McLaren 570S: Einstiegs-Supersportler in NY British Fairplay

21.04.2015

Das wohl faszinierendste Einstiegsmodell: Auf der New York Auto Show 2015 zeigen die Briten mit dem McLaren 570S die dritte Baureihe aus Woking

Mit dem McLaren 675 LT zeigten die Briten auf dem Genfer Autosalon vor knapp über einem Monat, die höchste Ausbaustufe der „Super Series“. Bei McLaren sozusagen die Mittelklasse, denn darüber rangiert der P1 in der Ultimate Series. Nun erweitern die Briten ihr Angebot nach unten. 

 

McLaren 570S steht in New York 2015

Will man den Briten Böses, könnte es auch profan „Einsteigerklasse“ nennen, doch wir sprechen hier von McLaren. Eine waschechte Sportwagenschmiede kennt keine warmgewaschenen Möchtegern-Protzkisten. Auch die unterste Baureihe heißt daher „Sports Series“. Erster Repräsentant: der McLaren 570S.

Eines muss man den Briten schon jetzt  vorwerfen: Sie schicken den „Kleinen“ mit unfairen Mitteln ins Rennen gegen Porsche 911 Turbo S und Co. Den Großteil seiner Technik erbt der Sportwagen von den großen Brüdern: Dazu zählt das Kohlefaser-Monocoque ebenso wie der 3,8-Liter-Biturbo-V8, der mit 570 PS und 600 Newtonmeter immer noch reichlich Power mitbringt. Am Konzept "Mittelmotor mit Heckantrieb" halten die Briten natürlich ebenfalls fest. Die Kraft leitet ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe an die Hinterräder weiter.

Böse Zungen behaupten vielleicht, dass der auch nur wieder wie ein McLaren aussieht. Aber ein 911 sieht auch irgendwie immer wie ein 911 aus und die Gründe liegen bei beiden Herstellern auf der Hand. Das Beste wird nur im Detail verbessert und beim McLaren liegt die optische Ähnlichkeit zudem darin begründet, dass er zahlreiche Aerodynamik-Feinheiten vom P1 erbt, die auch ihm herausragende Fahreigenschaften bescheren sollen. Auch bei den Leichtbaumaterialien macht dem 570S kaum einer etwas vor: Trocken kommt er auf gerademal 1313 Kilogramm. Sein Leistungsgewicht liegt damit bei sensationellen 2,3 Kilogramm pro PS. Respekt!

Zugleich bestehen die Briten auf die Betonung der Alltagstauglichkeit des neuen Einsteigermodells und nennen sogar das Gepäckraumvolumen. Bei 144 Liter darf sogar ein Smart-Fahrer mit seinen 220 Litern einmal im Leben schmunzeln, doch im elitären Kreis der Sportwagen kann ein Porsche 911 auch nur einen Liter mehr vorweisen (145 Liter). Zudem kann das Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern sowohl für den Track als auch den normalen Straßenverkehr eingestellt werden.

Dieser Spagat zwischen Strecke und Straße wird auch im Innenraum ersichtlich: Selbst das Audiosystem mit bis zu zwölf Lautsprechern von Bowers & Wilkings folgt der Prämisse Leichtbau und wurde dementsprechend modifiziert. Weiterhin ist es an ein Multimediasystem mit 7-Zoll-Touchscreen inklusive Navigationssystem, Bluetooth und DAB-Radio gekoppelt. Und die passgenauen, superleichten Sportschalensitze sind in feinstes Leder eingewickelt. McLaren will einfach auf allen Asphaltbelägen dieser Welt glänzen.

Den Preis geben die Briten bisher noch nicht bekannt. Wie wir aber erfuhren, wird dieser beängstigend niedrig sein. Mit Preisen von rund 175.000 Euro fliegt die nächste Schelle aus England ins Schwabenland. Damit wäre der McLaren 570S fast 25.000 Euro billiger als der Turbo S. Und es kommt noch besser: Der 570S wird nicht der einzige Vertreter der neuen Sports Series sein. Ein günstigeres Modell ist in Planung.

Michael Gorissen

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