Lexus RC F 2015 im Fahrbericht: 477 PS starkes Sport-Coupé Japanische Spezialität

01.10.2014

Angriff aus Japan: Der 477 PS starke Lexus RC F soll ab Januar 2015 BMW M4, Audi RS 5 Coupé und Mercedes C 63 AMG Coupé jagen. Erster Fahrbericht von der Rennstrecke

Japanische Zurückhaltung sieht anders aus. Im Dunkeln könnte man mit dem krass gestylten Lexus RC F zum Spaß ängstliche Bürger erschrecken, eigentlich fehlen seinem grimmig gezackten Diabolo-Grill nur noch die teuflischen Hörner. Das sehr schneidige Heck ist fast ebenso auffällig, und auch dieses schillernde „Novaorange“, das es für Modemutige gegen Aufpreis als Sonderfarbe geben wird, zeigt eine gewisse optische Angriffsbereitschaft, die sich aufregend von jener der avisierten deutschen Rivalen abhebt. Hier haben wir die bekannten Verdächtigen – BMW M4, Audi RS 5 und Mercedes C 63 AMG Coupé.

 

Lexus RC F: Angriff auf M4, RS 5 und C 63 AMG

Selbstverständlich gibt es für die 477 PS starke Topversion des 4,71 Meter langen Sportlers auch andere Farben, andererseits passt das alles durchaus zusammen. Denn gegen die teutonischen Spitzensportler ist der von Toyotas Nobelmarke kreierte RC F, wenn er denn im Januar zu uns kommt, fast ein Samurai, ein Einzelkämpfer. Höchstens 100 Exemplare dieser Emotionsmaschine sollen im nächsten Jahr anrollen. Der selbstbewusste Preis von 75.000 Euro ist da allerdings auch eine Hemmschwelle.

Wenn wir die Japaner und das Extrakt unserer ersten Rennrunden richtig deuten, ist dieser RC F ein unverfälschter Vollblüter. Deshalb hat er auch einen klassischen hochdrehenden V8-Saugmotor unter der Haube und keine Turbotechnik. Und obwohl der RC F grundsätzlich auf dem Lexus IS Coupé RC basiert, das erst Ende 2015 nach Deutschland kommt, geht auch das fahrerische Rüstzeug extrem ins Sportliche. Elektronisch einstellbare Dämpfer mit eingebautem soften Komfort-Modus gibt es nicht, dafür gegen Aufpreis ein Torque Vectoring Differenzial – dazu gleich mehr – sowie Frontmotor und Hinterradantrieb.

Bevor es jetzt auf die Piste geht: Natürlich haben die Ingenieure mit dem RC F schon das ganze Race-Programm abgearbeitet, inklusive vieler Runden auf der Nürburgring-Nordschleife – die Bestzeiten sind, typisch Japaner, leider geheim. Zu Hause haben sie wie immer am Fuß des Vulkans Fuji auf dem gleichnamigen Speedway getestet (daher auch das Kürzel F). Wir fahren den Lexus auf der Rennstrecke des amerikanischen Monticello Motor Clubs am Rande New Yorks: 5,8 Kilometer, 18 Kurven.

Helm auf, Gurt einklicken, Sportsitz einstellen, Startknopf drücken. Von vorn ertönt ein sonores Wummern. Wir wählen unser persönliches Set-up und klicken das Antischleudersystem VDIM für die längere Leine zunächst auf „Sport“ – erst später folgt der schärfere „OFF plus EXPERT“-Modus, der nur noch einen eventuellen Dreher verhindert. Dazu nehmen wir für die Rennstrecke den „TRACK“-Modus des Torque Vectoring Differenzials. Das Ganze kann man auf den variablen Digital-Displays live verfolgen.

Dann geht’s raus aus der Boxengasse ab auf die Piste. Alles frei, schon röhrt der RC F in allen Frequenzen – bassig unter 3000 /min, schlagartig kreischend oberhalb von 4000 /min. Wobei, wir verraten es, hier ein Soundgenerator etwas nachhilft. Egal, klingt gut, und die ersten Kurven machen ebenso Freude. Sehr exakt lässt sich das 270 km/h schnelle Coupé dirigieren, fühlt sich straff an, ist prinzipiell gut ausbalanciert und gibt sofort ein klares Feedback.

Keine unnötigen Karosserie-Bewegungen, gut auf der Linie zu halten. Die Automatik ist fix bei der Sache, der Motor will nichts als Drehzahlen, dann packt er bissig zu. Selbst wenn man einen Tick zu aggressiv in die Spitzkehre und etwas zu früh wieder aufs Gas geht, spielt das Auto mit, weil das Torque Vectoring-System die Antriebsmomentenverteilung an den Hinterrädern dann so verteilt, dass der RC F, als wäre nichts gewesen, gleich wieder mit maximalem Grip aus der nächsten Kurve herausbeschleunigt und sich dabei agilitätsfördernd geschickt eindreht.

Kurz probieren wir noch die Lenkrad-Schaltpaddles für den manuellen Modus (rechts hoch, links runter): Das geht zackig in nur 0,1 Sekunden dank Wandlerüberbrückung vom zweiten bis zum achten Gang. Der RC F ist aber auch langstreckentauglich. Seine Federung könnte kurze Straßendellen zwar etwas nachgiebiger nehmen, ist aber gut verträglich. Die Sportsitze gibt es sogar mit Belüftung, für Unterhaltung sorgt auf Wunsch  ein Mark Levinson-Surround-Soundsystem mit 17 Lautsprechern und 835 Watt – auch das wummert also mit Power.

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TECHNIK
 

LEXUS RC F
Motor V8-Zylinder, 4-Ventiler, Direkteinspritzung
Hubraum 4969 cm3
Leistung 352 kW / 477 PS bei 7100 /min
Max. Drehmoment 530 Nm bei 4800 - 5600 /min
Getriebe 8-Stufen-Automatik
Antrieb Hinterrad; Torque Vectoring Differenzial (TVD)
Fahrwerk v.: Doppelquerlenker, Federn, Dämpfer, Stabilisator;
h.: Mehrfachlenkerachse, Federn, Dämpfer, Stabilisator;
VDIM (ESP)
Reifen v.: 255/35 R 19, h.: 275/35 R 19
L/B/H 4705/1845/1390 mm
Radstand 2730 mm
Leergewicht 1765 kg
Kofferraumvolumen 366 l
Messwerte 0-100 km/h in 4,5 s
Höchstgeschwindigkeit1 270 km/h
EU-Verbrauch1 10,8 l S/100 km
CO2-Ausstoß1 252 g/km
Grundpreis 75.000 Euro
¹ Werksangaben

Unser Fazit

Wer fürs Spannungsfeld zwischen Fahrspaß und Alltag mal etwas Außergewöhnliches sucht und japanische Spezialitäten mag, ist beim Lexus RC F genau richtig. Wir hatten unser Vergnügen.

Wolfgang Eschment

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