Mercedes A 220 4Matic im ersten Fahrbericht Die A-Klasse wird erwachsen

27.09.2015

Der kleine Benz bewahrt die Dynamik und gewinnt an Komfort. Dies trifft auch auf den Mercedes A 220 4MATIC zu, den wir bereits fahren konnten.

Als Mercedes vor drei Jahren die dritte Generation der A-Klasse auf den Weg gebracht hat, waren die Schwaben derart dem Jugendwahn verfallen, dass sie ihr Einstiegsmodell ein bisschen zu ungestüm ausgelegt haben. Der engagierte Eroberer wurde zum brettharten Knochenschüttler, bei dem Mercedes-Tugenden wie der Langstreckenkomfort stark eingeschränkt waren. Doch jetzt haben sie in Stuttgart ein Einsehen mit verwöhnten Bestandskunden und den Warmduschern unter den Fremdfahrern – und schicken den Benjamin zur Hälfte seiner Laufzeit zum Benimmkurs. Nicht, dass er seinen Elan einbüßen würde oder an Kraft verlöre. Immerhin drehen die Entwickler noch mal an der Leistungsschraube und bieten auch einen A 45 AMG an, der jetzt auf irrwitzige 381 PS kommt. Außerdem überrascht das Doppelkupplungsgetriebe nun mit einem Launch-Assistenten für den perfekten Ampelstart aus dem Stand.

 

Mercedes A 220: Überarbeiteter Kompakter im Fahrbericht

Aber wie die bürgerlichen Konkurrenten schon lange, baut jetzt auch Mercedes endlich eine elektronische Charakterregelung samt optionalen adaptiven Dämpfern ein. Wichtiger als die ohnehin kaum sichtbaren Retuschen an Schürzen und Schwellern oder die kleinen Updates bei der Ausstattung ist deshalb die unauffällige Dynamic Select-Taste. Schon damit kann man die Lenkung, Getriebesteuerung und Sensibilität des Gaspedals ein wenig entschärfen. Wer dazu noch für 1238 Euro die adaptive Dämpfung bestellt und auf die komfortable Kennlinie wechselt, der erlebt etwa im A 220 4Matic mit 184 PS, Doppelkupplungsgetriebe und dem nun optionalen Allradantrieb eine A-Klasse mit zwei Gesichtern: Eben noch so stürmisch und drangvoll, dass man schon ein bisschen Kraft am Steuer und ein dickes Polster am Popometer braucht, gibt sich der kleine Mercedes im Comfort-Modus gesittet, kultiviert und riecht plötzlich fast ein wenig nach Establishment.

Mercedes-AMG A 45: Vorstellung des potenten Topmodells

Selbst das sonst so vorlaute Brüllen des Turbo-Vierzylinders klingt dann irgendwie sanfter und leiser. So kann sich nicht nur der Filius an dem kleinen Fixstern freuen, sondern auch der Herr Papa, der die Fuhre im Zweifel bezahlt hat. Schließlich wird es kaum einen Einsteiger geben, der den Grundpreis von 23.746 Euro für eine Basis-A-Klasse ohne Generationenvertrag zusammensparen kann. Von den 32.529 Euro für den A 220 4MATIC oder den 51.051 für den A 45 AMG ganz zu schweigen. Zwar kuschelt die A-Klasse nach dem Update ganz unverhohlen mit der Generation Ü30. Doch muss man nur ins Cockpit schauen, um zu erkennen, dass der Flirt mit der Jugend keineswegs vorbei ist. Der frei stehende Monitor ist noch einmal um ein Zoll gewachsen, zeigt buntere Grafiken und ermöglicht erstmals bei Mercedes ab dem neuen Jahr die Integration von Smartphones über Apple CarPlay und MirrorLink.

Mercedes A 220 4MATIC: Alle Infos in der Bildergalerie

Unser Fazit

Das wurde auch langsam Zeit: Die A-Klasse hat sich zwar ihren jugendlichen Charme bewahrt. Aber mit dem neuen Fahrwerk hat der Teenager zumindest auf Knopfdruck endlich Manieren wie ein Mercedes und wird damit langsam erwachsen.

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