Land Rover Freelander gegen Peugeot 4007 Allround-Burschen

31.10.2007
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Kultiviert in die Oper oder kernig über Feldwege fahren – moderne SUV können beides. Der neue Freelander vom Allrad-Spezialisten Land Rover trifft auf den Peugeot 4007, mit dem die Franzosen erstmals im SUV-Segment aktiv werden. Welcher Kandidat ist der bessere Allrounder?

Abseits asphaltierter Straßen trifft man diese beiden SUV zwar äußerst selten. Trotzdem sind sie allein schon deswegen bei den Kunden so beliebt, weil man ja könnte, wenn man wollte. Denn auch wenn die Fahrt durch Feld und Flur meist verboten ist, was zählt, ist die Möglichkeit. Wie sich Land Rover Freelander und Peugeot 4007 im Alltag schlagen, zeigt unser Test.

 

Karosserie

Erste Sitzprobe: Im neuen Freelander hat man fast das Gefühl, man säße in einem Geländewagen. Die hohe Sitzposition und die üppige Kopffreiheit tragen ebenso ihren Teil dazu bei wie die bessere Übersichtlichkeit. Hier kann der Peugeot 4007, der technisch auf dem Mitsubishi Outlander basiert, nicht mithalten. Er hat eher Kombiformat und punktet mit dem größeren Ladevolumen (510 bis 1686 Liter) und der höheren Zuladung.
Gut: Seine Ladekante ist deutlich niedriger als die des Briten, und ab der Version Sport gehören zwei Zusatzsitze im Kofferraum zur Ausstattung. Im Alltag gefällt das Festplatten-gestützte Peugeot-Navisystem (2490 Euro) durch kürzere Berechnungszeiten als das des Land Rover. Wird bei Tag mit Licht gefahren, ist der Bildschirm allerdings kaum noch ablesbar.

Bei der Sicherheitsausstattung fällt der 4007 zurück. So gibt es für ihn weder Kurvenlicht, Bi-Xenonlicht, Bergab- und Berganfahrhilfe noch einen automatisch abblendenden Innenspiegel. Beim Freelander sind diese Details serienmäßig oder gegen Aufpreis zu haben.

KarosserieMax. PunkteLand Rover Freelander TD4Peugeot 4007 HDi 155 FAP
Raumangebot vorn1007570
Raumangebot hinten1006970
Übersichtlichkeit706053
Bedienung/ Funktion1009088
Kofferraumvolumen1004154
Variabilität1004053
Zuladung/ Anhängelast804246
Sicherheit1508271
Qualität/ Verarbeitung200177170
Kapitelbewertung1000676675

 

Fahrkomfort

Zwar offerieren die Peugeot-Sitze vorn die bessere Seitenführung als die Fauteuils im Land Rover, die fehlende Längseinstellung des Lenkrads zwingt aber vor allem großgewachsene Fahrer in eine verkrampfte Sitzposition. Im Fond ist die Sitzbank längs verschiebbar, und auch die Lehne lässt sich in der Neigung einstellen. Allerdings sind die Freelander-Sitze besser konturiert, und auch die Kopfstützen sind nicht so kurz wie die des Franzosen. Positiv im Peugeot: Durch Tastendruck rechts oder links in der Seitenwand des Kofferraums klappen Sitzbank- und -lehne automatisch nach vorn.
Auf schlechten Straßenbelägen ist besonders der Land Rover in seinem Element. Hier bügelt er Fahrbahnschäden deutlich souveräner weg als der Peugeot, der wegen seiner betont straffen Abstimmung Schlaglöcher trockener durchreicht und Flickenteppiche mit leicht zittriger Karosserie beantwortet.

Mit voller Beladung hält der Brite straßenbauliche Nachlässigkeiten noch besser von seinen Insassen fern. Auch hier schwächelt der 4007. Zwar federt er zum Beispiel vorstehende Kanaldeckel besser ab als in leerem Zustand, auf Fahrbahnkanten teilt er aber zum Teil recht kräftige Stöße aus, und auf Bodenwellen wirkt er poltrig. Hier ist auch der Federweg rasch aufgebraucht, der 4007 schlägt zum Teil bis auf die Anschläge durch.

FahrkomfortMax. PunkteLand Rover Freelander TD4Peugeot 4007 HDi 155 FAP
Sitzkomfort vorn150115105
Sitzkomfort hinten1007970
Ergonomie150138133
Innengeräusche502720
Geräuscheindruck1007375
Klimatisierung503231
Federung leer200153126
Federung beladen200160126
Kapitelbewertung1000777686

 

Motor und Getriebe

Bei der Konstruktion von Dieselmotoren macht den Franzosen keiner etwas vor. Das zeigt der 156 PS starke 2,2-Liter-HDi mit Rußpartikelfilter eindrucksvoll. Im oberen Drehzahlbereich entfaltet er seine Kraft deutlich lebhafter und auch noch eine Spur laufruhiger als das vier PS schwächere, ebenfalls mit Rußpartikelfilter bestückte 2,2-Liter-Triebwerk im Land Rover. Beim Ausdrehen der Gänge fällt dieses durch einen leicht brummigen Ton auf.

Zwar bietet der Brite mit 400 Newtonmetern 20 Newtonmeter mehr Drehmoment, doch sorgt in erster Linie sein hohes Leergewicht von 1986 Kilogramm dafür, dass er bei den Fahrleistungen hinter seinen Konkurrenten zurückfällt. Beim Testverbrauch steht er mit neun Liter Diesel pro 100 Kilometer ebenfalls etwas schlechter da (Peugeot: 8,6 Liter).

Die Sechsganggetriebe beider Kandidaten sind praxisgerecht gestuft, das Peugeot-Getriebe verlangt aber beim Schalten nach spürbar höherem Kraftaufwand.

Motor und GetriebeMax. PunkteLand Rover Freelander TD4Peugeot 4007 HDi 155 FAP
Beschleunigung150121130
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1505170
Getriebeabstufung1008378
Kraftentfaltung503235
Laufkultur1007075
Verbrauch325175180
Reichweite251212
Kapitelbewertung1000544580

 

Fahrdynamik

Dass der Freelander eher in Richtung Geländewagen tendiert, zeigt er auch in diesem Kapitel, denn der Peugeot umrundet Kurven wesentlich leichtfüßiger. So setzt der Franzose Lenkbefehle direkter um als der fast zwei Tonnen schwere und klar trägere Brite, der darüber hinaus in Kurven eine stärkere Wankneigung an den Tag legt. Überhaupt vermittelt die Peugeot-Lenkung mehr Fahrbahnkontakt. Da sie jedoch um die Mittellage zum Verhärten neigt, sobald mehrere abrupte Lenkmanöver – etwa im Slalom-Parcours – aufeinander folgen, verscherzt sie sich eine bessere Punktzahl.
Auch bei der Verzögerung setzt der Peugeot den Maßstab: Seine Bremswege sind deutlich kürzer als die des Land Rover, der mit Werten um die 40 Meter nicht mehr auf der Höhe der Zeit liegt. Für ausreichend Traktion sorgt beim 4007 ein Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung. Will der Fahrer Kraftstoff sparen, kann er den 4007 per Drehschalter in einen Fronttriebler verwandeln. Für das Anfahren auf losem Untergrund steht die Lock-Funktion zur Verfügung, die im Allradmodus maximal 55 Prozent der Antriebskraft auf die Hinterräder leitet.

Der allradgetriebene Freelander hat dagegen ab der S-Version (3400 Euro Aufpreis) serienmäßig das aufwändige Terrain Response-System an Bord, mit dessen Hilfe vier Programme für unterschiedlich griffige Untergründe wählbar sind. Obendrein werden Drehmomentverteilung und Gasannahme optimal geregelt.

FahrdynamikMax. PunkteLand Rover Freelander TD4Peugeot 4007 HDi 155 FAP
Handling1503039
Slalom1004541
Lenkung1008879
Geradeauslauf504140
Bremsdosierung301718
Bremsweg kalt1505080
Bremsweg warm1505678
Traktion1008177
Fahrsicherheit150133133
Wendekreis20912
Kapitelbewertung1000550597

 

Umwelt und Kosten

Der siebensitzige 4007 kostet 2690 Euro mehr als der Freelander. Jedoch bietet Peugeot ab Januar eine etwas preiswertere, fünfsitzige Variante an (Tendance, 31990 Euro). Auch die Versicherungsprämien und der Wertverlust sind für den Franzosen höher. Der Land Rover punktet mit drei Jahren Garantie auf die Technik. So kann auch sein höherer Kraftstoffkonsum nichts daran ändern, dass er dem 4007 in diesem Kapitel davonfährt.

Kosten/UmweltMax. PunkteLand Rover Freelander TD4Peugeot 4007 HDi 155 FAP
Bewerteter Preis675182170
Wertverlust502018
Ausstattung251820
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502219
Werkstattkosten201111
Steuer1077
Versicherung402928
Kraftstoff553940
Emissionswerte258282
Kapitelbewertung1000410395

 

Fazit

Die Rollen sind klar verteilt: Der Peugeot 4007 ist das fahrdynamischere und sparsamere Auto, der Land Rover Freelander kommt eher komfortbetont daher. Seine guten Federungseigenschaften verhelfen ihm in diesem Test zum knappen Gesamtsieg. Verbesserungswürdig sind aber nach wie vor die Bremsen des Briten. Bei dem Franzosen ist es genau umgekehrt: Seine Feder-Dämpfer-Abstimmung ist deutlich zu hart, dafür überzeugen seine standfesten Bremsen.

Gesamtbewertung

Max. PunkteLand Rover Freelander TD4Peugeot 4007 HDi 155 FAP
Summe500029572933
Platzierung12

Tags:
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