Lexus GS 300h im Fahrbericht: Bilder und technische Daten Nobler Sparfuchs

21.01.2014

Lexus präsentiert ein zweites Vollhybrid-Modell in der GS-Baureihe. Vierzylinder und E-Motor bringen es im GS 300h zusammen auf 223 PS. Ob das reicht für eine Oberklasse-Limousine, klären wir im ersten Fahrbericht?

Mit dem GS 300h bietet Lexus ein weiteres Hybridmodell in der Oberklasse an. Die Limousine mit umweltfreundlichem Doppelherz ist immerhin 9450 Euro günstiger als der weiterhin erhältliche GS 450h und rollt am 11. Januar zum Händler. Deshalb wird er sich besser verkaufen, hofft Linda Schlösser von der Lexus-Produktplanung und rechnet mit einem Anteil von 70 Prozent unter allen GS-Modellen.

 

LEXUS GS 300h: KLEIN, SPARSAM UND SAUBER

Der Trick: Die Japaner setzen auf Downsizing, das heißt auf vier statt sechs Zylinder. Dazu verpassen sie dem Lexus den Antriebsstrang des kleineren IS. Hier arbeitet also eine Kombination aus einem 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 181 PS und einem 105 kW starken Elektromotor. Beide liefern – wie bei Toyota und Lexus üblich – die Antriebskraft über ein stufenlos leistungsverzweigtes Hybridgetriebe an die Hinterräder. So lässt sich Sprit sparen, und der CO2-Ausstoß bleibt gering: Mit einem Normverbrauch von 4,7 Litern pro 100 km (CO2-Emission 109 g/km) bleibt der GS 300h immerhin auf Kleinwagen-Niveau. Allerdings fährt er im Vergleich zum GS 450h mit spürbar gebremstem Temperament.

Gestartet wird per Knopfdruck. Fast lautlos und rein elektrisch angetrieben rollt der Lexus GS 300h vom Hof, erst beim stärkeren Tritt aufs Gaspedal schaltet sich der Benziner dazu. Das läuft gut hörbar mit einem etwas knurrigen Sound, aber dennoch nicht wirklich laut ab. Bei ruhiger Fahrweise fühlt man sich mit diesem Triebwerk gut bedient. Wer es jedoch zügiger mag, hört den Benziner häufiger aufjaulen. Denn hier nervt das Stufenlos-Getriebe mit seinen technischen Grenzen: Der Motor eilt einem spürbaren Vortrieb lautstark voraus – ein nicht besonders angenehmes Klangbild, das sich auch schon bei kleineren Steigungen einstellt. Bei jedem Spurt bekommt der Benziner elektrische Unterstützung. Damit stehen zwar 300 Nm Drehmoment bereit, besonders dynamisch fühlt sich die Kraftentfaltung dennoch nicht an – aber bei Tempo 190 ist sowieso Schluss.

Das Fahrwerk der F Sport-Version ist straff abgestimmt und vermittelt den Insassen einen recht direkten Straßenkontakt. Letzteren erreicht die indirekte Lenkung im ECO- und im Normal-Modus nicht. Erst im Sport S+ Fahrmodus arbeitet sie präziser, dann ist aber auch der Benziner häufiger mit hohen Touren aktiv und die Dämpfer-Abstimmung weniger komfortabel. Gut dagegen: die hochwertige Innenraum-Ausstattung.

TECHNIK
 

Lexus GS 300h
Motor 4-Zylinder, 4-Ventiler, Direkteinspritzung
Hubraum 2494 cm3
Leistung 136 kW / 181 PS bei 6000 /min
Drehmoment 221 Nm bei 4200 – 5400/min
E-Motor Drehstrom-Synchron
Leistung 105 kW / 143 PS
Gesamtleistung 164 kW / 223 PS
Gesamtdrehmoment 300 Nm 
Getriebe Automatik, stufenlos
Antrieb Hinterrad
Fahrwerk v.: Doppelquerlenker; h.: Mehrfachlenkerachse; rundum: Federn, adapt. Dämpfer, Stabi.; VDIM (ESP
Reifen v.: 235/40 R 19, h.: 265/35 R 19 (Serie F Sport, Basis: 225/50 R 17)
Batterie Nickel-Metallhydrid, 1,6 kWh, Systemspannung 650 V 
L/B/H 4850/1840/1455 mm
Radstand 2850 mm
Leergewicht 1830 kg
Kofferraum  451 l
MESSWERTE
 
0 - 100 km/h1 9,2 s
Höchstgeschwindigkeit1 190 km/h
EU-Verbrauch1 4,7 l S/100 km
CO2-Ausstoß1 109 g/km
KOSTEN  
Grundpreis 45.300 Euro (F Sport 61.700 Euro)
¹ Werksangaben

Unser Fazit

Der gut ausgestattete GS 300h wirkt solide und hat einen sparsamen, aber etwas unharmonischen Antrieb

Holger Ippen

Tags:
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.