kleine Türen und eine deutlich geringere Kopffreiheit sorgen im CLS dagegen bei den Gästen auf Reihe zwei für Verdruss. Praktische Vorteile bietet zudem die große Heckklappe des Panamera. Zwar lässt sich auch die Rückbank des CLS vorklappen, große Gegenstände passen in ihn aber nicht hinein.

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Typisch Mercedes ist die nahezu vollständige Sicherheitsausstattung – manche Extras sind allerdings aufpreispflichtig. Eine Fußgängererkennung mit Notbremsfunktion oder eine aktive Verkehrsschilderkennung gibt es zum Beispiel für den Porsche noch nicht.

KarosserieMax. PunktePorsche Panamera Turbo SMercedes CLS 63 AMG
Raumangebot vorn1009084
Raumangebot hinten1008075
Übersichtlichkeit704650
Bedienung/ Funktion1008285
Kofferraumvolumen1003943
Variabilität1004015
Zuladung/ Anhängelast804128
Sicherheit150113129
Qualität/ Verarbeitung200183186
Kapitelbewertung1000714695

 

Fahrkomfort

Wie gut die Fahrwerksabstimmung des Porsche Panamera Turbo S gelungen ist, zeigt nicht nur die beeindruckende Vorstellung auf dem Handlingparcours, sondern auch das sanfte Überfahren schlechter Pisten. Eine sportliche Note ist zwar beim Turbo S zu erkennen, dennoch gleicht er Unebenheiten mit feinem Ansprechverhalten und gutem Federungskomfort spürbar ruhiger aus als der CLS. Beide verfügen zwar über eine Luftfederung (CLS nur hinten) mit adaptiven Dämpfern. Die Grundabstimmung beim Mercedes ist aber spürbar härter gewählt als beim Panamera, wodurch Querfugen und hervorstehende Kanten stärker zu den Insassen durchdringen und lautere Fahrwerksgeräusche erzeugen.

FahrkomfortMax. PunktePorsche Panamera Turbo SMercedes CLS 63 AMG
Sitzkomfort vorn150137143
Sitzkomfort hinten1008578
Ergonomie150111118
Innengeräusche503635
Geräuscheindruck1008076
Klimatisierung504747
Federung leer200135130
Federung beladen200135125
Kapitelbewertung1000766752

 

Motor und Getriebe

Schon auf den ersten Metern wird klar: Beide Triebwerke liefern Kraft im Überfluss. Die Art und Weise, wie sie ihre Leistung darbieten, könnte jedoch unterschiedlicher nicht sein. Nein, es ist nicht der Mercedes, der seine 557 PS ganz markentypisch leise ohne wildes Getöse vornehm in Vortrieb auf Sportwagenniveau präsentiert. AMG heißt auffallen, und das ist beim Mercedes CLS 63 AMG zu 100 Prozent der Fall. Schon mit Standgas brodelt und blubbert es aus den vier Endrohren wie bei einem zum Bersten angestauten Vulkan. Ein Tritt aufs Gaspedal, und der 5,5-Liter-V8-Biturbo entlädt sich in einer hämmernden und dumpf grollenden Eruption, die alle Zaungäste in Schockstarre versetzt. Die Siebengang-Automatik mit nasser Anfahrkupplung koppelt Motor und Getriebe ohne langes Zögern und wechselt die Gänge blitzschnell auf dem Niveau eines Doppelkupplungsgetriebes. Weißer Rauch presst sich aus den Radkästen, und schon nach 4,5 Sekunden schießt die Tachonadel über die 100-km/h-Marke, Tempo 200 fällt nach 15,3 Sekunden – eine imposante Vorstellung.

Mit eher akustischer Zurückhaltung absolviert der Porsche die Sprintwertung. Wie von einem Katapult abgefeuert schießt der Porsche Turbo S ohne fühlbaren Schlupf nach vorn. Kein weißer Rauch dringt aus den Radkästen, kein Wimmern der Räder ist zu hören – 100 Prozent Traktion. Ganze 0,7 Sekunden früher erreicht der Porsche Tempo 100. Darüber machen die beiden Turbolader dann nochmal richtig Druck in den acht Zylindern. Bis 200 km/h baut der Panamera seinen Vorsprung deutlich auf drei Sekunden aus. Das im Stop-and-go-Betrieb etwas rupfende Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe arbeitet am Drehzahllimit perfekt – Antriebstechnik par excellence.

Beide Direkteinspritzer-Biturbos sind mit einem verbrauchsreduzierenden Start-Stopp-System verbunden. Die Messungen zeigen: Unterm Strich arbeitet der Antrieb des Mercedes deutlich effizienter. Auf 100 km verbrennt der CLS 13,8 Liter Super Plus, während der 140 kg schwerere Panamera 1,8 Liter mehr verfeuert.

Motor und GetriebeMax. PunktePorsche Panamera Turbo SMercedes CLS 63 AMG
Beschleunigung150148143
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150132109
Getriebeabstufung1009999
Kraftentfaltung505050
Laufkultur1009084
Verbrauch32585119
Reichweite25118
Kapitelbewertung1000615612

 

Fahrdynamik

Auch auf der Handlingstrecke profitiert der Panamera Turbo S von seiner harmonischen, fein zu dosierenden Antriebseinheit – gepaart mit der gekonnt ausbalancierten Gewichtsverteilung und der sensiblen Abstimmung des Fahrwerks eine absolute Demonstration bester Automobilbaukunst. Der Porsche folgt Lenkbefehlen mit absolutem Gehorsam, ohne hektisch zu werden. Trotz des Allradantriebs drängt sein Heck im Grenzbereich leicht nach außen – das ist dank der vier angetriebenen Räder aber spielerisch zu kontrollieren. Der Porsche verzeiht kleine Fahrfehler und durchfährt die Lichtschranke fast zwei Sekunden vor dem CLS.

Der Hecktriebler von AMG verlangt erheblich mehr Fingerspitzengefühl. Der gekonnte Umgang mit dem extrem willigen Einlenkverhalten und dem enormen Drehmoments an der Hinterachse beim Herausbeschleunigen will gelernt sein. Dann jedoch eröffnet der Mercedes CLS 63 AMG bei abgeschaltetem ESP die ganze Pracht eines Hecktrieblers. Wer ihn perfekt auf der Ideallinie platziert, wird mit atemberaubenden Kurvengeschwindigkeiten belohnt. Schickt der Gasfuß einen Hauch zu viel Leistung an die Hinterachse, ist ein herrliches Übersteuern nicht zu verhindern. Wie der Panamera verfügt auch der CLS über ein optionales Hinterachs-Sperrdifferenzial. Drifteinlagen lassen sich daher in Verbindung mit der sehr intensiv mit dem Fahrer kommunizierenden Lenkung perfekt in Szene setzen. Insgesamt ist es aber der Turbo S, der mit der spielerischen Beherrschbarkeit seiner 550 PS und der 800 Nm in der Overboostfunktion in dieser Klasse den Maßstab setzt – ergänzt durch exzellente Bremsen.

FahrdynamikMax. PunktePorsche Panamera Turbo SMercedes CLS 63 AMG
Handling150123114
Slalom1008173
Lenkung1009290
Geradeauslauf504645
Bremsdosierung302219
Bremsweg kalt150113101
Bremsweg warm150112110
Traktion1008555
Fahrsicherheit150142133
Wendekreis20814
Kapitelbewertung1000824754

 

Umwelt und Kosten

Porsche lässt sich Extras teuer bezahlen. Dennoch ist der Aufpreis für die aufgewertete und 50 PS stärkere S-Version von fast 30.000 Euro üppig. Da wirkt das Performance Package mit 32 zusätzlichen PS beim ohnehin über 40.000 Euro günstigeren CLS 63 AMG mit 7735 Euro knallhart kalkuliert. Selbst zahlungskräftige Kunden dürften jetzt ins Grübeln geraten. Zudem überzeugt der Mercedes mit besseren Garantiebedingungen und niedrigeren Kraftstoffkosten.

Kosten/UmweltMax. PunktePorsche Panamera Turbo SMercedes CLS 63 AMG
Bewerteter Preis675325
Wertverlust5002
Ausstattung252514
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung501827
Werkstattkosten201210
Steuer1067
Versicherung4044
Kraftstoff551319
Emissionswerte258285
Kapitelbewertung1000163193

 

Fazit

Der Porsche Panamera Turbo S gewinnt den Vergleichstest gegen den Mercedes CLS 63 AMG – er ist der bessere Allrounder: Die größere Karosserie, der angenehmere Komfort, der gelungene Antriebsstrang mit exzellentem Allradsystem und das harmonischere Handling geben den Ausschlag. Kaum ein anderer Mercedes ist so kompromisslos auf Dynamik ausgelegt wie der CLS 63 AMG mit leistungssteigerndem Performance Package. Wer einen SLS für vier Personen sucht, hat ihn hier gefunden.

Gesamtbewertung

Max. PunktePorsche Panamera Turbo SMercedes CLS 63 AMG
Summe500030823006
Platzierung12

Tags:
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