Mercedes A 200 CDI vs. GLA 200 CDI: Vergleichstest Zwei vom gleichen Schlag

03.08.2017
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor/Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. UMWELT/KOSTEN
  6. FAZIT
  7. Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

Dynamischer Kompakter oder höhergelegter Crossover mit SUV-Anleihen – welcher Mercedes ist die bessere A-Klasse? Diese Frage machen der A 200 CDI und der GLA 200 CDI unter sich aus

Die aktuelle dritte Generation der Mercedes A-Klasse hat einen entscheidenden Wandel mit sich gebracht. Die vanartigen Aufbauten der Vorgängermodelle waren mit einem Malpassé. Die A-Klasse präsentiert sich fortan erheblich sportlicher und jünger. Das gefi el nicht allen Kunden. Vor allem jenen nicht, die die praktischen Vorzüge der früheren Kompakt-Benz, etwa den bequemen Einstieg und die hohe Sitzposition, zu schätzen wussten.

Auch deshalb führte Mercedes Ende 2013 den GLA ein, der die dynamische Anmutung der herkömmlichen A-Klasse mit etwas mehr Nutzwert und Bequemlichkeit kombinieren sollte. Das Konzept ist aufgegangen, denn der kompakte Crossover verkauft sich seit der Markteinführung sehr gut. Doch welcher der beiden Brüder bietet das bessere Gesamtpaket?

Zum Vergleichstest treten der A 200 CDI und der GLA 200 CDI, jeweils mit Front-antrieb, Vierzylinder-Turbodiesel sowie Handschaltung, gegeneinander an.

 

Karosserie

Der GLA ist die praktischere A-Klasse

Die sportliche Linienführung der A-Klasse bringt einige Nachteile in Sachen Platzangebot mit sich. Dies bekommen vor allem diejenigen zu spüren, die sich durch die kleinen Türausschnitte ins Fondabteil mühen. Mitreisende in Reihe zwei müssen mit massiven Einschränkungen in der Kopffreiheit leben – das coupéhaft abfallende Dach fordert unmissverständlich seinen Tribut.

Genau hier liegt ein wesentlicher Vorteil der GLA-Karosserie: Durch die höher angelegte Dachlinie steht den Passagieren im Fond mehr Kopffreiheit zur Verfügung. Außerdem bekommen sie dank größerer Seitenscheiben mehr von der Umwelt mit, was dem Raumgefühl ebenfalls zuträglich ist.

Vorn bieten die beiden Kompakt-Sterne den gleichen Raum zur Entfaltung. Allerdings fällt dasEinsteigen in den GLA aufgrunddessen höherliegender Karosserie etwas leichter als es bei der A-Klasse der Fall ist. Weitere Pluspunkte auf seinen hauseigenen Konkurrenten sammelt der GLA durch sein voluminöseres Gepäckabteil, das durch die größere Ladeöffnung erheblich einfacher zu beladen ist.

Gerade das Einpacken von sperrigen Gütern fällt in der A-Klasse durch die schmale Ladeluke schwerer. Und auch in Sachen Variabilität hinkt der flachere Mercedes dem Crossover hinterher. Letzterer kann mit einem optionalen Laderaum-Paket (179 Euro, nur in Verbindung mit Sitzkomfort-Paket für 83 Euro) geordert werden.

Darin enthalten ist unter anderem ein umklappbarer Beifahrersitz, der beispielsweise als Tisch genutzt werden kann. Darüber hin-aus gehört eine in der Neigung einstellbare Lehne der Rückbank zum Umfang dieses praktischen Extras. Für beide gilt: Nur wenige andere Wettbewerber im Kompakt-Segment bieten eine derart große Auswahl an Sicherheitsfeatures und Assistenzsystemen.

Darunter Seitenairbags für die Fondpassagiere, vorausschauende Crashsensorik, Abstandsregeltempomat oder auch Spurhalteund Spurwechselassistenten. Allerdings kosten die meisten dieser Dinge Aufpreis.

Ein wirklich empfehlenswertes Extra ist indes der Einparkassistent für 803 Euro, der gleichzeitig eine Einparkhilfe für die Front und das Heck beinhaltet. Denn weder die A-Klasse noch der GLA tun sich durch eine sonderlich hoch entwickelte Übersichtlichkeit hervor – im Gegenteil.


Mercedes A 200 CDIMercedes GLA 200 CDI
136 PS136 PS
0-100 km/h in 8,7 s0-100 km/h in 10,2 s
VorderradantriebVorderradantrieb
Spitze 210 km/hSpitze 205 km/h
Grundpreis: 28.441 EuroGrundpreis: 32.130 Euro



 

Fahrkomfort

Der A 200 CDI ist straff und komfortabel zugleich

Den eigenen Anspruch der Marke Mercedes, Fahrzeuge mit überragendem Komfort zu bauen, erfüllt der A 200 CDI recht ordentlich. Seine Federung spricht auf kleinere Unebenheiten wie Kopfsteinpflaster sehr sensibel an. Und auch gröbere Vertiefungen, etwa Schlaglöcher oder abgesenkte Gullys, verarbeiten die Feder-/Dämpfereinheiten weitgehend mit großer Lässigkeit, ohne Stöße in die Karosserie zu leiten.

Gleichwohl ist das ausgewogene Set-up, das den A 200 satt auf der Straße liegen lässt, nicht zu weich geraten. Der GLA besitzt zwar grundsätzlich die gleichen Anlagen wie sein Verwandter, büßt aber aufgrund der größeren Räder etwas an Federungskomfort ein. Im Verbund mit den 18-Zöllern – der A 200 CDI bestreitet den Test mit 17-Zöllern – spricht der Crossover nicht ganz so sensibel auf Unzulänglichkeiten im Asphalt an.

Auf gröbere Unebenheiten reagiert er dazu leicht ruppig. Außerdem ist der GLA im Innenraum beim Fahren geringfügig lauter als der A 200 CDI. Dieser verfügt im Fall unseres Testwagens über das Style-Paket, das für 934 Euro unter anderem bequeme Sportsitze beinhaltet. Für breitere Zeitgenossen mögen sie zwar etwas schmal geschnitten sein, dafür bieten sie jedoch durch die angenehme Polsterung einen guten Langstreckenkomfort.

Letzteres lässt sich auch über die Sitze im GLA 200 CDI sagen, die allerdings mehr Seitenhalt offerieren dürften.

 

Motor/Getriebe

Der A 200 CDI beschleunigt vehementer

Beide kompakten Mercedes treten mit der gleichen Antriebseinheit – bestehend aus Turbodiesel und Sechsgang-Schaltgetriebe – an. Der leicht knurrige, 2,2 Liter große Vierzylinder leistet hier wie da 136 PS, wobei der A 200 CDI sein Leistungsplateau bereits bei 3200 Umdrehungen erreicht (GLA: 3400 /min).

Das maximale Drehmoment des Selbstzünders beträgt 300 Newtonmeter und steht bei beiden Modellen ab 1400 /min vollzählig zur Verfügung. Trotzdem hat der Motor mit dem A 200 CDI deutlich weniger Mühe als mit dem 77 Kilogramm schwereren GLA.

In der Beschleunigung aus dem Stand auf Landstraßentempo nimmt der konventionelle Kompakte seinem nahen Verwandten immerhin 1,5 Sekunden ab. Bis 160 km/h verliert der GLA sogar 2,5 Sekunden. Beim Verbrauch liegen die Kontrahenten hingegen so gut wie gleichauf, wobei der GLA mit durchschnittlich 6,3 Litern marginal weniger Kraftstoff im AUTO ZEITUNG-Testzyklus konsumiert als der A 200 CDI (6,4 Liter).



 

Fahrdynamik

Der A 200 CDI ist agiler und wendiger als der GLA

Das fahrdynamisch talentiertere Auto ist in diesem Vergleichstest eindeutig die A-Klasse. Dank ihrer im Vergleich zum GLA etwas direkteren und knackigeren Lenkung setzt sie Richtungsbefehle spontaner um. Zudem ermöglicht sie trotz schmalerer Bereifung höhere Kurvengeschwindigkeiten. Dementsprechend lässt sie ihrem Widersacher auf unserem anspruchsvollen Handlingkurs keine Chance und umrundet diesen exakt drei Sekunden schneller.

Typisch für Fahrzeuge der Marke Mercedes: Beide Wettstreiter geben sich in Sachen Fahrsicherheit keine Blöße. Das bedeutet, dass sie im Grenzbereich keinerlei Tücken an den Tag legen und sich als brave Untersteuerer zu erkennen geben.

Dazu passt, dass auf die gut dosierbaren Bremsen jederzeit Verlass ist. Allerdings kommt der A 200 CDI nach eine Vollbremsung aus 100 km/h mit kalten Stoppern einen glatten Meter vor dem GLA zum Stehen.

Einen weiteren fahrdynamischen Vorteil zieht die A-Klasse aus ihrem merklich kleineren Wendekreis. Mit knapp unter elf Metern ist sie deutlich wendiger als der GLA. Mit fast zwölf Metern ist der wiederum im engen Stadtgewimmel etwas unhandlich.

 


UMWELT/KOSTEN

Ein kostspieliges Duell absolut auf Augenhöhe

Die etwas höhere Sitzposition und die marginal bessere Grundausstattung lässt sich Mercedes teuer bezahlen. Knapp 3700 Euro ist der GLA 200 CDI in der Basis teurer als der A 200 CDI. In der testrelevanten Ausstattung, die Extras wie Sportsitze oder größere Reifendimensionen berücksichtigt, reduziert sich die Preisdifferenz auf 2815 Euro.

Deshalb verliert der GLA das Kostenkapitel – wenn auch nur knapp. Ansonsten liegen die beiden naturgemäß eng beieinander, selbst wenn der GLA 200 CDI in der Versicherung etwas ungünstiger eingestuft ist. Was die beiden Stuttgarter wiederum eint, ist die durchaus selbstbewusste Aufpreisgestaltung.

In den 60 (GLA) beziehungsweise 68 (A-Klasse) Seiten langen Preislisten der beiden Modelle gibt es genügend Anreize, weiteres Geld auszugeben – beispielsweise für ein schickes Panorama-Schiebedach, eine edle Lederausstattung oder das Infotainmentsystem Comand Online.



 

FAZIT

Der Mercedes GLA ist die praktischere A-Klasse. Das liegt zum größten Teil am besseren hinteren Raumangebot und am größeren Gepäckraum. Ältere Menschen werden sich dazu über den bequemeren Einstieg freuen. Dennoch kann sich der Crossover nicht gegen den Konkurrenten aus dem eigenen Stall durchsetzen.

Der günstigere A 200 CDI gewinnt diesen Test dank einer für ihn typischen Eigenschaft: Er ist das erheblich agilere Auto. Was auf beide zutrifft: die guten Komforteigenschaften und die hohen Preise.

 

Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

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