Maserati MC12 Corse Jenseits von Gut und Böse

16.11.2008

Der Anruf kam, und ich hatte nur 48 Stunden Zeit, mich zu entscheiden“, sagt Hubert Haupt, Ex-DTM-Rennfahrer in Audi- und Opel-Diensten. 48 Stunden für eine Entscheidung, die eine Investition von rund 1,2 Millionen Euro bedeutete

Eckdaten
PS-kW755 PS (555 kW)
AntriebHinterrad, 6 Gang sequentiell
0-100 km/h3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit326 km/h
Preis1.200.000,00€

Jemanden fragen oder um Hilfe bitten konnte er nicht. Denn es ging um die Nummer eins, den ersten von zwölf MC12 Corse. "Ich sagte ja, und das war von Anfang an nur in zweiter Hinsicht eine Frage der lohnenden Investition als vielmehr die einmalige Chance, einen limitierten, 755 PS starken Supersportwagen zu besitzen, der ohne jeden Kompromiss entwickelt wurde." Denn dieses Auto hält sich an keine Regeln, lässt einfach nur die Muskeln spielen und zeigt, was möglich ist.

Maserati gewann 2006 mit dem deutschen Vitaphone-Team und den Fahrern Michael Bartels und Andrea Bertolini die Marken- und Fahrer-Weltmeisterschaft in der FIA-GT-Langstreckenrennserie. Bereits 2005 errangen die Italiener den Markentitel und holten sich den Sieg bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps. Gründe genug, den ultimativen MC12 zu bauen.

"Blue Victory" nennt sich folgerichtig die Grundfarbe des im Dezember präsentierten MC12 Corse. Hubert Haupt orderte sein Modell aber in Schwarz. Der 37-jährige Unternehmer aus München wurde zur Übergabe nach Italien eingeladen. Auf dem Adria-Raceway südlich von Venedig ging er zum ersten Mal auf Tuchfühlung mit dem schwarzen Ungeheuer: "Die Prozedur ist immer gleich. Eine Mannschaft von zehn Technikern betreut den Wagen. Weltmeister und Testfahrer Andrea Bertolini fährt das Auto warm, kommt zurück in Box, und nach einem kurzen Datencheck steigt man selbst ein – ich bin insgesamt 60 Runden an diesem Tag gefahren."

Der zwei Meter breite Heckflügel, der große Lufteinlass vorn und die tief herunterreichenden Karosserieteile ergeben ein brutale Optik. Der Flügel wurde ursprünglich für die Rennversion entwickelt, musste aber dort auf Grund des verschärften Reglements einer kleineren Version weichen. Ähnliches gilt für den Motor. Das Sechsliter-V12-Triebwerk darf im Gegensatz zum 630 PS starken Rennwagen ohne Air-Restriktor einatmen. Der Lufteinlass thront über dem Motor direkt hinter dem herausnehmbaren Dachteil. Genauso ungezwungen atmet das Triebwerk auch wieder aus. Auf beiden Seiten der Zylinderbänke münden jeweils sechs Auspuffkrümmer in einem Endrohr – ungedämpft. Die Trompeten von Jericho dürften ähnlich markerschütternd geklungen haben.

755 PS bei 8000 Umdrehungen und 710 Nm maximales Drehmoment bei 6000/min sind für Normalfahrer unfassbar. Haupt sieht das Problem beim Corse trotzdem ganz woanders: "Die Karbonbremse braucht eine Arbeitstemperatur von über 500 Grad. Erst dann kann man die Bremsleistung fein dosieren. Trotz meiner Rennerfahrung hatte ich anfangs viel mit blockierenden Rädern zu kämpfen. Den Wagen überhaupt ans Limit zu bringen, ist sehr schwer – es gibt keine elektronischen Hilfsmittel für den Ernstfall. Schub, Handling und Geräuschkulisse sind einzigartig."

Haupt besitzt auch einen leistungsgesteigerten Porsche Carrera GT. "Doch selbst mit Slicks bestückt dürfte der gegen den Maserati keine Chance haben." Um den zwölf Besitzern den Umgang etwas zu erleichtern, tauschte die Maserati-Motorsportabteilung das empfindliche Renngetriebe gegen die Sechsgangschaltung aus der 50 Mal gebauten Straßenversion aus. Die Kupplung musste dabei an die gewachsene Leistung angepasst werden. Eine weitere Annehmlichkeit: Zu Gunsten einer höheren Sitzposition und damit besseren Übersicht verzichteten die Techniker auf das Überrollbügelkreuz unter dem Dach.

Da dieser Maserati keine Straßenzulassung hat, organisiert die Rennabteilung sechs Mal im Jahr spezielle Events für die MC12 Corse-Fahrer auf ausgesuchten Rennstrecken. Drei Mal 30 Minuten Fahrzeit für alle sind bei diesen Treffen geplant. Die Teilnahme muss jeder Fahrer allerdings extra zahlen (rund 310000 Euro) – so macht es auch Ferrari beim FXX. Das Leistungsgewicht des MC12 Corse – jedes PS steht gerade mal 1,5 Kilogramm gegenüber – unterbietet der Konzernbruder FXX ganz knapp. Die beiden teilen sich nur wenige Technikkomponenten, die Grundkonstruktion des Motors gehört dazu. Der aggressivere Maserati war jedoch von Geburt an dazu bestimmt, Rennen zu gewinnen. Hubert Haupt bereut seine schnelle Entscheidung nicht. "Das erste und das letzte Modell einer solchen Baureihe sind immer etwas Besonderes." Den letzten der 30 Ferrari FXX besitzt übrigens Michael Schumacher – auch in Schwarz.

Fazit


Technische Daten
Motor 
ZylinderV12-Zylinder, Mitte längs, 4 Ventile pro Zylinder
Hubraum5998
Leistung
kW/PS
1/Min

555/755
8000 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
710
6000 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang sequentiell
AntriebHinterrad
Fahrwerk 
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1150
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)3
Höchstgeschwindigkeit (km/h)326
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauchk.A.
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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