Luxuslimousinen-Vergleich: Neue Mercedes S-Klasse gegen Audi A8 & BMW 7er Besser geht's nicht

13.06.2013
Inhalt
  1. Üppiges Raumangebot dank langem Radstand
  2. S-Klasse mit Airbags in den Gurten und im Sitz
  3. Aufwändige Technik und liebevolle Details
  4. Ausgefeilte Aerodynamik und ein geringes Gewicht
  5. Noch fehlt ein Zwölfzylinder im S-Klasse-Sortiment

Mercedes inthronisiert eine neue S-Klasse und will hinsichtlich Komfort, Raumangebot und Sicherheit neue Maßstäbe definieren. Sehen die Luxusliner von Audi und BMW jetzt alt aus? Der aktuelle Status Quo

Um die stattliche Erscheinung der neuen Mercedes S-Klasse besser einordnen zu können, haben wir zum ersten Fotoshooting direkt die beiden wichtigsten Rivalen mitgebracht: Audi A8 und BMW 7er.

Dem komplett neu entwickelten Mercedes S 500 mit langem Radstand treten der vergangenes Jahr kräftig überarbeitete BMW 750Li sowie der Audi A8 L 4.0 TFSI quattro entgegen. Der Audi nähert sich zwar bereits dem Ende seines Modellzyklus, doch erfährt er zum Herbst eine umfassende Modellpflege nebst kosmetischer Retuschen, die seine Konkurrenzfähigkeit weiterhin sicherstellen soll, bis der Nachfolger ihn ablöst.

Alle drei Limousinen wirken ausgesprochen stattlich und garantieren einen repräsentativen Auftritt.

 

Üppiges Raumangebot dank langem Radstand

Dass der S 500 in der Langversion antritt, wird auf den ersten Blick nicht sichtbar. Die zusätzlichen 132 Millimeter Länge verteilen sich harmonisch auf die insgesamt 5246 Millimeter lange Karosserie. Der BMW 750Li zeigt hingegen in der Seitenansicht deutlich, dass er mit 3210 Millimeter den größten Radstand bietet. Das längste und breiteste Auto ist aber der Audi.

Dennoch wirkt der A8 im Innenraum eine Spur figurbetonter als seine Rivalen. Besonders auf den vorderen Sitzen ist der Mercedes dank der luftigen Cockpit-Gestaltung mit riesigem Display-Panel sehr geräumig. Der 7er profitiert vor allem im Fond von seinem ellenlangen Radstand und offeriert einen fürstlichen Knieraum. Auch der Mercedes gestattet hinten sehr viel Bewegungsfreiheit. Der Audi ist seinerseits zwar ebenfalls sehr großzügig bemessen, erreicht aber nicht ganz das verschwenderische Raumgefühl seiner Rivalen.

Gegen Aufpreis bietet er jedoch genau wie der Mercedes eine Einzelsitzanlage im Fond sowie einen Ruhesitz mit elektrisch ausfahrbarer Beinauflage. Da kann der BMW nicht mithalten, der zwar optional auch mit zwei Komfortsitzen im Fond aufwartet, aber auf die Liegesitz-Funktion verzichten muss.

 

S-Klasse mit Airbags in den Gurten und im Sitz

Damit der Passagier auf dem flach gestellten Liegesitz im Fond (Executive-Sitz) im Fall eines Unfalles optimal geschützt wird, setzt Mercedes neuerdings einen so genannten Cushion-Airbag ein, der im vorderen Teil der Sitzfläche verborgen ist und ein Hindurchrutschen unter dem Gurt verhindert. Auch die hinteren Gurtbänder selbst tragen einen Airbag, der beim Crash die Fläche des Gurtes verdreifacht und die Belastung des Brustkorbsreduziert.

Aber das ist erst ein kleiner Teil der Sicherheitsausstattung: Eine aktive Motorhaube schützt Fußgänger, die Presafe-Sensorik erkennt neuerdings auch drohende Heckkollisionen, und ein ganzes Heer von Assistenzsystemen geht dem Fahrer zur Hand oder vermeidet sogar autonom Kollisionen mit vorausfahrenden Fahrzeugen oder querenden Fußgängern. Diesbezüglich ist die neue S-Klasse der unangefochtene Spitzenreiter, auch wenn die zwei Wettbewerber ihrerseits bereits mit beinahe allen erdenklichen Features ausgerüstet werden können.

 

Aufwändige Technik und liebevolle Details

Zu den traditionellen Stärken der Luxuslimousinen zählt natürlich ihr herausragender Fahrkomfort. Nachdem die überarbeitete 7er-Reihe in dieser Hinsicht in den letzten Tests brillieren konnte, dürfte die S-Klasse künftig neue Standards definieren. So setzen zwar alle drei Flaggschiffe auf adaptive Luftfederfahrwerke, doch nur der Mercedes ist in der Lage, die Fahrbahn mittels Stereo-Kameratechnik zu scannen und das Set-up dementsprechend situativ anzupassen – bevor das Auto die Fahrbahnunebenheit überhaupt erreicht hat. Da müssen Audi und BMW passen. Auch mit Kleinigkeiten wie etwa einer Massage-Funktion inklusive Hot Stone-Technik oder dem dreidimensionalen Klangerlebnis der Burmester-Soundanlage legt die S-Klasse Stück für Stück die Messlatte höher.

Das ist umso beachtlicher, da auch der Audi und der BMW ihre Insassen bereits mit allen möglichen Komfort-Extras umschmeicheln und einen erlesenen Geräuschkomfort bieten.

 

Ausgefeilte Aerodynamik und ein geringes Gewicht

Ein rekordverdächtig niedriger Luftwiderstandsbeiwert von cW 0,24 sowie eine umfangreiche Geräuschdämmung versprechen einen bislang ungekannten Akustik-Komfort an Bord der neuen Mercedes-Staatskarosse. Außerdem hilft der günstige Strömungsverlauf, den Verbrauch zu reduzieren und die Fahrleistungen zu optimieren. Der von zwei Turboladern beatmete V8 im S 500 soll den Sternenkreuzer in nur 4,8 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und dennoch im Schnitt nur 8,6 Liter verbrauchen. Exakt jene Werte verspricht auch der BMW 750Li. Noch einen Hauch schneller beschleunigt der Konterattacke: A8 zieht das Facelift-As gegen Mercedes, der dank serienmäßigem Allradantrieb ganz ohne Traktionsprobleme lossprintet und wegen der vollständig aus Aluminium gefertigten Karosserie lediglich fünf Kilogramm mehr auf die Waage bringt als der 500er mit Hinterradantrieb. Beim Verbrauch allerdings fordert die zusätzliche Mechanik des Allrads ihren Tribut: Laut EU-Norm verbrennt der Audi einen knappen Liter mehr als seine Gegner – trotz Zylinderabschaltung.

BMW verkauft den 7er optional ebenfalls mit Allradtechnik (xDrive), wodurch aber Gewicht (plus 75 Kilo) und Verbrauch (plus 0,8 Liter) ansteigen. Eine 4Matic-Version der S-Klasse soll in absehbarer Zeit folgen.

Zum effizienten Antrieb und gediegenen Fahrkomfort tragen überdies die achtstufigen Automatik-Getriebe in Audi und BMW sowie die siebenstufige Automatik des Mercedes bei, deren Wandler fortan mit reduziertem Schlupf arbeitet.

 

Noch fehlt ein Zwölfzylinder im S-Klasse-Sortiment

Außerdem soll schon bald eine Plug-in Hybrid-Version des S 500 folgen, die den Durchschnittsverbrauch laut EU-Norm auf weniger als vier Liter je 100 Kilometer senken soll. Zum Start der Mercedes S-Klasse sind neben dem 500er zunächst zwei Modelle verfügbar: Der S 400 Hybrid kombiniert einen 306 PS starken V6-Benziner mit einem 27-PS-Elektro-Motor und soll nur 6,3 Liter verbrauchen, während der 350 BlueTEC auf einen V6-Diesel mit 258 PS setzt und im EU-Mittel sogar nur 5,6 Liter benötigt. Ferner wird ab 2014 ein S 300 BlueTEC Hybrid das Angebot ergänzen, dessen Vierzylinder-Diesel (204 PS) ebenfalls von einem E-Motor mit 20 kW/27 PS unterstützt wird und einen Durchschnittsverbrauch von lediglich 4,4 Liter realisieren soll. Die Euro-6-Norm erfüllen alle.

Das Antriebsspektrum der Konkurrenten präsentiert sich momentan breiter gefächert: Audi hat vom Hybrid mit 245 PS Systemleistung bis hin zum 520 PS starken S8 sieben Motorisierungen im Programm – inklusive eines prestigeträchtigen Zwölfzylinders mit sechs Liter Hubraum. Bei BMW darf der Kunde ebenfalls zwischen sieben verschiedenen Antrieben wählen. Die Spanne reicht vom 258-PS-Diesel bis zum feinen V12 mit 544 PS. Neben der Hybrid-Version (354 PS Systemlesitung) ist besonders der 750d mit dreifacher Turboaufladung interessant: Der Sechszylinder leistet 381 PS und hat maximal 740 Nm, soll aber nur 6,4 Liter Diesel benötigen.

FAZIT

Auf den ersten Blick erfüllt die neue S-Klasse von Mercedes sämtliche Erwartungen, so hoch diese auch sein mögen. Raumangebot und Sitzkomfort sind fürstlich, die gebotene Sicherheitsausstattung hat Referenz-Status. Außerdem verspricht der Chef-Daimler einen erlesenen Antriebs- und Fahrkomfort – wir sind äußerst gespannt.

Audi und BMW bieten ebenfalls üppige Platzverhältnisse sowie erlesene Komfort-Features – wenngleich sie nicht mit all jenen Raffinessen aufwarten können, die der neue Mercedes aufbietet. Dafür müssen sie dynamisch nichts mehr beweisen: Der 7er vereint agiles Handling und sensibles Abrollverhalten, während der allradgetriebene Audi mit höchster Fahrsicherheit glänzt.

TECHNIK
     

AUDI A8 L 4.0 TFSI quattro
BMW 750Li
MERCEDES S 500 LANG
Motor V8-Zylinder, 4-Ventiler,
Biturbo, Direkteinspritzung,
Zylinderabschaltung
V8-Zylinder,
4-Ventiler,
Biturbo, Direkteinspritzung
V8-Zylinder,
4-Ventiler,
Biturbo, Direkteinspritzung
Hubraum 3993 cm³ 4395 cm³ 4663 cm³
Leistung 309 kW / 420 PS
bei 5000 /min
330 kW / 450 PS
bei 5500 /min
335 kW / 455 PS
bei 5250 – 5500 /min
Max. Drehmom. 600 Nm
bei 1500 – 4500 /min
650 Nm
bei 2000 – 4500 /min
700 Nm
bei 1800 – 3500 /min
Getriebe 8-Stufen-Automatik 8-Stufen-Automatik /-Stufen-Automatik
Antrieb Allrad Hinterrad Hinterrad
L/B/H 5267/1949/1471 mm 5219/1902/1481 mm 5246/1899/1491 mm
Radstand 2992 mm 3210 mm 3165 mm
Leergewicht 1945 kg 1960 kg 1940 kg
Zuladung 650 kg 650 kg 750 kg
Kofferraumvol. 510 l 500 l 530 l
Tankinhalt 90 l 80 l 78 l
MESSWERTE
     
0 - 100 km/h¹ 4,7 s 4,8 s 4,8 s
Höchstgeschw.¹ 250 km/h
(elektr. abgeregelt)
250 km/h
(elektr. abgeregelt)
250 km/h
(elektr. abgeregelt)
EU-Verbrauch¹ 9,5 l SP/100 km 8,6 l SP/100 km 8,6 l S/100 km
CO2-Ausstoß¹ 221 g/km 199 g/km 199 g/km
KOSTEN      
Grundpreis 100.200 Euro 99.900 Euro 107.636 Euro
¹ Werksangaben

Martin Urbanke

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