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10.12.2008
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mit nachgeschärften Motoren messen sich Aston Martin V8 Vantage und Maserati GranTurismo S im Testduell

Zugegeben, bei diesem Vergleichstest fällt es schwer, objektiv zu bleiben. Auch ein Autotester fährt nicht jeden Tag Aston Martin und Maserati. Gerade diese beiden Coupés, lackiert in strahlendem Weiß und leuchtendem Rot, treffen das Herz des Testers dort, wo es am verwundbarsten ist: in jener Region, die großen schnellen GT aus traditionsreichen Manufakturen vorbehalten bleibt.

Dabei ist es noch gar nicht so lange her, da hätten selbst die risikofreudigsten britischen Buchmacher keine allzu hohen Wetten auf das Überleben der Marken Aston Martin und Maserati angenommen. Aston baute im beschaulichen Newport-Pagnell so ungefähr fünf Virage pro Jahr, die ebenso teuer wie bekannt unzuverlässig waren.

Und bei Maserati purzelten unzählige Varianten der berüchtigten Biturbo-Baureihe aus den altehrwürdigen Backsteinhallen in Modena. Seit der Fiat-Konzern bei Maserati und Ulrich Bez bei Aston das Sagen haben, muss man nicht mehr befürchten, dass die Autos mit Dreizack oder Doppelschwinge nur noch auf den Seiten der Oldtimer-Postillen inszeniert werden.

Gerade die aktuellen Versionen des Aston Martin V8 Vantage und des Maserati GranTurismo S beschleunigen den Puls jetzt noch etwas kraftvoller. Bei beiden wurde der Hubraum auf 4,7 Liter erweitert, natürlich mit dem entsprechenden Leistungszuwachs: 426 statt 385 PS beim Aston, 440 statt 405 PS beim Maserati. Los geht’s!

 

Karosserie

Der Maserati hat mehr Platz, der Aston Martin die bessere Verarbeitung

Okay, die beiden GT kämpfen in diesem Kapitel mit ungleichen Waffen. Der Aston Martin gibt sich nicht einmal die Mühe, wie ein 2+2 zu erscheinen. Er basiert auf der verkürzten Version der sogenannten VH-Plattform von Aston – die im Übrigen auch das Rückgrat des sehr viel teureren DB9 bildet – und bietet schlicht und einfach nur Platz für zwei Passagiere. Zu groß und gewichtig sollten die nicht sein. In die schmalen Sitznischen passen nur eher schmale Gestalten, und die mögliche Zuladung von 180 Kilogramm beschränkt die Mitnahmemöglichkeiten zusätzlich.

Reichlich 300 Kilogramm dürfen im Maserati verstaut werden, inklusive Besatzung natürlich. Mit dem sehr ordentlichen Raumangebot im Fond prädestiniert das den GranTurismo zum schnellen Reisefahrzeug für die gut betuchte Kleinfamilie. Väter werden es auch begrüßen, dass im Maserati serienmäßig Isofixbefestigungen vorhanden sind und die Sicherheitsausstattung deutlich reichhaltiger ausfällt als im spartanischeren V8 Vantage.

Immerhin kann der Aston Martin-Käufer ebenfalls Isofixhalterungen bestellen. Die gibt es aufpreisfrei auf Nachfrage ab Werk. Abgesehen von der eingeschränkten Zuladekapazität und dem eher knapp bemessenen Raumangebot also rundum alltagstauglich? Nicht ganz. Beide Sportwagen haben ihre Eigenarten, die man der Dame des Hauses sorgfältig erklären sollte, bevor sie damit auf Einkaufstour geht.

Die vielen, nicht immer logisch platzierten Knöpfe in Vantage und GranTurismo enthüllen nicht immer auf Anhieb ihre Funktion. Wobei man sich als Sportwagen-Newbie im Aston schneller zurechtfindet. Der hat seit dem Facelift eine übersichtlichere Mittelkonsole samt Festplatten-Navi, das nicht zufällig ziemlich Volvo-artig aussieht. Im Maserati müssen mitunter selbst Autoprofis die etwas holperig übersetzte Bedienungsanleitung zuhilfe nehmen, um alle Funktionen fehlerfrei zu aktivieren.

Bei der Bewertung der Material- und Verarbeitungsqualtität liegt der Brite ebenfalls leicht vor dem Italiener. Selbst im Detail handwerklich perfekt, zeigt Aston Martin, wie ein Auto dieser Preisklasse aussehen sollte. Da kann der Maserati nicht ganz mithalten, obwohl der rote GranTurismo S etwas besser wirkt als vorher begutachtete Exemplare. Dennoch liegt der viel größere Modeneser am Ende der Karosseriewertung deutlich vor dem knappen Coupé aus Gaydon.

KarosserieMax. PunkteAston Martin V8 VantageMaserati Granturismo S
Raumangebot vorn1006575
Raumangebot hinten100024
Übersichtlichkeit703030
Bedienung/ Funktion1007570
Kofferraumvolumen1001813
Variabilität10005
Zuladung/ Anhängelast80211
Sicherheit1506182
Qualität/ Verarbeitung200192180
Kapitelbewertung1000443490

 

Fahrkomfort

Der Aston Martin federt verbindlicher und hat die viel besseren Sitze

Auch wenn Fahrkomfort für viele Sportwagenfahrer nicht zu den wichtigsten Qualitäten eines Autos gehört, machen gediegene Federung und gute Sitze den Aufenthalt in schnellen Fahrzeugen doch sehr viel angenehmer. Das scheint die Bez-Truppe in Gaydon doch nachhaltiger verinnerlicht zu haben als ihr Pendant in Modena.

Der Vantage federt deutlich besser als der sehr straffe GranTurismo S, dessen Abrollkomfort zudem unter den serienmäßigen Zwanzigzöllern leidet. Ihre maximale Zuladung stecken übrigens beide Coupés locker weg, ohne dass sich die Federungscharakteristik merklich ändert.

Wenig Freude hat die Maserati-Besatzung an den vorderen Sesseln. Die Sitze sind sehr straff gepolstert, bieten bei schneller Kurvenfahrt zu wenig Halt und lassen sich selbst mit penibler Einstellerei nicht in eine wirklich bequeme Position manövrieren. Da fühlt man sich auf den hinteren Plätzen im dunklen Fond fast besser aufgehoben. Im Aston Martin ohnehin. Dessen Sitze sind zwar ebenfalls straff gepolstert, doch Seitenhalt ist in den engen Nischen nie ein Problem, und die Sitzposition ist viel entspannter und langstreckenverträglicher als im Maserati.

Das italienische Coupé kontert mit deutlich niedrigerem Geräuschniveau. Jedenfalls gilt das, solange die Sporttaste nicht aktiviert ist und das Gaspedal nur verhalten betätigt wird. Doch davon mehr im nächsten Kapitel.

FahrkomfortMax. PunkteAston Martin V8 VantageMaserati Granturismo S
Sitzkomfort vorn150125115
Sitzkomfort hinten100010
Ergonomie150118105
Innengeräusche502026
Geräuscheindruck1009090
Klimatisierung503235
Federung leer20010596
Federung beladen20010596
Kapitelbewertung1000595573

 

Motor und Getriebe

Der geringere Verbrauch spricht für den Engländer, der knapp gewinnt

4,7 Liter Hubraum sind ein klassisches Maserati-Maß. Legendäre Sportwagen aus Modena wie Ghibli, Indy oder Khamsin wurden von einem Viernockenwellen-V8 mit diesem Hubraum angetrieben, freilich mit viel weniger Leistung. Der V8 im GranTurismo S kommt auf 440 PS – ein Leistungszuwachs, der dem fast zwei Tonnen schweren Coupé gerade recht kommt. Doch der S unterscheidet sich noch in weiteren Details vom nach wie vor angebotenen GranTurismo mit 4,2-Liter-V8.

Für die Kraftübertragung ist nicht ein vorn angeflanschtes Automatikgetriebe, sondern ein in Transaxle-Bauweise an der Hinterachse montiertes automatisiertes Schaltgetriebe zuständig. Das sorgt für freudespendende, schnelle Gangwechsel und eine sehr ausgewogene Gewichtsverteilung. Der Aston Martin setzt mit dem auf 426 PS erstarkten V8 ebenfalls auf dasTransaxle-Prinzip. Zu diesem Test kam er allerdings mit konventionellem Schaltgetriebe. Ein automatisiertes Getriebe gibt es ebenfalls. Es heißt in Gaydon Sportshift und kostet 4600 Euro Aufpreis.

Beide Sportcoupés verfehlen im Spurt von null auf hundert die Werksangaben um das ein oder andere Zehntel. Doch mit 5,1 (Aston, Werksangabe 4,8 Sekunden) und 5,3 Sekunden (Maserati, Werksangabe 4,9 Sekunden) stehen beide ausgesprochen gut im Futter. Bis 200 km/h nimmt der rund 300 Kilogramm leichtere Brite seinem italienischen Konkurrenten weitere 1,5 Sekunden ab. Praxisrelevant ist das freilich nicht, ebenso wenig wie die fünf km/h Unterschied bei der Höchstgeschwindigkeit (Aston: 290
km/h, Maserati 295 km/h).

Viel häufiger kann man sich am Sound der Klappenauspuffanlagen der beiden Sportler erfreuen. Vor allem der Maserati veranstaltet bei gedrückter Sport-Taste und Volllast ein überaus wohlklingendes, mitunter aber auch leicht peinliches Spektakel. Der Aston Martin klingt dumpfer, unaufgeregter, aber kaum weniger laut. Die entscheidenden Punkte zum Kapitelsieg bringt ihm aber der niedrigere Testverbrauch: 15,2 zu 17,0 Liter Super Plus zugunsten des Engländers.

Motor und GetriebeMax. PunkteAston Martin V8 VantageMaserati Granturismo S
Beschleunigung150138137
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150120124
Getriebeabstufung1009295
Kraftentfaltung504545
Laufkultur1009692
Verbrauch3259258
Reichweite2588
Kapitelbewertung1000591559

 

Fahrdynamik

Die besseren Bremsen sprechen für den GranTurismo aus Modena

Überraschung bei der Auswertung der Dynamik-Daten: Der Maserati liegt sowohl auf dem Handlingparcours als auch beim Standardslalom einen Hauch vor dem Aston Martin. Dabei hätte jedes Mitglied des Testteams an diesem Tag seine Reisespesen darauf verwettet, dass der Aston der Schnellere der beiden ist. Nicht nur die Papierform – fast identische Leistung bei niedrigerem Gewicht – sprechen für den Briten. Er fühlt sich beim Fahren zudem schneller an: etwas bereitwilliger bei Richtungswechseln, präzisere Lenkung, bessere Traktion und feinfühliger dosierbare Bremsen.

Der GranTurismo kontert mit standfesteren Bremsen, den schnellen Schaltzeiten und den stämmigen Zwanzigzöllern. Allerdings muss der Maserati-Pilot mit zickigerem Fahrverhalten bei ausgeschalteten Fahrhilfen rechnen. Seine Reaktionen im Grenzbereich sind eine Spur heftiger und plötzlicher als die des stoischeren Aston. Dem wünschte man zum Abschluss etwas bessere Bremsen. Die sind zwar absolut gesehen nicht schlecht, jedoch hat gerade die Sportwagen-Konkurrenz in diesem Preissegment da meist mehr zu bieten.

FahrdynamikMax. PunkteAston Martin V8 VantageMaserati Granturismo S
Handling150100104
Slalom1005968
Lenkung1009386
Geradeauslauf503636
Bremsdosierung302221
Bremsweg kalt1508191
Bremsweg warm1507897
Traktion1006358
Fahrsicherheit150125121
Wendekreis20116
Kapitelbewertung1000668688

 

Umwelt und Kosten

Der Aston V8 Vantage glänzt mit insgesamt niedrigeren Kosten

Fast 15000 Euro Preisunterschied dürften auch den meisten Kunden dieser edlen Sportwagenmanufakturen nicht gleichgültig sein. Der Maserati, so scheint es, ist besonders üppig kalkuliert. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Rechnet man die Aufpreise für das sequenzielle Getriebe, das Navigationssystem und einige weitere Goodies des GranTurismo auf den Aston-Preis drauf, ist der Preisunterschied nicht mehr ganz so groß.

Leider kostet beim Maserati die Metalliclackierung extra, was bei der Bewertung der Normausstattung Punkte kostet. Preiswerter kommt der AstonMartin-Besitzer zudem bei den Versicherungsprämien weg. Allerdings sind die Konditionen bei Sportwagen dieses Kalibers weitgehend Verhandlungssache.

Weitere Punkte macht der Aston Martin mit dem geringeren Wertverlust, den besseren Garantieleistungen und den niedrigeren Kraftstoffkosten gut, so dass er am Ende des Kapitels deutlich vorn liegt.

Kosten/UmweltMax. PunkteAston Martin V8 VantageMaserati Granturismo S
Bewerteter Preis6753223
Wertverlust5031
Ausstattung252513
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502421
Werkstattkosten2022
Steuer1077
Versicherung40177
Kraftstoff55159
Emissionswerte257478
Kapitelbewertung1000199161

 

Fazit

Punktsieg für den Aston Martin V8 Vantage. Er überzeugt mit dem kräftigen, sparsameren Motor, der feinen Qualität und der schlichten Schönheit seiner Karosserie. Der Maserati GranTurismo S verliert diesen Vergleich vor allem wegen des hohen Preises und des deftigen Verbrauchs. Na und? Das ist ein Maserati und kein Diesel-Punto! Über einige Mängel im Detail muss der italophile Maserati-Fan freilich hinweg sehen. Das tun wir gern!

Gesamtbewertung

Max. PunkteAston Martin V8 VantageMaserati Granturismo S
Summe500024962471
Platzierung12

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