Neuer Mercedes-AMG C 63 S (2015): Erste Fahrt Auf sie mit Gebrüll!

von Johannes Riegsinger 08.05.2017

Der neue Mercedes-AMG C 63 S (2015) drängt mit Macht an die Spitze des Sportlimousinen-Segments. Ob es ihm gelingen kann, zeigt unsere erste Fahrt!

Es ist geschehen: Auch AMG, bisher Gralshüter der gepflegten V8-Kultur, ist vor dem Diktat des CO2-Zeitgeists eingeknickt und hat im neuen Mercedes-AMG C 63 (2015) den großvolumigen, frei ansaugenden 6,2-Liter-Big Block gegen einen Dreiliter-Biturbo-V6 eingetauscht. Große Enttäuschung! Und dann, mit jedem Kilometer auf kurvigen, portugiesischen Landstraßen mehr, die Erlösung: Der Neue fährt sich einfach sagenhaft leicht und mit Druck, sein voluminös fauchender Sechszylinder-Sound macht richtig Freude – vielleicht ist die schöne, neue Welt doch nicht so fürchterlich. Bei einer zufriedenen Pause dann der nächste Schock: Am Heck des Testwagens steht überhaupt nicht C 63, sondern C 450 AMG 4MATIC! – Rückzug an die Rennstrecke von Portimão und klärendes Gespräch mit der AMG-Mannschaft: Zwischen den C 63 und die Serienmodelle der neuen Mercedes C-Klasse wurde der C 450 AMG eingeschoben und der neue C 63 in zwei Modelle aufgetrennt: in ein 476 PS starkes Basismodell (76.100 Euro) sowie den 510 PS-Hammer Mercedes-AMG C 63 S (2015).

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Mercedes-AMG C 63 (2015): Preis  

Krawalliger C 63 mit bis zu 510 PS

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V8 im neuen Mercedes-AMG C 63 S (2015)

Und ja, der neue Mercedes-AMG C 63 (2015) wird auch in Zukunft mit V8 antreten: Unter der Motorhaube mit den fleischigen Powerdomes wummert der Vierliter-Biturbo-V8 aus dem GT, hier aber ohne die rennsportliche Trockensumpfschmierung und das Transaxle-Doppelkupplungsgetriebe. Schnelle Runde gefällig? Minuten später sitzen wir im neuen C 63 S (2015), dem neuen Topmodell der Reihe, und ahnen schon beim ersten Zündschlüsseldreh, weshalb AMG am V8 hängt wie ein Rottweiler am Postboten: Er klingt einfach irre. Verboten, lüstern, testosterontriefend. Dann alle Fahrdynamik-Programme auf Attacke, langsames Hinausrollen auf die Strecke – und Gaspedal ins Bodenblech. Der Mercedes-AMG C 63 S (2015) beschleunigt katapultartig, nach Sekunden segeln wir bereits durch die schnelle Doppel-Rechts am Ende der Start-Ziel-Geraden: Das Auto baut extrem hohe Querbeschleunigung auf, bleibt dann immer noch bestechend stabil, als wir die zuziehende Kuppen-Kurve anbremsen. Einlenken auf der letzten Rille, der S sticht ansatzlos in die Richtungsänderung – mit freundlichen Grüßen von den serienmäßigen dynamischen Motorlagern.

 

Exzellente Keramikbremsen im C 63 S

Runterschalten mit automatischem Zwischengas, böses V8-Husten, dann schießt sich der neue Mercedes-AMG C 63 (2015) über die Kuppe, wird am Scheitelpunkt ganz leicht. Laaange Gerade und am Ende ein 90-Grad-Haken: großer Auftritt für die optionale Keramik-Bremse (4998 €), die auch nach vielen Runden noch so saftig zubeißt wie zu Beginn der Jagd. Im wilden Geschlängel danach profitiert das S-Modell von seinem elektronisch geregelten Differenzial, besonders im Schiebebetrieb bleibt der Top-C 63 gut kontrollierbar und bestechend handlich. Quercheck mit dem Standard-C 63, der ohne dynamische Motorlager und mit rein mechanischem Differenzial unterwegs ist: spürbar weniger Traktion in kniffligen Situationen, etwas weniger Präzision. Beim schwungvollen Räubern auf der Landstraße hat aber auch er seinen Spaß. Ganz großes Kino.Konkurrenz für Audis S-Modelle und die M Peformance Linie von BMW: Auf Basis des Mercedes C 400 findet AMG zusätzliche Leistung, addiert Fahrwerkstechnik aus dem C 63 (2015) sowie dessen Optik – und heraus kommt ein begeisternder Einstiegs-AMG, der kaum Wünsche off en lässt: souveräner Dreiliter-V6-Biturbo, knackiger Sound, fahrdynamisch bis ins Mark.

von Johannes Riegsinger von Johannes Riegsinger
Unser Fazit

Der neue Mercedes C 63 AMG ist unverschämt unterhaltsam, sagenhaft schnell und sehr effizient. Als S-Modell nicht nur mit mehr Leistung, sondern noch mehr Kompetenz.

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