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Mercedes C 63 AMG T-Modell

Finale Abstimmungsfahrt

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Sportliche Familienväter freuen sich auf den Januar 2008. Dann steht das Mercedes C63 AMG T-Modell bei den Händlern

Leider regnet es schon den ganzen Tag. Das drückt nicht nur aufs Gemüt und vermiest dem Fotografen die Lust an der Arbeit, es vereitelt auch wirklich schnelle Rundenzeiten auf der Nordschleife. 8:15 Minuten bis 8:18 Minuten - je nach Fahrer - sind drin - auf jeden Fall aber unter 8:20, schätzt Tobias Moers, Leiter Gesamtfahrzeug-Entwicklung bei AMG, die Zeitenhatz über die legendäre Nordschleife ein. Im Trockenen natürlich.

Moers sitzt neben mir im Auto und erklärt während der Fahrt, welche Komponenten in den letzten zwei bis drei Wochen hier am Ring noch den letzten Schliff bekommen haben. Die wahre Kunst am Ring ist die Gleichmäßigkeit, sagt er: Wichtig ist, dass unsere Fahrer nahe des Grenzbereichs nicht mit der Strecke beschäftigt sind, sondern sich voll aufs Auto konzentrieren. Denn bei den finalen Abstimmungsfahrten geht es um Feinarbeit: Feder-Dämpfer-Setups und Elasto-Kinematik-Elemente, die sich lediglich in Nuancen voneinander unterscheiden, werden auf dem gut 20 Kilometer langen Rundkurs sowie einer rund 16 Kilometer langen Landstraßen-Tour in der Umgebung der Rennstrecke letzten Tests unterzogen, um exakt jene Konfiguration herauszufiltern, die ein Optimum an Dynamik gewährleistet, ohne den Komfort unnötig zu beeinträchtigen.

Dabei gilt für das T-Modell, genau wie für die jüngst präsentierte AMG-Limousine auf C-Klasse-Basis, dass Sportlichkeit und Dynamik zum fairen Preis laut AMG im angepeilten Segment wichtiger sind als der Reisekomfort. Eine Strategie, mit der die BMW M GmbH seit Jahren erfolgreich den M3 positioniert. Auch der alte C 55 war auf dem Ring für eine Zeit von 8:22 Minuten gut, meint Moers, fügt aber hinzu, dass dies bloß niemand richtig wahrgenommen habe. Der C 63 sei in seinem Charakter wesentlich schärfer, betont der Entwicklungsleiter - und er hat recht. Dank einer eigenständigen Vorderachs-Konstruktion unterscheiden sich die AMG-Derivate der C-Klasse nachhaltig von den braven Serienmodellen und erlauben eine Kurvendynamik, die eher an Typen wie den SL 65 AMG oder den CLK 63 AMG Black Series erinnern als an den direkten Vorgänger des neuen Power-Kombis.

Dabei ist das T-Modell eine Winzigkeit komfortabler abgestimmt und untersteuert etwas mehr als die Limousine. Ziel sei es gewesen, dass der C 63 T selbst in Extremmanövern von versierten Fahrern beherrschbar bleibt, so Moers. Einlenkverhalten, Fahrzeugbalance, Rückmeldung - der Neue lässt selbst bei betont sportlicher Fahrweise keine Wünsche offen. Hinsichtlich der Motorleistung markiert er ohnehin die Referenz in seinem Segment: Sein vierventiliger V8 schöpft satte 457 PS (6800 min) aus einem Hubraum von immerhin gut 6,2 Litern und entwickelt ein maximales Drehmoment von gewaltigen 600 Nm bei 5000 /min. Allerdings zählt der V8 zur Gattung der Hochdrehzahl-Triebwerke und stellt die volle Power erst entsprechend spät zur Verfügung. Andererseits begeistert er mit seiner ausgeprägten Drehfreude und seinem bissigen Ansprechverhalten sowie einer sehr gleichmäßigen Leistungsentfaltung.

Die AMG Speedshift Plus 7G-Tronic getaufte Automatik besticht mit rasanten Gangwechseln, einem manuellen Schaltmodus und - neuerdings - einem automatisch geregeltem Zwischengas-Stoß beim Herunterschalten. Der reduziert nicht nur die Schleppmomente an der Hinterachse, sondern bringt auch den wahrhaft betörenden Klang des 63ers noch besser zur Geltung. Vom dumpfen Grollen bis zum heiseren Brüllen beherrscht der V8 alle Tonlagen, die Auto-Enthusiasten verzücken. Noch größer wird die Vorfreude, wenn Interessenten nach dem Preis fragen: 69853 Euro sind eine klare Kampfansage an die Rivalen aus dem Hause BMW und Audi. Martin Urbanke