Mazda CX-3: Diesel im Fahrbericht Nachwuchstalent

15.04.2015

Das neue Bonsai-SUV Mazda CX-3 wirkt erstaunlich erwachsen, vor allem als 1,5er-Diesel. Eindrücke von der ersten Ausfahrt mit dem japanischen Kompakt-SUV im Fahrbericht

Wer heute ein kleines SUV im Portfolio hat, darf sich glücklich schätzen, denn kein Marktsegement boomt derzeit stärker. Platzhirsch ist im Moment der Opel Mokka, aber auch Renault Captur und Peugeot 2008 haben sich in dieser (noch) VW-freien Zone der sub-kompakten Hochbeiner bestens etabliert. Da hatten die Strategen in Hiroshima einen guten Riecher, als sie vor mehreren Jahren über eine weitere Mazda-Baureihe zu entscheiden hatten, was dann zum CX-3 führte – zu sehen ab 19. Juni beim Mazda-Händler.

 

Mazda CX-3: Kompakt-SUV mit 105 PS-Diesel

So stämmig wie sich das fast 4,30 Meter lange SUV präsentiert, ist es kaum zu glauben, dass der Mazda CX-3 technisch viel mit dem Mazda 2 gemein hat. Fahrer und Beifahrer fällt das zunächst nicht auf, denn vorn sitzt man sehr entspannt, genießt die großzügig dimensionierten, bequem ausgeformten Sitze, die durchdachte Ergonomie samt großem Lenkrad-Einstellbereich und die prima ins Fahrzeug integrierte Sitzposition.

Nur der bei angelegtem Gurt schwer erreichbare Hebel zur Lehneneinstellung passt da nicht ins Bild. Das Gefühl, in einem höherklassigen Auto unterwegs zu sein, unterstreicht der CX-3 mit einer guten Verarbeitung sowie aufgeräumtem Interieurdesign gepaart mit Funktionalität. Das kompakte Instrumenten-Ensemble mit großem Drehzahlmesser und numerischer Geschwindigkeitsanzeige ist typisch für die Top-Ausstattung Sports-Line.

Die preiswerteren Linien haben in der Mitte einen Zeiger-Tacho, während sich der Drehzahlmesser als LCD-Band im Display links daneben klein macht. Grundsätzlich wirkt das Bedienkonzept durchdacht – so wie wir das bereits von den MZD-Connect-Systemen aus anderen Mazda-Baureihen kennen. Die kombinierte Bedienung über Dreh-Drück-Steller (Multi Commander) zwischen den Vordersitzen und die nur im Stand verfügbare Touchfunktion des großen Mittelbildschirms sind schnell erlernt.

Damit werden die Handhabung sämtlicher Audiofunktionen, der optionalen Navigation sowie die Einbindung des Smartphones und die damit optional verfügbaren Online-Dienste der Aha-Plattform (u.a. Web-Radio, Twitter- und Facebook-Funktionen) gesteuert. Überdies werden hier auch die unter dem Begriff i-ACTIVSENSE zusammengefassten Assistenzsysteme verwaltet. Das reicht vom City-Notbremsassistenten bis hin zu Spurwechsel- und Spurhalteassistenten.

Mit den adaptiven Kurven- und Fernlichtfunktionen in Kombination mit dem Voll-LED-Licht und einer radargestützten  Abstandsregelung  inklusive Pre-Crash-Safety-Bremseingriff bietet der CX-3 mehr Sicherheitssysteme als seine Klassenkameraden. Allerdings ist das meiste aufpreispflichtig beziehungsweise an spezifische Ausstattungslinien oder Pakete gebunden.

Den erwachsenen Eindruck aus Sicht des Fahrers können die hinten Mitreisenden dagegen nicht ganz bestätigen. Die Sitzposition ist zwar recht entspannt, aber über dem Kopf und vor allem für die Beine wird es im Fond ziemlich eng – da hat zum Beispiel ein Mazda 3 mehr zu bieten. Immerhin spielt der leicht per asymmetrisch klappbarer Sitzlehnen erweiterbare Kofferraum mit einem Volumen von 350 bis 1260 Litern auf Kompaktklasse-Niveau.

 

Mazda CX-3: Der neue 1,5-Liter-Diesel ist top

Die Wahl des passenden Antriebs erfordert aufgrund des großen Angebots ein wenig Überlegung: Den meisten wird der 2,0-Liter-Basisbenziner mit 120 PS und Frontantrieb genügen, den es bereits ab 17.990 Euro gibt. Den hoch verdichtenden Zweiliter-Sauger kennen wir als genügsamen, kultivierten Vertreter mit harmonischer Kraftentfaltung.

Nur von der Kombination mit der zuweilen etwas eigenwillig agierenden Sechsstufen-Automatik würden wir nach einer ersten Probefahrt eher abraten. Alternativ gibt es den Zweiliter auch mit 150 PS und wahlweise mit dem in seiner Funktionsweise aus dem CX-5 bekannten, automatisch zuschaltenden Allradantrieb (ab 24.690 Euro). Favorit ist aber nach erster Praxiserfahrung der neue 1,5-Liter-Turbodiesel mit 105 PS in Kombination mit der exakten Sechsgang-Handschaltung und Frontantrieb (ab 21.990  Euro).

Schon ab etwa 1300 Umdrehungen erntet man unter Volllast hinreichenden Vortrieb, der sich ab 2000 Touren nochmal deutlich steigert und bis fast 5000 Touren erhalten bleibt. Dabei ist der Vierzylinder akustisch oft nicht als Diesel zu erkennen und arbeitet sehr kultiviert. Seine beachtliche Zugkraft (270 Nm Motor-Drehmoment) bringt der CX-3 SKYACTIV-D ohne große Verluste über die Vorderräder auf den trockenen Asphalt.

Für häufigere Offroad-Einlagen steht der Diesel auch als Allradmodell zur Verfügung. Trotz seiner recht straffen Abstimmung ist der CX-3 kein echter Sportler. Dazu fehlt es der Lenkung ein wenig an Präzision und Direktheit. Fürs Langstreckengleiten und den täglichen Kampf im Großstadtdschungel ist der handliche Mazda CX-3 trotz seines etwas schlecht überschaubaren Hecks aber gut gerüstet.

Unser Fazit

Die Vorschusslorbeeren aufgrund seines tollen Outfits hat sich der Mazda CX-3 redlich verdient. Und der 1,5-Liter-Diesel hinterlässt einen munter-kultivierten Eindruck. Bedienung und Verarbeitung wirken erwachsen, das Raumangebot hinten ist aber knapp.

Jürgen Voigt

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