Zwölfzylinder-Limousinen von BMW und Mercedes BMW 760Li und Mercedes S 600 lang

05.01.2010
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Die feine Gesellschaft verzichtet auch beim Reisen nicht auf standesgemäßen Luxus. Der neue BMW 760Li und der Mercedes S 600 lang erfüllen diesen Anspruch mit kräftigen Zwölfzylindern

Mit dem 750i, dem ersten deutschen Zwölfzylinder- Motor der Nachkriegszeit, stieg BMW 1987 endgültig in den automobilen Hochadel auf. Mercedes genügte bis dahin ein V8 als Topmotorisierung für die S-Klasse. Erst mit Einführung der S-Klasse-Generation W 140 im Jahr 1990 hatten auch die Schwaben wieder einen Zwölfzylinder im Programm. Mit dem neuen BMW 760Li, dessen zwölf Brennräume nun auch wie beim S 600 von Turboladern zwangsbeatmet werden, erhält das Duell der Erzrivalen wieder neuen Antrieb.

 

Karosserie

Der Kampf um die Krone in der Luxusklasse beginnt im Fond der beiden um 14 cm verlängerten Limousinen. BMW und Mercedes sind gleichermaßen höfliche Diener – lange, weit öffnende Türen erleichtern den Einstieg, und die Platzverhältnisse sind mehr als ausreichend. Selbst sehr großgewachsene Insassen stoßen weder ans Dach noch mit ihren Knien an die Vordersitze.

Über Enge kann hier niemand klagen – das gilt auch dann, wenn die Besitzer vorn Platz nehmen und am Sonntag selbst die großen Limos zum Golfplatz steuern. Den Chauffeur freut es nicht nur, weil er frei hat, sondern weil der Chef so auch mal merkt, dass die über 5,20 Meter langen Limos trotz Rückfahrkameras und Einparkhilfen nur mäßig übersichtlich sind. Allerdings ist das Jammern auf sehr hohem Niveau.

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Leichte Kritik erntet auch die Bedienung des Mercedes: Auf den ersten Blick befindet sich die Einstellung der Multikontursitze des S 600 vorbildlich im oberen Bereich der Türtafel, doch ein Teil der komplexen Einstellmöglichkeiten müssen über das Comand APS-System vorgenommen werden. Eine übersichtlichere Lösung wie die im BMW mit allen Funktionen an der Flanke der Sitze wäre besser – so lassen sich alle Einstellungen auch während der Fahrt problemlos ohne hinzugucken vornehmen.

Vorbildlich ist hingegen die nahezu vollständige Sicherheitsausstattung des Schwaben. Auch der BMW lässt kaum Wünsche offen, aber der S 600 bietet mit Presafe-System und hinteren Seitenairbags sowie einem Knieairbag für den Fahrer das umfangreichere Schutzprogramm.

KarosserieMax. PunkteMercedes S 600 langBMW 760Li
Raumangebot vorn1009494
Raumangebot hinten1009696
Übersichtlichkeit703838
Bedienung/ Funktion1008083
Kofferraumvolumen1004841
Variabilität10033
Zuladung/ Anhängelast804448
Sicherheit150131114
Qualität/ Verarbeitung200195191
Kapitelbewertung1000729708

 

Fahrkomfort

Die Paradedisziplin der S-Klasse ist der Komfort. Mit serienmäßiger Luftfederung an allen Aufhängungen und der Active Body Control (ABC) zeigt der Mercedes einen tadellosen Federungskomfort. Je heftiger die Unebenheiten werden und je mehr Personen mitfahren, desto souveräner hält er seine Karosserie ruhig. Zudem bieten die Sitze vorn wie hinten eine vorzügliche Polsterung. Lediglich die etwas kurz geratenen Lehnen der Multikontursitze könnten höher aufragen. Da hat der BMW deutlich mehr Schulterunterstützung zu bieten.

Ohnehin zählen die Vordersitze des 7er zu den besten ihrer Art. Kaum ein Sitz lässt sich derart optimal anpassen wie der im BMW – absolut überzeugend. Der Federungskomfort überzeugt dagegen nicht in allen Bereichen. Auch der 760Li rollt zwar geschmeidig ab und schwebt nahezu über groben Asphalt. Kanaldeckel und Kanten kommentieren die Federelemente des langen Bayern ebenso wie die des Mercedes hörbar, und auch im 760Li werden die Stöße nicht bis in den Innenraum weitergereicht.

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Erst auf sehr hohen Bodenwellen und unter voller Zuladung kommt der BMW, der rundum über adaptive Dämpfer, aktive Stabilisatoren (Dynamic Drive) und eine hintere Luftfederung verfügt, an seine Grenzen. Der Wechsel vom Komfort- in den Normalmodus reduziert das tiefe Nachsacken des Hecks und damit die Tendenz zum Durchschlagen.

FahrkomfortMax. PunkteMercedes S 600 langBMW 760Li
Sitzkomfort vorn150137142
Sitzkomfort hinten1009896
Ergonomie150125124
Innengeräusche504947
Geräuscheindruck1009395
Klimatisierung504747
Federung leer200188186
Federung beladen200188180
Kapitelbewertung1000925917

 

Motor und Getriebe

Die Daten sprechen eine klare Sprache: Hier schöpfen beide Hersteller aus dem Vollen. BMW spendiert dem neuen Motor nicht nur Benzin-Direkteinspritzung und Biturbo- Aufl adung, sondern koppelt das 544 PS starke Aggregat an eine Achtstufenautomatik. Der Antriebsstrang des 760Li ist ein Gedicht: feines Ansprechverhalten, seidige Laufruhe und schier unendliche Kraft.

Zudem kommt auch beim 750 Nm starken Zwölfzylinder das EfficientDynamics-Paket – unter anderem mit abkoppelbarem Klimakompressor und weiteren verbrauchsoptimierenden Maßnahmen – zum Einsatz, um den Verbrauch zu senken. Im Vergleich mit dem Mercedes gelingt das aber nicht wirklich. Der 517- PS-V12 des S 600, der mit Saugrohreinspritzung arbeitet und seine Leistung nur über eine Fünfstufenautomatik verteilt, spricht zwar etwas verzögerter an, verbraucht aber dafür fast einen Liter weniger.

Motor und GetriebeMax. PunkteMercedes S 600 langBMW 760Li
Beschleunigung150137141
Elastizität10000
Höchstgeschwindigkeit1509090
Getriebeabstufung1009095
Kraftentfaltung504547
Laufkultur100100100
Verbrauch3259479
Reichweite25108
Kapitelbewertung1000566560

 

Fahrdynamik

BMW überlässt bei der Dynamik nichts dem Zufall: Vierradlenkung (Integral-Aktivlenkung), aktive Stabilisatoren (Dynamic Drive) und adaptive Dämpfer sollen auch aus dem langen 7er ein sportliches Auto machen. Und es funktioniert. Schnelle Richtungswechsel im Slalom bewältigt der 760Li mit spielerischer Leichtigkeit, während die Lenkung des S 600 dabei spürbar verhärtet.

Dafür überrascht der auch mit Wankausgleich ausgestattete Mercedes auf der Handlingstrecke. Er drückt nicht ganz so vehement nach außen wie der BMW, lenkt erfreulich präzise ein und bremst zudem eine Spur energischer als der Bayer – wenn auch die Dosierbarkeit im 7er deutlich gefühlvoller ist. Und das Wichtigste zum Schluss: Beide Schwergewichte sind jederzeit sicher zu beherrschen

FahrdynamikMax. PunkteMercedes S 600 langBMW 760Li
Handling1509897
Slalom1005056
Lenkung1007583
Geradeauslauf504444
Bremsdosierung301720
Bremsweg kalt15010292
Bremsweg warm1509284
Traktion1004245
Fahrsicherheit150135135
Wendekreis2056
Kapitelbewertung1000660662

 

Umwelt und Kosten

Auch die gut betuchte Gesellschaft achtet mittlerweile auf die Kosten – und hier rückt der BMW in ein gutes Licht. Denn alle 7er-Modelle werden in den ersten fünf Jahren bis auf die Verschleißteile kostenfrei gewartet. Das und der günstigere Preis verschaffen dem 760Li trotz der schlechteren Garantiebedingungen unterm Strich die bessere Bilanz.

Kosten/UmweltMax. PunkteMercedes S 600 langBMW 760Li
Bewerteter Preis675813
Wertverlust5000
Ausstattung252525
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502720
Werkstattkosten20817
Steuer1045
Versicherung401313
Kraftstoff551512
Emissionswerte257680
Kapitelbewertung1000176185

 

Fazit

Dass der Mercedes S 600 mit langem Radstand diesen Vergleichstest gewinnt, liegt nicht nur an seinem S-Klasse-typischen Komfort und der im Detail hochwertigeren Material- und Verarbeitungsqualität, sondern auch an seiner guten Vorstellung in der Fahrdynamikwertung. Dennoch behält der 760Li in dieser markentypischen Paradedisziplin knapp die Nase vorn. Vor allem die Integral- Aktivlenkung lässt den BMW im Stadtverkehr ausgesprochen handlich wirken.

Gesamtbewertung

Max. PunkteMercedes S 600 langBMW 760Li
Summe500030563032
Platzierung12

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