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Maserati Gransport

Ganz schön zackig

Der Name Gransport hat im Hause Maserati eine bis in die 50er-Jahre zurückreichende Tradition. Aber nicht nur der Name macht den Reiz des Besonderen aus

Eckdaten
PS-kW400 PS (294 kW)
AntriebHeckantrieb, 6 Gang sequentiell
0-100 km/h4.90 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit290 km/h
Preis103.600,00 €

Edel und dezent, aber trotzdem mit eindeutig sportlichen Zügen versehen, ist der Maserati Gransport genau das Sportgerät der italienischen Edelschmiede mit dem Dreizack im Wappen, das sich die eher auf Zurückhaltung bedachte Klientel schon seit geraumer Zeit gewünscht hat. Understatement auf hohem Niveau ist angesagt. Und seit Ferrari seine Finger bei Maserati im Spiel hat, denkt man hier auch wieder über die besonderen Spielarten des Automobilbaus nach. Dies hat Tradition, denn schon in den 50er-Jahren war es der berühmte Karosseriebauer Frua, der auf Basis des Maserati A6G mit seinem Zwei-LiterMotor, der ursprünglich für den Rennsport entwickelt wurde, ein aufregendes Coupé entwarf – die Geburtsstunde des Gransport. Der heutige Gransport basiert auf dem Maserati Coupé und ist auch als solches deutlich zu erkennen. Von der optischen Zurückhaltung, die dieses bildhübsch gestylte Fahrzeug auszeichnet, ist er allerdings ein ganzes Stück entrückt. Massive Seitenschweller und neues Spoilerwerk an Front und Heck fallen ebenso auf wie die verchromten Maschengittereinlagen an den Lufteinlässen in der Front und an der Heckschürze. Ein sportlicher abgestimmtes Fahrwerk senkt zudem die Karosserie um zehn Millimeter ab. Reifen im 19-Zoll-Format runden den optischen Auftritt ab. Diese Kleidung ist nicht von der Stange, es ist ein italienischer Maßanzug. Natürlich gehört auch – und da lässt sich bekanntlich kein Italiener lumpen –zur optischen Veredelung zumindest eine kleine innere Aufwertung. Dank modifizierter Elektronik und verbesserter Beatmung leistet der von Ferrari beigesteuerte V8-Zylinder jetzt 400 PS, zehn PS mehr als das normale Coupé. Per Knopfdruck auf der Mittelkonsole den Motor starten, sich am dumpfen Röcheln des Triebwerks erfreuen, den ersten Gang einlegen – geschaltet wird beim Gransport ausschließlich mit dem sequenziellen Cambiocorsa-Getriebe über Wippen am Lenkrad –, und los geht’s. Trotz verbesserter Software wird jeder Schaltvorgang von einer deutlich spürbaren Kraftunterbrechung begleitet. Dies stört zwar ein wenig, aber einem heißblütigen Italiener verzeiht man ja vieles, auch die Motorvibrationen oder das Nachlaufen von Spurrinnen. Dafür klingt der Maserati aus dem Auspuff genauso heiser wie Gianna Nannini in ihrer besten Zeit – vor allem dann, wenn ab 5000 Umdrehungen der Klappenauspuff seine Pforten öffnet. Was will Mann mehr? Ach ja: in 4,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen, eine Höchstgeschwindigkeit von 290 km/h erzielen und auf kurvigem Geläuf der König sein. Auch diese Kriterien erfüllt der Gransport. Besonders das sportlich abgestimmte Fahrwerk und die direkte Lenkung bereiten unglaubliche Freude. Präzise lassen sich alle Biegungen anvisieren, Sperrdifferenzial und ESP verhindern ein Ausbrechen des Hecks. Ohne ESP nimmt der Spaß für den Könner noch größere Formen an. Drifts lassen sich dann wie von selbst bewerkstelligen. Der Gransport fährt besser, klingt satter und sieht feuriger aus als das Coupé. Über den Preis von 103600 Euro breitet man dagegen besser den Mantel des Schweigens aus.

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Maserati Gransport

PS/KW 400/294

0-100 km/h in 4.90s

Heckantrieb, 6 Gang sequentiell

Spitze 290 km/h

Preis 103.600,00 €