Mercedes A 45 AMG gegen Audi S3 & BMW M135i xDrive: Vergleich Begegnung im Grenzbereich

01.10.2013
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mercedes greift mit dem A 45 AMG in der Kompaktklasse nach der Performance-Krone. Mit satten 360 PS und Allradantrieb heizt er dem Audi S3 Sportback und dem BMW M135i xDrive mächtig ein

Mercedes will nach vorn, und das in jeder Klasse. Dazu stellen die Stuttgarter alle Modelle auf den Prüfstand. Prominentes Beispiel ist die A-Klasse. Vom hoch aufragenden Umfaller im Van-Format zum flach geduckten Dynamiker – kaum ein anderes Fahrzeug hat so eine Metamorphose hinter sich. Und das Projekt ist Mercedes geglückt. Beim Handling markieren die sportlichen Ableger der neuen A-Klasse momentan den Maßstab. Erst unlängst demütigte der A 250 Sport im AMG-Trimm den neuen Golf GTI Performance und zeigte ihm auf der Piste problemlos die Rücklichter. Aber Mercedes oder besser AMG hat noch ein weiteres Ass im Ärmel. Den A 45 AMG 4Matic. Keiner in der Kompaktklasse ist derzeit stärker als der 360-PS-Schwabe. Audi S3 Sportback (300 PS) und BMW M 135i xDrive (320 PS) stellen sich dennoch dem Herausforderer.

 

Karosserie

Auch wenn der S3 Sportback auf der Piste das Nachsehen hat, setzt er in Sachen Verarbeitung und Materialgüte nach wie vor den Maßstab. Weder im BMW noch im Mercedes wirken die Oberflächen so gut arrangiert und die verwendeten Materialien so sorgfältig ausgewählt. Dem Mercedes A 45 AMG fehlt lediglich das letzte Quäntchen Detailliebe, was sich zum Beispiel an den Rändelrädern der Klimaanlage gegenüber den mit feinster Rasterung arbeitenden Metallrädchen des Audi dokumentiert. Dem BMW fehlt schlicht die Sorgfalt. Auch beim Raumangebot für Fahrer und Beifahrer hält der Sportback den 1er und die AKlasse auf Abstand. Im Fond gilt das für Knie- und Ellbogenfreiheit ebenfalls. Lediglich bei der Kopffreiheit hat der 135i mehr zu bieten. Der Mercedes hingegen verkörpert auch hier mit seiner flachen Dachlinie eher den sportiven Charakter. Die kleinen hinteren Türausschnitte erschweren zudem das Einsteigen. Ausgesprochen vorbildlich ist die Sicherheitsausstattung des Schwaben – wenn auch gegen hohe Aufpreise. Vom Feuerlöscher bis hin zu aktuellen Assistenzsystemen ist nahezu alles erhältlich. Die Konkurrenz, vor allem BMW, zeigt hier deutlich mehr Lücken in der Aufpreisliste.

KarosserieMax. PunkteAudi S3 SportbackBMW M135i xDriveMercedes A 45 AMG 4Matic
Raumangebot vorn100706563
Raumangebot hinten100575550
Übersichtlichkeit70414237
Bedienung/ Funktion100898886
Kofferraumvolumen100283027
Variabilität100353535
Zuladung/ Anhängelast80242435
Sicherheit150847591
Qualität/ Verarbeitung200154146150
Kapitelbewertung1000582560574

 

Fahrkomfort

Dass Fahrdynamik nicht mit sportlicher Härte erkauft werden muss, zeigt der M135i. Nur der BMW-Testwagen ist mit adaptiven Dämpfern ausgerüstet und bewältigt den Spagat zwischen Komfort und Dynamik ausgesprochen gekonnt. Im Komfort-Modus paart sich feines Ansprechverhalten mit guten Federungsreserven. Der S3 Sportback reagiert ungehobelter auf Querfugen und Kanten. Übertriebene Härte fühlt sich aber anders an. Mehr Komfort durch adaptive Dämpfer kosten bei Audi 980 Euro. Mercedes verzichtet auf solchen Schnickschnack und nimmt Komforteinbußen hin. Zwar malträtiert der AMG seine Insassen nicht übertrieben stark, aber die Konkurrenz kommt geschundenen Bandscheiben deutlich mehr entgegen. Die Sitze des AMG hingegen sind top. Sie bieten optimalen Seitenhalt und auf langen Strecken eine gute Rückenabstützung. Lediglich die nicht einstellbaren Kopfstützen sind ein Manko für Großgewachsene. Hier setzen sich vor allen die großen Sitze des Audi gut in Szene. Über die Geräuschkulisse lässt sich hingegen streiten. Zwar sind Audi und Mercedes deutlich lauter als der BMW, aber der aggressive Ton ist durchaus gewollt.

FahrkomfortMax. PunkteAudi S3 SportbackBMW M135i xDriveMercedes A 45 AMG 4Matic
Sitzkomfort vorn150138132132
Sitzkomfort hinten100706658
Ergonomie150128128126
Innengeräusche50262822
Geräuscheindruck100636561
Klimatisierung50363634
Federung leer200123133118
Federung beladen200122131119
Kapitelbewertung1000706719670

 

Motor und Getriebe

Und gleich zu Beginn zeigt der Mercedes seine Krallen. Lediglich 4,4 Sekunden vergehen, bis Tempo 100 anliegen und die Konkurrenz zum ersten Mal das Nachsehen hat. Vollkommen frei von Traktionsverlusten bringt der A 45 AMG seine 360 PS auf den Asphalt. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe arbeitet nahezu unbemerkt und wechselt die Gänge immer im passenden Augenblick. Der liegt beim Mercedes zwischen 2250 und 5000 Touren. Hier fördert der Turbo 450 Newtonmeter aus den Brennräumen des Vierzylinders. Der überzeugende Antritt aus tiefen oder die Lust auf hohe Drehzahlen liegt ihm allerdings nicht. Das beherrscht der mächtige Reihensechszylinder des M135i deutlich besser. Die Ikone des Motorenbaus unter der Haube des 1ers begeistert bei jeder Drehzahl. Seine 450 Newtonmeter reißen den BMW schon ab 1300 Touren seidenweich nach vorn. Und obwohl er seine 320 PS schon bei 5800 Umdrehungen abgibt, dreht er locker darüber hinaus bis an den bei 7000 Touren beginnenden roten Bereich. Auch der 300 PS starke Audi, der sein maximales Drehmoment über das breiteste Drehzahlband verteilt, scheut sich nicht vor hohen Drehzahlen, wirktmit seinen 380 Nm aber nach oben heraus nicht mehr so angriffslustig wie der M135i. Dass im Bug des Audi lediglich ein Vierzylinder seinen Dienst verrichtet, mag man kaum glauben, so kehlig-knurrig röhrt er aus seinem Auspuff. Wie beim Mercedes wird jeder Gangwechsel über das Doppelkupplungsgetriebe von einem peitschenden Auspuffgrollen untermalt – vielleicht eine Spur zu synthetisch. Vollkommen authentisch hingegen schmettert der BMW M135i seine Sechszylinder-Hymne in die Umgebung. Schöner kann ein Motor kaum klingen. Dass am Ende der Audi das Kapitel für sich entscheidet, liegt an seinem sparsamen Umgang mit dem Kraftstoff. Mit 8,8 Litern auf 100 km verbraucht er einen halben Liter weniger als der BMW und sogar einen Liter weniger als der Mercedes.

Motor und GetriebeMax. PunkteAudi S3 SportbackBMW M135i xDriveMercedes A 45 AMG 4Matic
Beschleunigung150137138140
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1509090105
Getriebeabstufung100909087
Kraftentfaltung50373935
Laufkultur100788278
Verbrauch325214205195
Reichweite251199
Kapitelbewertung1000657653649

 

Fahrdynamik

Das Leistungsplus des A 45 entfaltet erst auf der Rennstrecke das volle Potenzial. Das Schalten kann der Fahrer beim AMG allerdings dem Doppelkupplungsgetriebe überlassen. Während die manuelle Funktion beim Doppelkupplungsgetriebe des Audi und bei der Achtstufen-Automatik des BMW den Fahrspaß steigert, ist sie beim Mercedes schlicht überflüssig. Wer den Vierzylinder des A 45 erst am Drehzahlbegrenzer schaltet, wird mit einer kurzen Gedenksekunde bestraft. Das Getriebe des Schwaben verwaltet sich am besten selbst im knackigen Sportmodus. Der Fahrer muss lediglich lenken und bremsen. Und das gelingt mit dem Mercedes A 45 so spielerisch, dass die Konkurrenz schon nach einigen Kurven aus dem Rückspiegel verschwindet. Die Kraft lässt sich dabei übers Gaspedal fein dosieren und gelangt dank Allradantrieb, der die Kraft bis zu 50 : 50 zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt, vollkommen verlustfrei auf den Asphalt. Befehle über die mit geringen Lenkwinkeln arbeitende Lenkung befolgt die heiße A-Klasse ohne Verzögerung und mit größter Präzision. Sensationell, wie narrensicher er durch Wechselkurven stürmt. Extrem neutral, mit einer nur geringen Untersteuertendenz baut er seinen Vorsprung Meter um Meter mühelos aus. Mit dem A 45 findet man immer die perfekte Linie. Auch der 1er mit im Normalbetrieb hecklastig ausgelegtem, bei Bedarf aber vollvariablem Allradsystem bleibt wie der A 45 lange neutral. Allerdings drückt er früher und spontaner über die Vorderräder zum Kurvenaußenrand. Die bis hierhin sehr verbindliche Lenkung dürfte am Limit eine Spur informativer mit dem Fahrer kommunizieren. Bei abgeschaltetem DSC lassen sich die leichten, durch Gaswegnahme hervorgerufenen Lastwechselreaktion in Kurven, die ein Übersteuern auslösen, durchaus nutzen. Schnelle Rundenzeiten gelingen so indes nicht. Allerdings gilt das nur im Vergleich mit dem stur auf der Ideallinie verharrenden pfeilschnellen A 45 AMG. Im Vergleich zum Audi S3 hat der BMW die Nase vorn. Der Ingolstädter, der wie die A-Klasse größtenteils als Fronttriebler unterwegs ist, seine Kraft aber vollvariabel zwischen den beiden Antriebsachsen portioniert, kann seine Kompaktwagengene nicht unterdrücken. Obwohl er gegenüber dem Mercedes auf der Vorderachse 80 kg leichter ist, verlangt er von seinem Piloten deutlich mehr Ruhe und am Kurveneingang eine geringere Geschwindigkeit beim Einlenken. Auch in schnellen Kurvenverläufen drängt er stärker nach außen als seine beiden Rivalen. Resultat: Der Audi überquert die Ziellinie mit deutlichem Abstand zum BMW und vor allem zum Performance-Sieger A 45 AMG. Der untermauert seinen sportlichen Anspruch mit den besten Bremswerten im Test – nicht nur die liegen auf Sportwagen-Niveau.

FahrdynamikMax. PunkteAudi S3 SportbackBMW M135i xDriveMercedes A 45 AMG 4Matic
Handling150818895
Slalom100768386
Lenkung100848488
Geradeauslauf50403939
Bremsdosierung30222122
Bremsweg kalt150109102119
Bremsweg warm150107119121
Traktion100828285
Fahrsicherheit150127125130
Wendekreis2011129
Kapitelbewertung1000739755794

 

Umwelt und Kosten

Dass Mercedes keine Geschenke macht, ist jedem bekannt. Dass der A 45 AMG in der Testkonfiguration unseres Vergleichs aber 13.000 Euro mehr kostet als der S3, dürfte allerdings einige Kunden abschrecken. Auch der BMW ist fast 10.000 Euro günstiger. Zudem belasten die hohen Versicherungseinstufungen und Werkstattkosten das Budget beim Affalterbacher Kompaktsportler zusätzlich. Audi und BMW gehen deutlich schonender mit den Kosten um. In der Endabrechnung ist es dann der Audi S3 Sportback, der sowohl beim Preis als auch bei den laufenden Ausgaben die bessere Bilanz gegenüber dem BMW ausweist. Darüber hinaus bietet Audi die umfangreicheren Garantien.

Kosten/UmweltMax. PunkteAudi S3 SportbackBMW M135i xDriveMercedes A 45 AMG 4Matic
Bewerteter Preis675150139114
Wertverlust50141311
Ausstattung25232323
Multimedia50252330
Garantie/Gewährleistung50282028
Werkstattkosten20151412
Steuer10989
Versicherung40343128
Kraftstoff55343231
Emissionswerte25222122
Kapitelbewertung1000354324308

 

Fazit

Der Mercedes A 45 AMG 4Matic setzt den neuen Maßstab in der Kompaktklasse – zumindest auf der Rennstrecke. Und genau das war das Ziel. Mission erfüllt. Im Gesamtranking ordnet er sich allerdings auf dem dritten Rang ein. Den Vergleichstestsieg sichert sich der Audi S3 Sportback. Viel Platz, guter Komfort, der sparsame Antrieb, die beste Kostenbilanz und nicht zuletzt die beste Verarbeitung machen ihn zum Gewinner. Der BMW fährt als Zweiter ins Ziel. Sein unverwechselbarer Reihensechszylinder weckt am meisten Emotionen und gehört noch längst nicht zum alten Eisen. Zudem verbindet er Fahrdynamik und Komfort deutlich besser miteinander als Audi und Mercedes.

Gesamtbewertung

Max. PunkteAudi S3 SportbackBMW M135i xDriveMercedes A 45 AMG 4Matic
Summe5000303830112995
Platzierung123

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