Marderabwehr Kfz: Der richtige Schutz für Ihr Auto Bis(s) zum Schaden

19.11.2014

Marderbisse kosten jedes Jahr Millionen. Welche Autos gefährdet sind und was gegen die Tiere hilft

Kleines Tier, große Wirkung: Wilde Steinmarder haben im letzten Jahr an deutschen Autos Schäden von rund 60 Millionen Euro verursacht. Über 236.000 Fälle wurden allein 2010 von den Versicherungen erfasst. Damit hat sich die Anzahl der Marder-Attacken seit 2003 fast verdoppelt. Die Dunkelziffer dürfte noch wesentlich höher liegen, da viele kleine Defekte den Versicherern gar nicht erst gemeldet werden. Die Folgen der nächtlichen Besuche reichen von zerbissenen Kabeln und Schläuchen bis hin zu Motorschäden. Im Extremfall kann es sogar zu einem Fahrzeugbrand kommen.

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Doch warum sind unsere Autos bei den kleinen Raubtieren so beliebt? „Steinmarder haben einen starken Spieltrieb und verstecken sich gern in engen Unterschlüpfen“, so Marder-Expertin Beate Ludwig. Vor allem zur Paarungszeit im Frühjahr und Sommer nehmen die Attacken zu: „Riechen männliche Tiere die Duftmarken von Rivalen im Motorraum, werden sie besonders aggressiv“, so Ludwig. Daher sind vor allem die Autos von Pendlern, die in verschiedenen Marder-Revieren parken, gefährdet.

Doch zumindest die Premium-Hersteller haben in den letzten Jahren dazugelernt und beugen Marderbissen nun präventiv vor. „Alle gefährdeten Kabel werden mit stabilen Schläuchen überzogen und wenn nötig verkapselt“, so Gerd Eßer von Mercedes. Der zusätzliche Schutz ist jedoch ein Kostenfaktor, den sich nicht alle Marken leisten. Zudem ist die Bedrohung durch Marder ein europäisches Problem: „In Amerika und Asien gibt es keine Marder-Schäden“, sagt Ludwig. „Daher lohnt es sich für global verkaufende Volumenhersteller nicht, ihre Motorräume speziell anzupassen.“

Geplagten Autofahrern bleibt nur, die Kabel nachträglich mit Schläuchen zu schützen. Auch Elektroschockanlagen helfen: Einbausätze kosten ab 85 Euro, etwa von Schaub oder K&K. Umstritten ist dagegen die Wirkung von Ultraschallgeräten, Maschendraht unter dem Motorraum oder Duftsprays. Bei der Versicherung sollten Autobesitzer darauf achten, dass diese nicht nur die direkten Auswirkungen der Marder, sondern auch die oft viel teureren Folgeschäden übernimmt.
Markus Bach

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