Mercedes C-Klasse T-Modell, VW Passat Variant und BMW 3er Touring Drei neue Super-Kombis

24.06.2014
Inhalt
  1. Mercedes C-Klasse T-Modell 2014: sportlich-elegante Form
  2. VW Passat Variant: mehr Platz und viel Fahrkomfort
  3. BMW 3er Touring: Fahrfreude mit Motoren von 116 bis 313 PS

Egal, ob Familien-Freund oder Business-Modell, diese Kombis sind wahre Helden des Alltags: der noch geheime VW Passat Variant, der BMW 3er Touring und der Star der AMI in Leipzig, das neue Mercedes C-Klasse T-Modell. Ein  exklusiver Vergleich mit Zahlen, Daten und Fakten

Schaut man sich die weltweit auf Messen losgetretene Neuheiten-Lawine an, könnte man den Eindruck gewinnen, dass sich die Menschheit künftig ausschließlich in Geländewagen fortbewegen wird. Allradeln will er, der mobile Zeitgenosse, SUV möchte er fahren, am besten in einer viertürigen Coupé-Version. So scheint es. Doch keine Sorge, ganz so dick kommt es dann doch nicht. Eine klassische Karosserieform hält nämlich wacker dagegen, an der schon die Anfang des Jahrhunderts brandende Van-Welle abgetropft ist: der Kombinationskraftwagen.

 

Mercedes C-Klasse T-Modell 2014: sportlich-elegante Form

Ob T-Modell, Touring oder Variant – fast immer sind es die Kombis, die hierzulande den Löwenanteil der Zulassungen innerhalb einer Baureihe ausmachen. So wurden im vergangenen Jahr gut 50.000 Mercedes C-Klassen in Deutschland verkauft – zu gut zwei Dritteln T-Modelle. Erzkonkurrent BMW konnte im selben Zeitraum über 64.000 3er losschlagen, davon immerhin 61 Prozent Touring. Marktführer VW schickte 72.000 Passat auf die Straße – mit einem sagenhaften Variant-Anteil von 85 Prozent. Keine Frage, die praktischen Fünftürer sind in unseren Garagen die Superstars.

Bleiben wir bei den Sternen. Es war die Marke Mercedes, die im Jahr 1977 den kantigen Frachter salonfähig machte, der zuvor meist Arbeitsgerät für Handel und Handwerk war. Mit der fünftürigen Version der berühmten Baureihe W123 (T-Modell, intern S123) änderte sich alles. Als es den Kombi als Mercedes gab, ging es mit dieser Auto-Spezies bergauf.

Ende Mai stellten die Schwaben das T-Modell der neuen C-Klasse vor. Das Ergebnis: Fließende Formen, scharf gezogene Kanten auf den Flanken und eine gestreckte Motorhaube prägen den Auftritt. Die umlaufende Einfassung der Fenstergrafik aus poliertem Aluminium, die farblich darauf abgestimmte Dachreling und speziell der „Luxus-Grill“ mit dem klassisch auf der Haube montierten Stern signalisieren: Hier kommt ein Nobel-Kombi.

Analog zur neuen Limousine wuchs auch beim T-Modell der Radstand gegenüber dem Vorgänger um 80 auf 2840 mm. Mit seinen rund 4,70 Metern fällt der Fünftürer gut 15 Millimeter länger aus als das Limousinen-Pendant. Die Breite von 1,81 m ist identisch.

Der große Unterschied beginnt hinter den C-Säulen. Steckt der Kombi mit einem Standard-Stauvolumen von 490 Litern in etwa gleich viel weg wie die Stufenheck-Limousine (480 l), so offeriert er bei umgelegten Rücksitzlehnen 1510 Liter und damit rund zehn Liter mehr als das derzeit noch erhältliche Vorgänger-Modell.

In der Praxis weitaus wichtiger ist die gestiegene Variabilität. Wie auch bei der neuen Limousine ist das hintere Gestühl im Verhältnis 40 : 20 : 40 geteilt faltbar. Zum Transport längerer Gegenstände wie etwa Skier kann man beispielsweise den mittleren Teil vorklappen, während an den Seiten zwei vollwertige Sitzplätze erhalten bleiben. Bei der Limousine wird diese Dreiteilung mit 345 Euro extra berechnet, im neuen Kombi dürfte sie zum Serienumfang gehören. Genaue Preisangaben folgen erst zur Bestellfreigabe Ende Juni.

Praktisch: Die hinteren Rückenlehnen lassen sich elektrisch entriegeln – ein Knopfdruck genügt. Ähnlich wenig Mühe bereitet die Betätigung der Heckklappe, die gegen Aufpreis elektrisch öffnet und schließt („Easy-Pack“). Die  Erweiterung dieser Sonderausstattung ermöglicht eine berührungslose Bedienung der Schließautomatik per Fuß-Gestensteuerung am hinteren Stoßfänger.

Bis zur Markteinführung des neuen T-Modells am 13. September wird das Antriebsportfolioweiter ausgebaut: Die Turbo-Benziner: 1,6-Liter mit 156 PS, 2,0-Liter mit 184 und 211 PS sowie Dreiliter-V6-Turbo mit 333 PS. In Planung ist zudem ein Plug-in-Hybrid im neuen C 350 HYBRID, der den 211-PS-Benziner mit einem 68 PS kräftigen Elektromotor kombiniert.

Die Turbodiesel: 1,5-Liter mit 115 PS, 2,1-Liter mit 163, 170 und 204 PS. In Verbindung mit einem 27 PS starken E-Motor wird der stärkste Vierzylinder-Diesel zum C 300 BlueTEC HYBRID, der nur 3,8 Liter Diesel auf 100 km verbrauchen soll. Im September startet auch die erste Allradversion der neuen C-Klasse: der 204 PS starke C 250 BlueTEC 4MATIC.

Die Zahl schützender, entlastender oder komfortverbessernder Assistenzsysteme ist bei Mercedes traditionell hoch. In jeder C-Klasse ist beispielsweise der Collision Prevention Assist Plus verbaut, ein Kollisionswarner mit automatischer Bremskraftunterstützung. Dazu kommt der Kurvendynamik-Assistent, eine Zusatzfunktion des ESP. Für 1726 Euro extra gibt’s das LED Intelligent Light System mit variabler Lichtverteilung. Das neue Head-up-Display kostet 1278 Euro.

Ein dickes Sicherheitspaket beinhaltet das für 2499 Euro erhältliche Fahrassistenz-Paket Plus. Darin sind unter anderem der Abstandsregeltempomat  Distronic Plus samt Lenk-Assistent und Stop & Go-Pilot, die Presafe-Bremse sowie aktive Totwinkel- und Spurhalteassistenten enthalten. Der Kreuzungs-Assistent behält den Querverkehr im Auge.

Teile dieses Pakets können als Einzelpositionen bestellt werden. Für 1226 Euro gibt es das Park-Paket samt aktivem Parkassistenten, für 382 Euro mehr ist eine 360 Grad-Kamera dabei. Der Park-Assistent ermöglicht automatisches Einparken mit aktiven Lenk- und Bremseingriffen in Längs und Querparklücken. Wer mag, kann das C-Klasse T-Modell zu einer Art Miniatur-S-Klasse-Kombi aufrüsten.

Beispiele sind die in diesem Segment einzigartige Luftfederung (1416 Euro) oder die Klimaautomatik Thermotronic, die dank satellitengestützter Tunnelerkennung automatisch auf Umluftbetrieb wechselt, sobald der Mercedes die Einfahrt der Röhre erreicht. Und für allzeit gute Luft soll das Air-Balance-Paket sorgen – samt aufwändiger Luftfilterung, Ionisierung und Beduftung (399 Euro).

 

VW Passat Variant: mehr Platz und viel Fahrkomfort

Alles ganz toll, aber in die Edelrichtung mit Verwöhnaroma marschiert auch der Passat-Nachfolger. Die neue Modellreihe, die bei uns im November gleichzeitig als Limousine und Kombi Variant startet, kann alles besser als ihre Vorgänger – erstmals wird sie der Premium-Elite gefährlich, zeigen unsere exklusiven Informationen. Vorbild bei VW war nämlich die Oberklasse von BMW. Wolfsburger Motto: „Ein 5er zum volkstümlichen Preis.“

Tatsächlich wirkt der neue VW Passat Variant sehr schick und präsent. Er macht was her mit seinem massiven Quer-Grill und den noch schärferen Seitenlinien. Gegen Aufpreis strahlt er sogar mit LED-Hauptscheinwerfern (mit Kurvenlicht und adaptivem Fernlicht), das bietet der 3er Touring zum Beispiel nicht.

Seine Außenmaße ändern sich kaum, die Länge des Variant bleibt bei 4,77 Metern, die Höhe bei etwa 1,47 m. Aber typisch neuer modularer Querbaukasten (MQB): Der Radstand wächst stark um gut acht Zentimeter. Ergo gibt es im Fond nun Beinfreiheit wie in der Oberklasse (mehr als im 5er BMW!), und das Ladevolumen, bisher 603 bis maximal 1731 Liter, legt um einige Liter zu. Die Rücklehnen lassen sich offenbar nun auch hier im praktischen Verhältnis 40 : 20 : 40 geteilt umlegen.

Erstmals bietet der Passat auch eine Dreizonen-Klimaautomatik – getrennt für Fahrer, Beifahrer und die Fondpassagiere. Letztere bekommen nun sogar eine eigene Unterhaltungsshow. Sie können via WLAN ihre Tablet-Computer mit dem Auto vernetzen und dann bequem über eine spezielle App das Infotainmentprogrammsteuern. Und die Heckklappe des Variant öffnet sich jetzt nicht nur durch gezielte Fußbewegung (Näherungssensor) automatisch – sie schließt auch von allein, sobald man sich entfernt. Ideal, wenn man die Hände voller Einkaufstüten und den Schlüssel in der Hosentasche hat.

Neu im Cockpit ist das hinterm Lenkrad platzierte, 12,3 Zoll große Active Info Display, das (wie im neuen Audi TT) programmierbar ist. So können zum Beispiel Fahr- und Navi-Infos oder CD-Cover in die Grafik von Tacho und Drehzahlmesser integriert werden. Dieses Super-Display kostet in den einfachen Variant-Versionen extra, in den Topmodellen ist es Serie.

Generell offeriert der Passat völlig neue Infotainmentsysteme (wieder mittig platziert) mit 5,0, 6,5 und 8,0 Zoll großen Bildschirmen sowie vierfach besserer Auflösung. Smartphones können wie beim neuen Polo per Mirror Link eingebunden werden, übers Passat Car Net gibt es mobile Online-Dienste (z.B. Tankstellenpreise, Wetter, Nachrichten und Office-Funktionen) und sogar eine „Pendler App“ für die Planung von Ankunfts- und Abfahrtszeiten jenach aktueller Verkehrslage. Leichter und damit sparsamer wird das neue Passat-Modell übrigens auch – bis zu 84 Kilogramm ja nach Motorversion.

Ja, die neue Power. Immerhin neun Motoren sind schon gesetzt. Basisbenziner bleibt der 1,4-Liter-TSI in zwei Versionen – 125 und 150 PS. Darüber rangieren der 1,8-Liter mit 180 PS und der Zweiliter mit nun 220 PS (vorher 210). Topmodell wird der vierzylindrige Power-Zweiliter mit hier 280 PS. Wir kennen ihn aus dem Golf R. Nächste Überraschung: Es gibt keinen Sechszylinder mehr im Passat, das durstige Aggregat wird keiner vermissen. Oder?

Die Diesel beginnen wieder mit dem 1,6-Liter-TDI, dessen Leistung von 105 auf 120 PS steigt. Darüber rangieren die Zweiliter mit nun 150 und 190 PS. Neuer Vorzeige-Selbstzünder wird der von uns schon mehrfach angekündigte Zweiliter-Biturbo mit 240 PS und satten 500 Nm Drehmoment – generell in Kombination mit  Allradantrieb  und  Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Letzteren gibt es optional auch für den 1.4 TSI und den 190-PS-TDI.

Mit etwas Abstand folgt auch der erste sehr sparsame, dennoch über 200 km/h schnelle Plug-in-Hybrid des Passat, der rund 50 km weit rein elektrisch fahren soll. Angepeilter EU-Normverbrauch: unter 2,0 Litern. Hier sind wie beim Golf GTE der 150 PS starke 1,4-Liter-TSI und ein 102-PS-Elektromotor geschickt miteinander kombiniert. Die Systemleistung liegt bei sportlichen 204 PS.

Alles wird einfacher und sicherer, denn neue vernetzte Assistenzsysteme kommen an Bord, die meisten kosten aber extra. Fein ist zum Beispiel der neue 360-Grad-Rundumblick auf die Umgebungssituation (Area View) – man sieht auch versteckte Straßenpoller.

Per Trailer Assist wird das Rückwärtsrangieren mit Anhänger durch automatische Ansteuerung der elektro-mechanischen Servolenkung kinderleicht. Der neue Side Assist erkennt nicht nur nahende Fahrzeuge im toten Winkel, sondern beim Ausparken aus Lücken, die im rechten Winkel zur Fahrbahn liegen, auch Autos, die sich seitlich nähern, bevor der Fahrer sie sieht.

Und Freund Stauassistent ist nicht nur Abstandshalter und Stop-and-go-Manager, sondern hält den Passat zudem brav in der Mitte der Fahrbahn. Fehlt noch der Front Assist mit City-Notbremsfunktion: Er bremst bei Crashgefahr automatisch, auch für leichtsinnige Fußgänger.

 

BMW 3er Touring: Fahrfreude mit Motoren von 116 bis 313 PS

Gegen den Raumriesen Passat wirkt der schnittige 3er Touring, der seit September 2012 zu haben ist, fast zierlich. Er war schon immer mehr der Dynamiker für die Freude am sportlichen Fahren und nicht der Typ für sämtliche Hartschalenkoffer der Familie. Immerhin liegt er beim Ladevolumen mit 495 bis maximal 1500 l auf dem Niveau des Mercedes (zur Erinnerung: 490 bis 1510 l). Und er war hier der erste, bei dem sich die Rückbanklehnen im praktischen Verhältnis 40 : 20 : 40 umlegen ließen.

Seine Ladekante fällt mit 63 cm niedrig aus und hat eine Edelstahlblende. Die Heckklappe öffnet optional elektrisch (590 Euro/Paket „Komfortzugang“), hier lässt sich sogar die Heckscheibe für den Schnelleinwurf kleiner Gepäckstücke separat öffnen – das bieten Variant und T-Modell nicht. Und auch der 3er offeriert den händefreien Laderaum-Zugang: Die Heckklappe öffnet sich elektrisch per Fußbewegung. Besonders nett: die elektrisch ausschwenkende Hängerkupplung (in der C-Klasse mechanisch). Die Alu-Dachreling kostet 330 Euro extra, das Panoramadach 1500 Euro.

Die Motoren: Einsteiger ist der 316i-Benziner mit 136 PS (ab 31.100 Euro), Topbenziner der sechszylindrige 335i mit 306 Turbo-PS (46.200 Euro). Bei den Dieseln reicht das Spektrum vom 316d (33.300 Euro) mit 116 PS bis zu den 313-Biturbo-PS des 335d (52.050 Euro). Sparfuchs ist der 320d EfficientDynamics Edition, der im EU-Schnitt nur 4,3 Liter nimmt.

Alle 3er lassen sich mit der Achtstufen-Automatik (Steptronic) koppeln, die es jetzt auch mit vorausschauender Schaltstrategie gibt (z.B. automatisches Zurückschalten vor der Kurve, die das Navi sieht). Auch neu: Die geschwindigkeitsabhängige Lenkkraftunterstützung ist nun Serie. Allradantrieb ist ebenfalls zu haben – für 320i, 328i, 335i sowie 318d, 320d, 330d und 335d (hier inklusive).

Thema Hybrid? Derzeit gibt es nur die einfache Active Hybrid 3-Version der Limousine. Aber 2015 kommt mit dem Facelift der 3er-Reihe zudem ein an der Steckdose aufladbarer Plug-in-Hybrid (Vierzylinder-Benziner plus E-Motor) ins Spiel, der über 40 km elektrisch fährt – zuerst in der Limo, später auch im Touring.

Bei den Assistenzsystemen dürfte der Touring mit dem Facelift ebenfalls aufrüsten. Aktuell bietet er zum Beispiel Head-up-Display, Auffahrwarnung (bis 60 km/h Anbremsfunktion, darüber nur Warnung), Spurwechselwarnung (Lenkradvibration) und kamerabasierte Rundumsicht (Surround View). Das Navi hat maximal einen 8,8-Zoll-Schirm, es gibt optional eine TV-Funktion und ein mobiles Internetportal inklusive Mailzugriff und der Nutzung von Smartphone-Apps.

FAZIT

Das wird spannend, denn das neue T-Modell der Mercedes C-Klasse, der neue VW Passat und der 3er Touring von BMW begegnen sich auf Augenhöhe. Der Mercedes ist der Luxuriöse, der BMW der Dynamiker. Und der völlig neue Passat die große Überraschung, denn er wird viel verfeinerten Komfort und technologische Highlights zum günstigeren Preis bieten.

Wolfgang Eschment / Stefan Miete

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