Marderbiss und Marder-Abwehr: So schützen Sie sich vor Marderschäden Überfall mit Biss

06.09.2011

Sie kommen in der Nacht und richten jedes Jahr Millionenschäden an. Was wirklich vor Mardern schützt

 

Marderbiss: Nager-Ärger mit langer Historie

Die mysteriösen Vandalen tauchten im Jahr 1978 zum ersten Mal auf: Einwohner des schweizerischen Winterthur fanden morgens in ihren Autos zerschnittene Zündkabel, löchrige Schläuche und abgerissene Dämmstoffe vor. Die Polizei konnte keine Fingerabdrücke oder Fußspuren der Täter entdecken. Erst der Gendarm und Jagdaufseher Ruedi Muggler ertappte die Verursacher auf frischer Tat: wilde Steinmarder.

Schon bald verbreitete sich das Phänomen in Mitteleuropa. „Die ersten deutschen Fälle wurden 1979 aus München gemeldet“, sagt Johann Gwehenberger vom Allianz Zentrum für Technik. Der Wissenschaftler hat sich eingehend mit dem Marder-Problem befasst, das Mitte der 90er Jahre schließlich Kiel erreichte. Ein Ende ist nicht abzusehen: Allein von 2003 bis 2007 nahm die Anzahl der von den Versicherungen erstatteten Schäden um über 40 Prozent zu. „Dabei fällt die Dunkelziffer wesentlich höher aus, da viele kleine Defekte, die sich im Rahmen der Selbstbeteiligung bewegen, nicht gemeldet werden“, sagt Gwehenberger.

Geheimtipp Motorraum
Doch was bringt die menschenscheuen Tiere dazu, sich auf unsere Autos zu stürzen? „Steinmarder sind neugierig, haben einen ausgesprochenen Spieltrieb und verstecken sich gern in engen Unterschlüpfen“, so der Experte. Da war es nur noch eine Frage der Zeit, Motorraum für sich entdeckten.


Quelle: GDV, AvD

Hier finden sie zudem genügend weiche Kunststoffe und Gummiteile, um ihrem Beißdrang nachzukommen. Den Geheimtipp Auto haben die Marder dann von Generation zu Generation weitergegeben. „Ein weiterer Grund für die rasche Ausbreitung ist sicherlich, dass die Motorräume heute enger verbaut sind als früher und deshalb einen noch besseren Unterschlupf bieten.“

Pendler eher betroffen
Obwohl sich die Attacken wie der berühmte Marderbiss über das ganze Jahr verteilen, gibt es einen deutlichen Anstieg zur Paarungszeit der Marder im Frühjahr und im Sommer. „Männliche Tiere werden dann besonders aggressiv, wenn sie die Duftmarken von Rivalen im Motorraum riechen“, so Gwehenberger. Daher fallen die Autos von Pendlern, die in verschiedenen Revieren parken, den Mardern bevorzugt zum Opfer.

Sicherheitsrelevante Schäden treten glücklicherweise selten auf. So sind etwa die Bremsleitungen für die Marder schwer erreichbar und bestehen aus stabilem Kunststoff. Doch mit den Angriffen der kleinen Vandalen werden wir zunächst  weiter leben müssen.
Markus Bach

 

MARDERABWEHR: DAS HILFT GEGEN MARDER

Die klassischen Hausmittel gegen die Eindringlinge sind ebenso vielfältig wie wirkungslos: Ob Hundehaare, WC-Steine, tickende Wecker oder Maschendraht unter dem Motorraum – die Marder lassen sich davon nicht abhalten. Umstritten ist auch die Wirkung von Ultraschallgeräten und Anti-Marder-Duftsprays. Die Tiere gewöhnen sich sehr schnell an die Gerüche.

Noch besser sind Elektroschockanlagen (li.), die dem Tier einen harmlosen Stromschlag verpassen. Unter www.kuk-schuster.de, www.mardersicher.de und www.marderabwehr.de gibt es solche Einbausätze ab 100 Euro.

Als einer der ersten Hersteller bietet VW für den Golf und den Golf Plus einen Motorraumschutz gegen Marderbisse für 190 Euro an (u.).

1 Im Bereich der austretenden Abgasanlage verhindert ein Lochblech das Eindringen des Marders

2 Flexible Bürstenvorhänge weichen bei jeder Bewegung der Aufhängung und der Lenkung zurück. Danach schließt sich die Öffnung wieder

3 Ein Unterbodenschutz verdeckt den Großteil des Motorraums. Positive Nebenwirkung: Der Straßendreck bleibt ebenfalls draußen

ZAHLT DIE VERSICHERUNG?
Trügerischer Schutz: Die meisten Teilkaskoversicherungen ersetzen zwar die direkten Schäden, die durch Marder entstanden sind. Doch die Kosten für einen durchgebissenen Schlauch liegen meist im Rahmen der Selbstbeteiligung. „Daher melden viele Autofahrer solche Schäden nicht“, weiß Daniel Friedheim vom Vergleichsportal Check24.de.

Wird die Bissattacke nicht rechtzeitig bemerkt, kann es aber viel teurer werden. So können Zündaussetzer den Katalysator zerstören, im schlimmsten Fall droht ein Motorschaden. Das Problem: „Diese Kosten werden nur von Policen übernommen, die auch die Folgeschäden mitversichern“, so Friedheim. Daher haben wir für Sie zusammen mit Check24.de die günstigsten Tarife herausgesucht, die solche Reparaturen übernehmen. Damit der Marderbiss – zumindest finanziell – folgenlos bleibt.

DIE 10 GÜNSTIGSTEN TARIFE, DIE FOLGESCHÄDEN MITVERSICHERN

So haben wir gerechnet: Der Autofahrer in unserem Beispiel besitzt einen neuen VW Golf 1.6, ist 40 Jahre alt und wohnt zur Miete. Der Angestellte fährt maximal 15.000 Kilometer im Jahr und parkt nachts auf der Straße. Er ist in die Schaden-Freiheitsklasse 15 eingestuft und hat eine Kasko-Selbstbeteiligung von 500 Euro.

## Versicherer
(Tarif)
Haftpflicht Vollkasko
Jahres-
beitrag
 Schäden Ersparnis
1 HDI24
(Klassik)

201 262  463  bis 1000  406 2 R+V24  228  287  515  bis 1500  354 3 HUK24
(Classic) 203  322  525  bis 3000  344 4 Direct Line
(Klassic)  268  258  526  bis 1000  343 5 Ineas
(Super+)  196  332  528  unbegrenzt  341 6 Hannoversche
Direkt  260  294 553  bis 2000  316 7 BGV
(Klassik)  251  328  579  bis 1000  290 8 DEVK
Standard)  267  325  592 bis 1000  277 9 Sparkassen Direkt
(AutoPlusProtect)  266  329  594  bis 1000  275 10 Europa
(Komfort)  269  360  629 bis 1000 240 Teuerster Anbieter
im Vergleich  394  475  869  bis 1000  0 Angaben in Euro. Alle Tarife ohne Werkstattbindung und Schutzbrief; Stand: 21.7.2009; Quelle: www.check24.de

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