Mercedes B-Klasse F-Cell im Einzeltest Mercedes B-Klasse F-Cell (Wasserstoff)

22.08.2011

Nach einem ganzen Tag mit dem Wasserstoff-Mercedes haben wir trotz vieler Kilometer keine Abgase produziert – nur ein bisschen Wasser

Eckdaten
PS-kW0 PS (null kW)
AntriebVorderrad, Direktübersetzung
0-100 km/hk.A.
Höchstgeschwindigkeit170 km/h
Preis44.851,00€

Mercedes kann sich glücklich schätzen, die A- und B-Klasse noch im Angebot zu haben. Nicht immer hatten die hochbauenden Kompaktautos einen leichten Stand im Hause Daimler. Die A-Klasse kratzte mit ihrem katastrophalen Elchtest schließlich schon vor 13 Jahren am Ruf des Sterns. Und die folgende serienmäßige Einführung des ESP verschlang Unmengen von Geld.

Heute freuen sich die Schwaben über mehr als 2,5 Millionen verkaufte Modelle und die Entwicklung der Sandwichbauweise. Denn der geräumige Unterboden bietet ein ideales Versteck für alternative Antriebstechnik.

Beim reichlich beklebten Mercedes B-Klasse F-Cell im Fahrbericht ist es kaum vorstellbar, dass unter der gewohnten Hülle einer B-Klasse ein hochkomplexes Wasserstoffauto steckt. Ohne die kleinste Einschränkung im Innenraum hat Mercedes im Unterboden einen Elektromotor mit sämtlichen Nebenaggregaten, einen Lithium- Ionen-Akku, eine Brennstoffzelle und drei Wasserstoff-Hochdrucktanks versteckt. Kofferraum und Interieur blieben völlig unangetastet. Gefahren wird der F-Cell wie ein Automatikauto. Einsteigen, Zündschlüssel drehen, Wählhebel auf D: fertig. Sobald man den Fuß von der Bremse nimmt, rollt die Fuhre los. Dabei hört man außer einem leisen Surren – wie in einer S-Bahn – rein gar nichts im Vorstellung: Mercedes B-Klasse F-Cell. Merkwürdig, wie nervtötend laut das Klacken des Blinkers ist. Auch beim Tritt aufs rechte Pedal bleibt es ruhig, nur das Surren steigt leicht an. Die Brennstoffzelle, die durch die Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff elektrische Energie erzeugt, arbeitet während der ganzen Fahrt unauffällig im Hintergrund. Sie lädt permanent den kleinen 1,4-kWh-Akku, der als Energiepuffer für die E-Maschine dient.

Unter der kurzen Haube der B-Klasse steckt ein 100 Kilowatt starker Elektromotor, der dank 290 Newtonmeter Drehmoment keine Mühe mit dem anderthalb Tonnen schweren Mercedes hat. In der Stadt wird man mit dem Wasserstoffrenner zum lautlosen Ampelschreck. Von null auf Tempo 100 geht es laut Mercedes in etwa zehn Sekunden. Und selbst auf Landstraßen hat man noch reichlich Reserven für ein zügiges Überholmanöver. Allerdings nehmen Abroll- und Windgeräusche ab 100 km/h stark zu. Die Soundkulisse bei schneller Fahrt unterscheidet sich kaum von der eines herkömmlichen Autos. Schluss ist erst bei 170 km/h, dann kommt die einfache Übersetzung des EAntriebs an ihre Grenzen.

Knapp 400 Kilometer am Stück kann man mit der Neue Mercedes bis 2014 fahren. Die normale Tankanzeige gibt Auskunft über den Füllstand. Bei 700 bar Systemdruck passen etwa vier Kilogramm Wasserstoff in die drei runden Flaschen unter der Rücksitzbank. Auf 100 Kilometern im Praxistest durch Stadt und Land verbrauchten wir etwa 1,25 Kilogramm. Wasserstoff- Tankstellen gibt es allerdings noch nicht so viele in Deutschland – etwa 60 sollen es bis 2011 werden. Findet man eine, so entpuppt sich das Tanken als reines Kinderspiel. Zapfpistole aufstecken und einrasten lassen, dann mit einem speziellen Schlüssel die Tankanlage einschalten und schließlich den Startknopf drücken. Der Rest passiert automatisch. Nach einer guten Minute ist der Vorrat aufgefüllt. Bezahlt wird wie bei herkömmlichem Treibstoff an der Kasse. Und wie bei herkömmlichem Treibstoff schwanken auch die Preise. Derzeit kostet ein Kilo Wasserstoff neun Euro. Damit ist die Fahrt nicht günstiger als mit einem Benzinauto. Allerdings haben wir die ganze Zeit tatsächlich kein einziges Gramm Kohlendioxid emittiert

Für Mercedes ist die Wasserstoffvariante nur eine Möglichkeit des alternativen Antriebs. In den Unterboden der B-Klasse passen jedenfalls ganz verschiedene Energiespeicher. So ist mit dem gleichen E-Motor auch ein reines Elektroauto denkbar, das statt Brennstoffzelle und Druckflaschen einen deutlich größeren Lithium-Ionen-Akku an Bord hat. Als dritte Lösung kann Mercedes auch einen kleinen Verbrenner als Range Extender einbauen, der zwar den Akku lädt, dafür aber wieder CO2 emittiert.
Markus Schönfeld

Technische Daten
Motor 
Zylinderk.A.
Hubraumk.A.
Leistung
kW/PS
1/Min

null/0
k.A.
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
null
k.A.
Kraftübertragung 
GetriebeDirektübersetzung
AntriebVorderrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 205/60 R 16 W
h: 205/60 R 16 W
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1500
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)170
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauchk.A.
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)0

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