Mercedes C 63 AMG Coupé im Fahrbericht Mercedes C 63 AMG Coupé

30.07.2011

Mit dem sagenhaften 6,2-Liter-Achtzylinder zaubert AMG aus dem neuen C-Klasse Coupé einen der wohl heißesten Sterne aller Zeiten. Ausflug mit 487 PS

Eckdaten
PS-kW457 PS (336 kW)
AntriebHinterrad, 7-Stufen-Automatik
0-100 km/h4.4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Preis72.590,00€

Auf dieses Automobil dürften einige schon sehnlichst gewartet haben. Denn C-Klasse-Fans, die ein echtes Coupé der Baureihe fahren wollten, mussten bislang einen CLK bestellen. Der basierte noch auf der alten Mercedes-Baureihe 203, die 2007 vom Markt verschwand. Nun endlich gibt es mit dem C Coupé einen echten zweitürigen Ableger der neuen C-Klasse – und in der AMG-Variante C 63 die wahre Alternative zum BMW M3 Coupé. Als jüngstes Pferd im AMG-Stall basiert der Neue technisch auf der modellgepflegten Limousine und ist mit 4,70 Meter ebenso lang, aber gut vier Zentimeter flacher. Im Cockpit findet sich der gleiche kantige Armaturenträger, der feststehende Mittelbildschirm und die neue Telematik-Generation samt Drehknopfbedienung in der Mittelkonsole.

HOHES SICHERHEITSNIVEAU DANK NEUESTER ASSISTENZSYSTEME
Auch sämtliche Sicherheits- und Assistenzsysteme der neuen C-Klasse sind an Bord und lassen sich per Lenkradbedienung über das Tacho-Display ein- oder ausschalten. In der Ausstattungsliste finden sich neben dem PreSafe-System Spurhalte- und Fernlichtassistent, Toter-Winkel-Überwachung sowie Müdigkeitswarner.

Den wird man hier jedoch kaum benötigen, denn im Mercedes C 63 AMG Coupé bleibt man garantiert hellwach. Der Grund dafür blubbert und grummelt unter der doppelt gewölbten Motorhaube: Ein gut 6,2 Liter großer V8, der weder den Auflagen des Downsizing verpflichtet war, noch das Doping eines Turboladers benötigt. Es ist jenes Aggregat, das auch den Flügeltürer SLS spektakulär befeuert – dort allerdings mit 571 PS.

Im C Coupé von AMG geht der Achtzylinder ähnlich vehement zur Sache, leistet hier standardmäßig 457 PS. Mit dem optionalen Performance Package (7116 Euro) sind es sogar 487 PS; bei 250 km/h wird aber weiterhin abgeriegelt. Dank des gigantischen Hubraums und eines Drehmoments von 600 Newtonmeter ist der C 63 bei jeder Drehzahl zu übermäßigem Antritt bereit. Absolut homogen entfaltet er seine Kraft und hängt stets so bissig am Gas, wie es Turbomotoren prinzipbedingt nicht gelingen kann. Dazu singt der unverschämt knackige und tief bollernde Sound eine Gänsehaut-Hymne an aussterbende großvolumige Saugmotoren: Der Mercedes C 63 AMG dürfte die letzte Premiere der Affalterbacher sein, die auf einen V8-Sauger ohne Direkteinspritzung zurückgreift. In CLS, S- und E-Klasse sind wegen der höheren Effizienz und besserer Emissionswerte 5,5- Liter-Achtzylinder mit Turboaufladung eingezogen.

SPORTFAHRWERK MIT BREITERER SPUR UND NEGATIVEM STURZ
Doch trotz aller Kraft kommt auch im C 63 die Vernunft nicht zu kurz. Wie bei der Limousine gibt AMG einen für die extreme Leistung akzeptablen Durchschnittsverbrauch von zwölf Liter an. Dafür ist vor allem die neue Siebengang-Automatik verantwortlich, die sich per Drehschalter in der Mittelkonsole auf die Bedürfnisse des Fahrers anpassen lässt. Im Alltagsverkehr sichert die Stellung C (Comfort) eine komfortbetonte, spritsparende Gasannahme und frühes, ultrasanftes Hochschalten. Wer es sportlicher mag, fährt auf S oder gar S+. Jetzt hängt der Antrieb willig am Gas, die Gänge wechseln blitzschnell, beim Herunterschalten sogar mit eindrucksvollem Zwischengas. Steht der Drehregler auf „M“, erfolgen Gangwechsel nur auf Befehl per Schaltpaddel hinter dem Lenkrad.

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Spätestens in dieser Einstellung kommt echtes Rennstrecken-Feeling auf – zumal die Lenkung zackig reagiert, das straffe Fahrwerk klare Rückmeldung gibt und die Sitze den Fahrer fest umschlingen. Das Fahrverhalten bleibt dabei auch im Grenzbereich absolut sicher. Wer zu schnell in die Kurve fährt, wird durch sanftes Schieben über die Vorderräder gewarnt. Das Heck mischt sich erst ein, wenn der Fuß auf dem Gaspedal nervös wird. Ein Lupfen oder Gasgeben in engen Kurven – dann macht sich das Hinterteil bemerkbar. Wer den ESP-Schalter kurz drückt (Sport Handling Mode), kann so auf abgesperrter Strecke leichte Drifts riskieren, ohne gleich vom Schleuderschutz gemaßregelt zu werden. Hält man den Taster etwas länger, erscheint im Tacho „ESP off“, und man fährt auf eigene Gefahr. Dann machen die rauchenden Hinterräder eindrucksvoll klar, welche enorme Kraft der V8 freisetzen kann.

Obwohl das Mercedes C 63 AMG Coupé mindestens 72.590 Euro kostet, ist es eine echte Versuchung: Ein Powerpaket dieser Art wird es vermutlich nie mehr geben.
Markus Schönfeld

Technische Daten
Motor 
ZylinderV8-Zylinder, 4-Ventiler
Hubraum6208
Leistung
kW/PS
1/Min

336/457
6800 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
600
5000 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe7-Stufen-Automatik
AntriebHinterrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete und gelochte Scheiben
h: innenbelüftete und gelochte Scheiben
Bereifungv: 235/40 R 18
h: 255/35 R 18
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1655
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)4.4
Höchstgeschwindigkeit (km/h)250
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch12l/100km (Super Plus)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)280

Tags:
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