Lkw-Kartell: Illegale Preisabsprachen EU-Rekordstrafe für Lkw-Kartell

22.07.2016

Lkw-Kartell: Die EU hat eine Rekordstrafe von fast drei Milliarden Euro gegen die größten europäischen Hersteller von Lastkraftwagen verhängt. Der Grund ist eine jahrelange illegale Preisabsprache. Auch deutsche Konzerne sind betroffen.

Europas große Lastwagen-Hersteller müssen wegen einer über Jahre hinweg praktizierten illegalen Preisabsprache ("Lkw-Kartell") nun Rekordstrafen zahlen. Die EU hat nach Abschluss einer entsprechenden Untersuchung eine Gesamtstrafe von 2,93 Milliarden Euro verhängt. Zum Lkw-Kartell gehören Daimler, Iveco, DAF und Volvo/Renault, die zusammen etwa neun von zehn der in Europa produzierten mittelschweren und schweren Lkw produzieren. Die höchste Einzelstrafe wurde mit 1,09 Milliarden Euro gegen Daimler verhängt. Dort gibt man sich einsichtig, bedauert die Beteiligung und hat angeblich bereits erste Konsequenzen gezogen. Unter anderem werden nun interne Kontrollen verstärkt und Mitarbeiter geschult. Laut EU-Wettbewerbsbehörde war das 1997 gegründete Kartell 14 Jahre lang aktiv, auch höchste Führungsebenen waren involviert. Die meisten Unternehmen räumen jetzt ihre Schuld ein und haben einem Vergleich zugestimmt. Die knapp drei Milliarden Euro sind die höchste jemals von der EU verhängte Strafe. Und sie hätte womöglich noch höher ausfallen können, denn die EU-Kartellwächter können bis zehn Prozent des betroffenen Umsatzvolumens als Strafe verhängen – im Fall des Lkw-Kartells hätten das bis zu zehn Milliarden Euro sein können. Mehr zum Thema: Scania testet Elektro-Lkw in Schweden

 

EU verhängt Rekordstrafe gegen Lkw-Kartell

Neben der Absprache der Verkaufspreise haben sich die Hersteller auch beim Zeitplan für die Einführung von Technologien zur Minderung schädlicher Emissionen illegal verständigt. Die Kosten für diese Technologien wurden an die Kunden weitergegeben. Unvorbereitet trifft die jetzt verhängte Sanktion die Konzerne nicht. So hat Daimler bereits seit Jahren Rücklagen gebildet, um die Strafzahlungen leisten zu können. Neben der Milliarde für Daimler zahlt der US-Produzent Paccar, dessen Lastwagen unter der Marke DAF fahren, eine Summe von rund 753 Millionen Euro, Volvo/Renault wird mit 670 Millionen Euro zur Kasse gebeten und CNH, denen die Marke Iveco gehört, muss für 495 Millionen Euro geradestehen. MAN, das zu Volkswagen gehört, geht straffrei aus. Das Unternehmen hatte die Aufdeckung des Kartells im Jahr 2011 durch eine Selbstanzeige angestoßen, nachdem hausinterne Ermittler im Zuge der Aufarbeitung von Korruptionsvorwürfen auf das Kartell gestoßen waren. Die VW-Tochter profitiert damit von der Kronzeugen-Regelung der EU-Kartellbehörden. Interessanterweise gehört jedoch auch die MAN-Konzernschwester Scania zum Lkw-Kartell und gegen diesen Hersteller laufen die Ermittlungen weiter, da das Unternehmen einen Vergleich ablehnte.

Mehr zum Thema: Hightech-Elektro-Lkw von Audi

Tags:
Severin Elektrische Kühlbox
UVP: EUR 123,99
Preis: EUR 93,92
Sie sparen: 30,07 EUR (24%)
Nulaxy FM Transmitter
 
Preis: EUR 23,79 Prime-Versand
Alkoholtester
 
Preis: EUR 16,99 Prime-Versand
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.