Mercedes AMG GT/Porsche 911 Carrera S: Vergleichstest AMG GT will am 911 Carrera S vorbei

11.09.2015

Die Saugmotor-Ära bei Porsche geht zu Ende. Grund genug, einen der letzten turbolosen 911er zum Kräftemessen mit dem brandneuen Mercedes-AMG GT zu bitten.

Künftig kommt im Elfer, mit Ausnahme der GT3-Modelle, vor dem Durchladen der Gänge auf Autobahnen oder Rennstrecken das Aufladen der Brennräume mittels Turbolader. Ein klassischer Elfer wie der Carrera S dürfte deshalb in Fan-Kreisen in absehbarer Zeit Liebhaberstatus erreichen. Doch vorher muss er sich noch einmal bewähren. Quasi in seiner Auslaufrunde trifft er auf einen anderen Schwaben: den Mercedes AMG GT. Ein 4,0-Liter-V8-Biturbo, dessen Lader im „heißen Innen-V“ zwischen den Zylinderbänken sitzen, begleitet die AMG GT-Insassen mit einem satten V8-Brabbeln, das ein großvolumiger Ami-V8 nicht besser hinbekäme. Durch die Laderanordnung wird theoretisch ein schnelles Ansprechen der Turbos ermöglicht. Und in der Tat: Das klassische Turboloch füllt das Aggregat schon früh mit reichlich Drehmoment auf. Bei 1600 Touren liegen bereits die maximal 600 Nm Drehmoment an und reichen bis zur 5000 /min-Marke.

 

Mercedes-AMG GT: Duell mit dem Porsche 911 Carrera S

Folglich lebt der GT stets von Punch im Überfluss, was ihn per Race Start-Funktion seines Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes in nur 3,7 Sekunden auf Tempo 100 katapultiert. Damit ist er sogar schneller als die GT-S-Version (Messwert 3,8 Sekunden). 304 km/h sind maximal drin, das ist kaum schneller als der Carrera S (302 km/h). Bedeutsamer sind dagegen die 2,4 Sekunden bis zur 200-km/h-Marke, die der Mercedes dem Porsche abnimmt. Überhaupt ist der 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxer von gänzlich anderem Naturell. Per Launch Control, die  Bestandteil des Sport-Chrono-Pakets für 2023 Euro ist, beschleunigt er mit Hilfe seines famos abgestimmten Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes in 4,3 Sekunden auf Tempo 100, verfehlt damit die Werksangabe allerdings um 0,2 Sekunden. An der Tankstelle liegt der Porsche ganz klar vorn. Der AMG GT lenkt mit seiner feinfühligen Lenkung zackig ein, tendiert aber zum Untersteuern. Hier ist der 911 dank seiner exakten und eine Spur weniger Servounterstützung bietenden Lenkung im Vorteil, denn er nimmt spürbar mehr Geschwindigkeit mit in die Kurve hinein. Beide Sportler glänzen hier aber mit schier unglaublicher Haftung und Traktion.

Mercedes-AMG GT S im Vergleich: Lust auf noch mehr Leistung?

Beim Herausbeschleunigen profitiert der Mercedes von seiner Drehmoment-Übermacht, die allerdings dort, wo die Haftreibung in Gleitreibung übergeht, einen feinfühligen Gasfuß erfordert. Da ist der Porsche zahmer und lässt im Grenzbereich etwas mehr Spielraum zu. Im Ergebnis fühlt er sich leichtfüßiger an. Der Blick auf die Uhr zeigt: Der 62 PS schwächere Porsche verliert auf der Sprintstrecke des Nürburgring-GP-Kurses gegenüber dem AMG GT lediglich 0,3 Sekunden. Im Slalom deklassiert der 911 den AMG dagegen deutlich. Und beim Verzögern erarbeitet er sich mit einem Kaltbremswert von nur 32,1 m gegenüber dem Mercedes (34,2 m) einen guten Punktevorsprung. Unterwegs fällt der Porsche zudem bei langsamerem Tempo mit etwas lauteren Abrollgeräuschen als der Mercedes auf. Sänften sind die mit 19- (Mercedes) respektive 20-Zöllern bestückten Sportler trotz ihrer adaptiven Dämpfer nicht.

Mercedes-AMG GT vs. 911 Carrera S: Bildergalerie und weitere Infos

Mit großer Heckklappe und 350 Liter Kofferraum eignet sich der Mercedes-AMG GT auch mal für den Einkauf oder den Wochenendtrip. Der 911 stellt lediglich 135 Liter unter der vorderen Haube bereit. Porsche gibt noch 205 Liter Volumen als Ablage auf den Rücksitzen an, die wir allerdings nicht bewerten, da es kein Kofferraum im eigentlichen Sinn ist. Ansonsten gefällt der Porsche durch seine bessere Verarbeitung. Der Mercedes kontert mit schnellerer Telefonkopplung und etwas zügiger arbeitendem Navi. Kartendarstellung und Routenführung sind dagegen im 911 nicht immer optimal. Beide Kandidaten erfordern ein dickes Finanzpolster. Das gilt nicht nur für die Anschaffung, sondern auch für den Unterhalt. Der größte Posten ist die Wertminderung: Der Carrera S verliert binnen vier Jahren fast 57.000 Euro, der AMG GT sogar knapp 66.000.

Unser Fazit

Es war ein Duell auf Augenhöhe, das mit dem Sieg des Porsche 911 Carrera S endet. Der Elfer beweist eindrucksvoll, dass sein Heckmotor-Konzept alles andere als ausgereizt ist. Im direkten Vergleich mit dem Mercedes-AMG GT ist der leichtfüßige Zuffenhausener eindeutig das fahrdynamischere Auto. Gleichzeitig gibt er sich beim Kraftstoffkonsum klar zurückhaltender als sein Konkurrent und punktet sich auch im Federungskomfort nach vorn. Der Mercedes dagegen ist der beste Serien-Sportwagen, der je unter Stuttgarter Regie vom Band lief. Sein überaus klangstarker V8 beeindruckt mit einer tollen Performance und macht einen Großteil der Faszination des GT aus. Auch fahrdynamisch mischt der Mercedes-AMG absolut gesehen in der Supersportwagen-Liga vorn mit. Im Kostenkapitel glänzt er zudem mit dem umfangreicheren Multimedia-Angebot und einem günstigeren Testwagenpreis.

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