Vergleichstest Kompaktklasse: Mazda 3, Peugeot 308, Seat Leon Attraktive Artenvielfalt

09.12.2013
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mit ihren leistungsstärksten Benzinern treten der neue Mazda 3 und der ebenfalls taufrische Peugeot 308 gegen den sportlichen Seat Leon an. Kompaktklasse-Vergleichstest

Auf dem Weg zum möglichst effizienten Benzinmotor entscheiden sich die meisten Hersteller aktuell für die klassische Downsizing-Methode, also Turbomotoren mit verhältnismäßig kleinen Hubräumen. Mazda fällt hier mit seiner so genannten SKYACTIV-Technologie (siehe auch Ausgabe 24/2013) ein wenig aus der Reihe. So schöpft die derzeit stärkste Version des Mazda 3 ihre 165 PS aus einem Vierzylinder-Saugmotor mit zwei Liter Hubraum. Seine beiden Kontrahenten in diesem Test verfügen hingegen über Turbo-Triebwerke. Das 1,6-Liter-Vierzylinder-Aggregat des Peugeot 308 155 THP leistet 156 PS, der Motor des Seat Leon 1.4 TSI mit ebenfalls vier Brennräumen mobilisiert 140 PS.

Alle drei versprechen sportliche Fahrleistungen bei moderaten Trinksitten. Welches dieser Kompaktmodelle zu Einstiegspreisen zwischen 21.140 Euro (Seat) und 24.300 Euro (Peugeot) offeriert das überzeugendste Gesamtpaket?

 

Karosserie

Bei den Platzverhältnissen bewegen sich die drei Probanden auf einem vergleichbaren Niveau. Die Vornsitzenden können in puncto Abmessungen und Raumgefühl höchstens geringfügige Unterschiede zwischen den einzelnen Fahrzeugen feststellen. Für die Fondpassagiere sieht es dagegen etwas anders aus.

Im Peugeot müssen sie beispielsweise wegen des optionalen Glas-Panoramadachs (450 Euro), im Mazda wegen der schräg abfallenden Dachlinie die Köpfe ein wenig einziehen. Den meisten Platz auf der Rückbank bietet der Seat, dessen klare Linien und große Fensterflächen zudem die mit Abstand beste Übersichtlichkeit verleihen.

Den größten Kofferraum finden die Passagiere mit einem Fassungsvermögen von 420 bis 1228 Litern im Peugeot vor. Mazda 3 (364 bis 1250 Liter) und Seat Leon (380 bis 1210 Liter) folgen dahinter, wobei der Spanier mit der höchsten Zuladung Punkte gutmacht.

Dafür ist die Variabilität nicht seine Stärke, wie die fehlende Durchreiche in der Rückbank und die störende Stufe im Laderaumboden bei umgeklappter Lehne zeigen. Und auch die Verarbeitungsqualität des Leon kann nicht überzeugen: So traten im Testwagen beim Beschleunigen zeitweilig unschöne Knarzgeräusche im Bereich der Mittelkonsole auf. Der Mazda 3 und vor allem der Peugeot hinterlassen einen wertigeren Eindruck.

Der Japaner punktet zudem mit der umfangreichsten Sicherheitsausstattung. So ist er als einziger beispielsweise ab Werk mit einem Notbremsassistenten ausgestattet. Die Top-Ausstattung Sports-Line (Aufpreis: 3000 Euro) beinhaltet zudem ein Head-up-Display und kann optional um Kurvenlicht erweitert werden (Technik-Paket: 1650 Euro).

KarosserieMax. PunkteSeat Leon 1.4 TSI Start&StopMazda 3 Skyactiv-G 165 i-ELOOPPeugeot 308 155 THP
Raumangebot vorn100686868
Raumangebot hinten100585657
Übersichtlichkeit70413535
Bedienung/ Funktion100868585
Kofferraumvolumen100333137
Variabilität100263232
Zuladung/ Anhängelast80403332
Sicherheit150717774
Qualität/ Verarbeitung200142147148
Kapitelbewertung1000565564568

 

Fahrkomfort

17-Zoll-Räder beim Seat, gar 18-Zoll-Bereifungen bei Mazda und Peugeot: Für das Fahrkomfort-Kapitel bringt das Trio nicht die besten Voraussetzungen mit.

Umso beeindruckender, wie überzeugend sich der Seat Leon in dieser Disziplin schlägt. Sein straff ausgelegtes, exklusiv der FR-Ausstattung (1700 Euro) vorbehaltenes Sportfahrwerk schluckt Fahrbahnunebenheiten weitgehend und verfügt auch im beladenen Zustand über große Reserven. Als weitere Pluspunkte verbucht er den besten Sitzkomfort und das mit Abstand niedrigste Geräuschniveau für sich. Die Federung des Peugeot 308 spricht nicht ganz so sensibel an wie die des Seat, Stöße dringen eher in den Innenraum durch, werden dort aber von der Sitzpolsterung zumeist gut gedämpft. Die bequemen, aber etwas zu eng geschnittenen und tief bauenden Sportsitze für Fahrer und Beifahrer kosten wertvollen Fußraum im Fond.

Auch der Mazda 3 verarbeitet Bodenwellen und Straßenschäden insgesamt recht ordentlich, allerdings sprechen seine Feder-Dämpfer-Einheiten nicht so feinfühlig an wie die seiner Konkurrenten. Zudem führen schon kleinere Fahrbahnunebenheiten zu einem Zittern der Karosserie, das für die Passagiere deutlich spürbar ist. Je mehr er sich seinem maximal zulässigen Gesamtgewicht nähert, desto schneller stößt das Fahrwerk an seine Grenzen. Hinzu kommen gut vernehmbare Abrollgeräusche, die zum insgesamt höchsten Geräuschniveau im Japaner beitragen.

FahrkomfortMax. PunkteSeat Leon 1.4 TSI Start&StopMazda 3 Skyactiv-G 165 i-ELOOPPeugeot 308 155 THP
Sitzkomfort vorn150132129130
Sitzkomfort hinten100686766
Ergonomie150129122126
Innengeräusche50413436
Geräuscheindruck100646465
Klimatisierung50333733
Federung leer200132125129
Federung beladen200128122126
Kapitelbewertung1000727700711

 

Motor und Getriebe

Mit nominell 140 PS verfügt der Seat Leon in diesem Vergleich über die geringste Leistung. Seinen Nachteil von 16 PS gegenüber dem Peugeot und 25 Pferdestärken im Vergleich zum Mazda kann der Spanier im Alltag aber sehr gut kaschieren. Beim Sprint von null auf 100 km/h reiht er sich mit 8,3 Sekunden ziemlich genau in der Mitte zwischen Peugeot (8,0 s) und Mazda (8,5 s) ein. Und auch bei der Höchstgeschwindigkeit befindet sich der Leon mit 211 km/h auf Augenhöhe (308: 213 km/h, Mazda 3: 210 km/h).

Die große Stunde des Seat Leon schlägt bei der Elastizitätsmessung. Beim Zwischensprint von 80 auf 120 km/h im sechsten Gang nimmt er seinen Kontrahenten mindestens vier Sekunden ab. Das Ganze wird abgerundet mit dem niedrigsten Verbrauch von 6,9 Litern pro 100 Kilometer. Mazda und Peugeot genehmigen sich je 7,4 Liter Super.

Der Motor des 308 verwöhnt mit einer beeindruckenden Laufkultur. Das Vierzylinder-Triebwerk dreht seidenweich und erinnert auch akustisch fast schon an einen Sechszylinder-Motor. Die lange Getriebeübersetzung raubt dem 1,6-Liter-Aggregat im unteren Drehzahlbereich jedoch die Kraft. Um zügig vorwärtszukommen, muss der Peugeot-Pilot somit öfter die Gänge wechseln, als ihm das bei der hakeligen Schaltung lieb sein kann.

Ganz anders der Mazda, dessen spontan ansprechender und in jedem Drehzahlbereich kraftvoll zupackender Motor eine gelungene Kombination mit dem knackig zu schaltenden Sechsgang-Getriebe eingeht. Dass er trotz der höchsten Motorleistung deutlich schlechtere Elastizitätswerte aufweist als der rund 90 Kilogramm leichtere Seat Leon, liegt vor allem an den länger übersetzen Gängen fünf und sechs seines Getriebes.

Motor und GetriebeMax. PunkteSeat Leon 1.4 TSI Start&StopMazda 3 Skyactiv-G 165 i-ELOOPPeugeot 308 155 THP
Beschleunigung150110109113
Elastizität100837371
Höchstgeschwindigkeit150616063
Getriebeabstufung100848580
Kraftentfaltung50262825
Laufkultur100636365
Verbrauch325251241241
Reichweite25131213
Kapitelbewertung1000691671671

 

Fahrdynamik

Bei den fahrdynamischen Disziplinen legen die drei Kandidaten ganz unterschiedliche Charaktere an den Tag. Der Seat Leon ist auf dem Handlingkurs der mit Abstand Schnellste. Als Einziger umrundet er den Parcours in unter 1:50 Minuten. Das Sportfahrwerk sorgt für eine sportlich-straffe Straßenlage, das ebenfalls FR-spezifische „Seat Drive Profile“ für eine knackig-direkte Lenkung. Hinzu kommen die gute Traktion dank der elektronischen Differenzialsperre sowie die kräftig zupackende und standfeste Bremsanlage.

Der Mazda 3 bleibt bei der Zeitenjagd auf dem Handlingkurs nicht zuletzt wegen der deutlich schlechteren Traktion zwar 1,5 Sekunden hinter dem Seat, entschädigt dafür aber mit einer gehörigen Portion Fahrspaß. Dazu trägt seine direkte Lenkung ebenso bei wie sein bei Lastwechseln lebhaft ausschwenkendes Heck, das vom DSC (ESP) energisch wieder eingefangen wird. Bei ausgeschaltetem Anti-Schleuderprogramm ist sogar das querfahrende Umrunden von Kurven möglich. So unterhaltsam das für geübte Fahrer sein mag, so wenig zuträglich ist dies der Fahrsicherheit.

Dem Peugeot 308 wiederum sind sportlichdynamische Ambitionen weitgehend fremd. Sein manuell deaktiviertes ESP schaltet sich ab 50 km/h automatisch wieder ein und bremst den Franzosen bereits beim geringsten Anzeichen eines sich anbahnenden instabilen Fahrzeugzustands konsequent ein. Das sorgt für ein Gefühl der Geborgenheit beim Fahrer und bei seinen Passagieren, raubt aber den Spaß an der Kurvenjagd. Auch fehlt es der Lenkung an Rückmeldung. Der 308 entschädigt dafür mit einem geradezu stoischen Geradeauslauf.

FahrdynamikMax. PunkteSeat Leon 1.4 TSI Start&StopMazda 3 Skyactiv-G 165 i-ELOOPPeugeot 308 155 THP
Handling150767068
Slalom100735855
Lenkung100858279
Geradeauslauf50413944
Bremsdosierung30222120
Bremsweg kalt1509910092
Bremsweg warm15011495102
Traktion100454244
Fahrsicherheit150126125130
Wendekreis20121114
Kapitelbewertung1000693643648

 

Umwelt und Kosten

Der Seat Leon 1.4 TSI ist bereits ab 21.140 Euro zu haben. Die FR-Ausstattung inklusive Sportfahrwerk, dem der Spanier seine hohen fahrdynamischen Talente verdankt, schlägt mit 1700 Euro zu Buche. Weitere Punkte sammelt er mit dem geringsten prognostizierten Wertverlust, den niedrigsten Kraftstoff-, Wartungsund Versicherungskosten. Einzig bei den Garantieleistungen hinkt Seat etwas hinterher, denn im Gegensatz zur zeitlich unbegrenzten Mobilitätsgarantie von Mazda und Peugeot bieten die Spanier standardmäßig nur zwei Jahre europaweiten Schutz.

Den 308 155 THP offeriert Peugeot ausschließlich in der Top-Ausstattung Allure, was den höchsten Grundpreis zur Folge hat. Die auf langen Reisen durchaus entspannende Massagefunktion für die Vordersitze ist Bestandteil des optionalen Leder-Pakets, was die Anschaffungskosten ebenso weiter nach oben treibt wie die 18-Zoll-Bereifung. Gleichzeitig wird der Franzose über den Zeitraum von vier Jahren voraussichtlich am meisten Wert verlieren. Da für ihn zudem die höchsten Werkstattkosten anfallen, bleibt dem 308 im Kostenkapitel nur der letzte Platz.

Kostenmäßig in der goldenen Mitte bewegt sich der Mazda 3, zu dessen zweitniedrigstem Grundpreis wegen der 18-Zoll-Räder des Testwagens noch die 3000 Euro für die Ausstattung Sport-Line addiert werden müssen. Anders als der Peugeot hat der Mazda in der Top-Ausstattung dann allerdings praktisch alles an Bord, was die Ausstattungsliste hergibt.

Kosten/UmweltMax. PunkteSeat Leon 1.4 TSI Start&StopMazda 3 Skyactiv-G 165 i-ELOOPPeugeot 308 155 THP
Bewerteter Preis675248230218
Wertverlust50252422
Ausstattung25232323
Multimedia50232425
Garantie/Gewährleistung50193328
Werkstattkosten20161413
Steuer101099
Versicherung40363535
Kraftstoff55413939
Emissionswerte25232322
Kapitelbewertung1000464454434

 

Fazit

Mit vier Kapitelsiegen feiert der Seat Leon einen überzeugenden Testsieg. Der Spanier verbindet Fahrdynamik und -komfort auf einem sehr hohen Niveau, verfügt über den effizientesten Antrieb und stellt zudem das mit Abstand günstigste Angebot dar.

Der Mazda 3 und der Peugeot 308 können da nicht mithalten und teilen sich punktgleich den zweiten Rang. So nahe sich die beiden in der Endabrechnung dieses Vergleichstests stehen, so unterschiedlich sind sie in ihren Charakteren: Der Mazda 3 ist das deutlich fahraktivere Auto, der ausschließlich in der Top-Ausstattung erhältliche Peugeot 308 hingegen legt die Betonung eher auf den Komfort.

Gesamtbewertung

Max. PunkteSeat Leon 1.4 TSI Start&StopMazda 3 Skyactiv-G 165 i-ELOOPPeugeot 308 155 THP
Summe5000314030323032
Platzierung123

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