Mazda CX-7 gegen Volvo XC60 im Vergleichstest Mazda CX-7 2.2 CD und Volvo XC 60 2.4 D DRIVe

26.09.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mazda und Volvo locken mit Sport Utility Vehicles, die reichlich Kraft, wenig Verbrauch und saubere Abgase versprechen. CX-7 oder XC60 – wer ist verführerischer?

Was wäre das Leben ohne Vorurteile? Hier ist eines: Sport Utility Vehicles sind groß und durstig. Falsch? Dann sollten Sie weiterlesen, denn vielleicht suchen Sie ja gerade einen Nachfolger für Ihren VW Tiguan, BMW X3 oder Nissan X-Trail. Richtig? Auch dann sollten Sie weiterlesen. Denn die beiden SUVs, um die es hier geht, könnten Ihre Meinung ins Wanken bringen.

Wirklich nicht unmäßige 6,0 Liter Normverbrauch führt der 2.4 D DRIVe, der einzige Volvo XC60 mit Frontantrieb, ins Feld – nicht schlecht, oder? Der Mazda CX-7 2.2 CD liegt mit 7,5 Litern Normverbrauch auf 100 km deutlich höher. Doch so richtig schlecht für die Umwelt ist dieser Wert ja auch nicht gerade, zumal der Mazda den Stickoxidanteil im Abgas durch einen SCR-Katalysator mit Harnstoffeinspritzung senkt.

Und? Vorurteile ins Wanken gebracht oder bestehende Ansichten bestätigt? Dann schauen wir doch mal weiter.

 

Karosserie

SUVs verstehen sich ja als Autos für viele Gelegenheiten. Im Karosseriebereich bedeutet das in erster Linie Platz und Variabilität. Von beidem bietet der gegenüber dem Mazda acht Zentimeter kürzere Volvo ein wenig mehr. Fahrer und Beifahrer sind zwar gleich gut untergebracht mit minimalen Unterschieden bei Innenhöhe, -breite und Pedalabstand. Auf der Rückbank dagegen sind die Unterschiede bedeutsamer.

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Hat der Mazda- Fahrer zum Beispiel seinen Sitz in der niedrigsten Position justiert, fällt es Mitfahrern schwer, ihre Füße unter den Vordersitz zu bugsieren. Auch ist der Raumeindruck ein wenig schlechter als im Volvo, der darüber hinaus eindeutig variabler ist: Die Beifahrersitzlehne zum Beispiel ist serienmäßig umklappbar, und die Rücksitzlehne ist im Verhältnis 40 : 20 : 40 geteilt. Und während der Ladeboden des XC 60 topfeben ist, steigt er im Mazda bei umgelegten Rücksitzlehnen leicht an.

Mit 1800 zu 1500 Kilogramm gebremster Anhängelast ist der Mazda das bessere Zugfahrzeug. Dafür kontert ihn der Volvo mit 703 zu 531 Kilogramm erlaubter Zuladung und dem größeren Kofferraum trocken aus. Für den Schweden spricht auch die umfangreiche Sicherheitsausstattung mit optionalem Aufmerksamkeitsund Spurhalteassistent sowie dem CitySafety-System, das unterhalb von 30 km/h manchen Auffahrunfall verhindern kann.

KarosserieMax. PunkteVolvo XC 60 2.4 D DRIVeMazda CX-7 2.2 CD
Raumangebot vorn1007878
Raumangebot hinten1006462
Übersichtlichkeit704947
Bedienung/ Funktion1007775
Kofferraumvolumen1004943
Variabilität1005535
Zuladung/ Anhängelast805041
Sicherheit1509678
Qualität/ Verarbeitung200184175
Kapitelbewertung1000702634

 

Fahrkomfort

Nur wenige Kilometer genügen, um zu erkennen, dass die beiden SUVs gänzlich unterschiedliche Konzepte repräsentieren. Der Mazda federt im direkten Vergleich straff bis gelegentlich störrisch und meldet auch wegen der schmaleren, guten Seitenhalt gebenden Vordersitze dynamische Ansprüche an. Der Volvo zeigt sich ausgeglichener und entgegenkommender beim Einfedern. Dazu passen seine weicher gepolsterten und größer dimensionierten Vordersitze, die auf langen Strecken den komfortableren Eindruck machen. Das gilt übrigens auch für die zweite Reihe, weil die Rücksitzbanklehne des CX-7 zu stark geneigt und die Sitzfl äche reichlich tief montiert ist.

Mit seiner serienmäßigen Zwei- Zonen-Klimaautomatik und den – auf Wunsch – sogar beheizbaren Rücksitzen ermöglicht der Volvo den besseren Klimakomfort. Im Mazda können Fahrer und Beifahrer selbst gegen Aufpreis nicht getrennt ihre individuelle Wohlfühltemperatur wählen – und beheizbare Vordersitze gibt es nicht fürs Basismodell Prime-Line, sondern erst ab der nächst höheren Ausstattungslinie Center-Line, die den Preis auf 31 590 Euro pusht. Auch beim Geräuschkomfort spricht mehr für den Volvo. Er ist alles in allem besser gedämmt mit weniger Split-Prasseln aus den Radhäusern und einem generell niedrigeren Geräuschniveau bei schneller Fahrt jenseits der Autobahn-Richtgeschwindigkeit.

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Beim Hochdrehen erlaubt sich der 2,4 Liter große Volvo-Fünfzylinder lediglich ein dunkles Grollen, während sich der Vierzylinder des Mazda unter hoher Last kerniger zu Wort meldet und dies in einer subjektiv nicht so angenehmen Tonlage. Und ehe das Motoröl warm ist und die Kolben geschmeidig über die Zylinderlaufbahnen gleiten, nagelt das Mazda-Triebwerk nach dem Kaltstart auch vernehmlicher, was besonders bei geöffnetem Fenster auffällt.

FahrkomfortMax. PunkteVolvo XC 60 2.4 D DRIVeMazda CX-7 2.2 CD
Sitzkomfort vorn150120116
Sitzkomfort hinten1007264
Ergonomie150130128
Innengeräusche503836
Geräuscheindruck1006763
Klimatisierung503833
Federung leer200132127
Federung beladen200134125
Kapitelbewertung1000731692

 

Motor und Getriebe

Mit 173 (Mazda) und 175 PS (Volvo) liegen die zwei Motoren von der Papierform her gleichauf. Bemerkenswert ist der weite Bereich von 3000 bis 4000 Umdrehungen, in dem der mit 420 Newtonmetern (Mazda: 400) drehmomentstärkere Fünfzylinder des Volvo diese Maximalkraft bereithält.

Die Leistungsentfaltung passt zu diesen Werten: Es dauert nur einen Wimpernschlag, bis das Volvo- Triebwerk Turbodruck aufgebaut hat. Und dann geht es mit Macht voran. Vor allem im sechsten Gang fährt er dem Mazda, dessen Motor bis etwa 1800 Umdrehungen erheblich träger aufs Gas anspricht, unangestrengt davon. So mancher Schaltvorgang ist daher überflüssig, was im Grunde schade ist: Das Schalten und Kuppeln ist eine Freude, weil alles weich und perfekt dosierbar vonstatten geht.

Die Schaltung des Mazda gefällt zwar mit kürzeren Wegen und einer fast sportwagenmäßigen Exaktheit, fordert aber mehr Nachdruck im Umgang mit dem kurzen Hebel. Von den verlockenden Normverbräuchen ist bei beiden SUVs im normalen Alltag natürlich keine Rede mehr. Mit 7,7 Litern ist der Volvo allerdings 0,7 Liter genügsamer als der Mazda (8,4 Liter).

Motor und GetriebeMax. PunkteVolvo XC 60 2.4 D DRIVeMazda CX-7 2.2 CD
Beschleunigung150106109
Elastizität1007873
Höchstgeschwindigkeit1505753
Getriebeabstufung1007266
Kraftentfaltung503732
Laufkultur1006762
Verbrauch325235222
Reichweite251816
Kapitelbewertung1000670633

 

Fahrdynamik

In diesem Kapitel schlägt die Stunde des Mazda. Er biegt freudig und souverän auf der Straße liegend in Kurven aller Art ein, folgt aufmerksam der exakten Lenkung und beschleunigt dank Allradantrieb auch aus engen Ecken mit sehr gutem Grip. Der XC60 DRIVe dagegen hat mit ganz erheblichen Traktionsproblemen zu kämpfen, weil Volvo ihm den Hinterradantrieb amputierte, um im Verein mit dem in der Leistung reduzierten 2,4-Liter-Motor, der im XC60 D5 satte 205 PS hat, niedrige Verbräuche zu realisieren.

Selbst im Trockenen ringt der Volvo, natürlich auch wegen des bullig antretenden Motors, schon beim Abbiegen im zweiten Gang um Traktion und pfeift laut auf dem kurveninneren Vorderrad nach der Antriebsschlupfkontrolle. Langsam ist er deswegen jedoch nicht, wie die Handling-Zeit auf Mazda- Niveau zeigt. Die Bremsen? Bei beiden SUVs gut und standfest, doch der Mazda CX-7 verzögert kalt wie warm besser.

FahrdynamikMax. PunkteVolvo XC 60 2.4 D DRIVeMazda CX-7 2.2 CD
Handling1506060
Slalom1005454
Lenkung1008184
Geradeauslauf504042
Bremsdosierung301718
Bremsweg kalt1507587
Bremsweg warm1508496
Traktion1003880
Fahrsicherheit150133135
Wendekreis2064
Kapitelbewertung1000588660

 

Umwelt und Kosten

Obwohl das Harnstoff-Additiv zur Abgasreinigung bei den regelmäßigen Inspektionen aufgefüllt werden muss, verursacht der Mazda CX-7 2.2 CD laut ADAC pro Jahr um etwa 200 Euro geringere Wartungskosten als der Volvo XC60 2.4 D DRIVe. In Kombination mit dem niedrigeren Preis (30 570 zu 34 700 Euro in AZ-Normausstattung) sind das schlagende Argumente für den Mazda. Da darf er ruhig ein wenig mehr verbrauchen als der Volvo. Der allerdings verursacht die deutlich geringeren Versicherungskosten. Allein in der Vollkasko ist er – bei 100 Prozent Beitragssatz – pro Jahr knapp 600 Euro billiger.

Auch beim Wertverlust schlägt sich der Volvo wacker. Nach vier Jahren hat er – laut Prognose des Gebrauchtwagenmarkt-Beobachters DAT – nur 700 Euro mehr vom Neupreis eingebüßt als der Mazda. Diese Summe dürfte nicht kaufentscheidend sein. Erheblicher ist der Preisvorteil des Mazda: Knapp 3000 Euro sind halt ein Wort.

Kosten/UmweltMax. PunkteVolvo XC 60 2.4 D DRIVeMazda CX-7 2.2 CD
Bewerteter Preis675168187
Wertverlust501819
Ausstattung251719
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502733
Werkstattkosten201214
Steuer1076
Versicherung402922
Kraftstoff553937
Emissionswerte258282
Kapitelbewertung1000399419

 

Fazit

Der Volvo ist komfortabler und geräumiger als der Mazda. Dazu bietet er mehr Sicherheitsfeatures. Das bringt ihm den Sieg gegenüber dem CX-7. Der wiederum ist das fahraktivere SUV, das für sein nicht ganz so geschliffenes Wesen mit dem niedrigeren Preis versöhnt. Zwei unterschiedliche Charaktere. Und beide können mit Verbräuchen auf dem Niveau ähnlich starker Kombis selbst SUV-Skeptiker überzeugen.

Gesamtbewertung

Max. PunkteVolvo XC 60 2.4 D DRIVeMazda CX-7 2.2 CD
Summe500030903038
Platzierung12

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