Mercedes 320 CDI T-Modell - Willkommen Alltag Mercedes 320 CDI T-Modell

07.07.2009

20 000 Kilometer in gut drei Monaten? Kein Problem für unseren Mercedes 320 CDI T-Modell im Praxistest. Ein Erfahrungsbericht aus dem Testalltag

Eckdaten
PS-kW224 PS (165 kW)
AntriebHinterrad, 7-Stufen-Automatik
0-100 km/h7.1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit244 km/h
Preis44.143,00€

Fakten, Messwerte und Punkte sind eine verlässliche Methode zur Bewertung eines Autos. Mehrfach hat der Mercedes C 320 CDI schon in verschiedenen Vergleichen seinen Mann gestanden. In unserem Praxistest zählen dagegen andere Kriterien. Wie schlägt sich die C-Klasse im harten Alltag. Was nervt, was gefällt? Welche Sonderausstattungen sind empfehlenswert, auf welche kann man verzichten? Wichtige Erkenntnisse, die meist erst mit der Zeit und etlichen Kilometern auffallen.

So ganz ohne Zahlen geht es jedoch nicht. Über die Distanz von fast 20 000 Kilometern verbrauchte der Diesel im Durchschnitt 9,4 Liter pro 100 km. Verglichen mit der Werksangabe von 7,5 Litern ein recht üppiger Wert. Wegen des hohen Durchschnittstempos auf langen Strecken und der guten Fahrleistungen geht der Verbrauch aber gerade noch in Ordnung.

Auffallend auf der Autobahn ist der leicht knurrige Motorlauf oberhalb von 4000 Umdrehungen. Dafür passen die Multikontursitze so perfekt wie ein gut eingelaufener Turnschuh. Die knapp 500 Euro Aufpreis für die vielfach einstellbaren Sitze mit Lordosenstütze sind auf jeden Fall eine lohnende Investition.

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Ebenfalls nicht fehlen sollte das Häkchen auf der Liste der Sonderausstattungen bei der Siebengangautomatik. Besonders zum starken Diesel passt die Getriebeautomatik perfekt – auch wenn sie manchmal sogar etwas zu eifrig ist und beim Tritt auf das Gaspedal frühzeitig herunterschaltet. Das ist oft unnötig, da das hohe Drehmoment von 510 Newtonmetern schon ab 1600 Umdrehungen anliegt, was locker ausreicht, um aus dem Drehzahlkeller zu beschleunigen.

Trotzdem, die knapp 2400 Euro für die Automatik sollte man investieren. Mit enthalten in diesem Preis ist der Tempomat, der auf langen Strecken sehr angenehm ist.

Das Navi ist top, aber nicht sehr preiswert

Geld sparen kann man dagegen beim Navigationsgerät. Nicht, dass das Comand APS in der Praxis enttäuscht. Ganz im Gegenteil: Das Festplattennavi arbeitet sehr schnell und kennt auch viele Schleichwege, wenn man einem Stau ausweicht. Dazu bietet es mit der Spracheingabe Linguatronic, einem sechs Gigabyte großen Speicher für Musik und vielen weiteren Extras – wie der Bluetooth Verbindung für ein Telefon – viele Extras.

Einziger Nachteil ist der Preis. Inklusive Sechsfach-DVD-Wechsler sind fast 3500 Euro fällig. Wer mit einem Saugnapf an der Scheibe leben kann, der wird mit einem mobilen Navigationsgerät ebenso schnell ans Ziel kommen und eine Menge Geld sparen.

Bedienung und Ergonomie gehören zu den großen Stärken des Mercedes. Fahrer jeder Größe finden hinter dem in Höhe und Länge einstellbaren Lenkrad die passende Sitzposition. Dabei rutschen allerdings Zweimeter-Männer so weit nach hinten, dass sie direkt neben der B-Säule sitzen und etwas den Überblick verlieren. In der zweiten Reihe geht es enger zu. Hier reicht der Platz eigentlich nur für zwei Erwachsene. Perfekt wiederum ist die Ergonomie. Alle Schalter sitzen dort, wo man sie intuitiv vermuten würde.

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Also alles super? Nicht ganz. Eingefleischte Mercedes- Fahrer und Liebhaber dieses Bedienteils mögen es uns nachsehen: Aber der überladene Blinkerhebel mit seinen vielen Funktionen für den Scheibenwischer ist für neue Fahrer auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig und nicht immer bedienerfreundlich.

Wer zum Beispiel keinen Regensensor geordert hat, der muss zum Einschalten des Scheibenwischers die Hand vom Lenkrad nehmen – bei höheren Tempi auf der Autobahn nicht gerade sicher.

Komfortabel, aber nicht unbedingt notwendig ist die per Tastendruck öffnende und schließende Heckklappe. Die 440 Euro kann man sich sparen, da die manuelle Betätigung einfach schneller geht. Sollte noch etwas Budget für Sonderausstattungen übrig sein, sind die Bi-Xenon-Scheinwerfer eine Empfehlung. Mit dynamischer Leuchtweitenregulierung, Abbiegelichtfunktion in den Nebelscheinwerfern und der Scheinwerferreinigungsanlage sind sie ein sichtbarer Vorteil gegenüber dem serienmäßigen Halogenlicht.

Letztendlich entscheidet mit Sicherheit der Geldbeutel über die Ausstattung des Nobelkombis. Zum schon nicht niedrigen Grundpreis von rund 44 000 Euro addieren sich nämlich, voll ausgerüstet mit Lederausstattung, Navigationsgerät, Schiebedach und anderen Schmankerln, schnell noch einmal gut 15 000 Euro hinzu.

Fazit: An der C-Klasse nervt wenig und gefällt vieles. In der Praxis kann der Mercedes-Kombi die hohen Erwartungen, die an ein so teures Fahrzeug geknüpft sind, voll und ganz erfüllen. Ein tolles Auto speziell auf langen Strecken – zu einem stolzen Preis.
Guido Stüsser

Fazit

Technische Daten
Motor 
ZylinderV6-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel
Hubraum2987
Leistung
kW/PS
1/Min

165/224
3800 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
510
1600 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe7-Stufen-Automatik
AntriebHinterrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: innenbelüftete Scheiben
Bereifungv: 225/45 R 17
h: 225/45 R 17
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1675
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)7.1
Höchstgeschwindigkeit (km/h)244
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch7.5l/100km (Diesel)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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