Kraftstoff-Preise: Unterschiedliche Entwicklungen bei Benzin und Diesel Die Preisfrage

30.08.2014

Während die Kosten für eine Tankfüllung Super steigen, stagniert der Dieselpreis. Was steckt hinter der Entwicklung? Und wie kann man trotzdem sparen?

Vor dem Kauf eines Autos stellt sich immer die gleiche Frage: Benziner oder Diesel? Die Antwort ist nicht leicht, sie richtet sich nach der jährlichen Fahrleistung, dem Budget für den Kauf und dem Motorenangebot des Wunschmodells. Und natürlich nach den Kraftstoffpreisen. Durch die niedrigere Besteuerung ist Diesel in Deutschland günstiger als Benzin – trotz des etwas teureren Produktpreises. So beträgt die Mineralölsteuer auf Benzin konstant 65 Cent, auf Diesel lediglich 47 Cent pro Liter.

 

Spritpreise: Benzinverbrauch in Deutschland stark gesunken

Doch die Differenz beim Tankstellenpreis ist in den letzten Jahren immer geringer geworden: Lag der Unterschied 2009 im Jahresschnitt noch bei 20 Cent pro Liter, hat sich das Sparpotenzial im letzten Jahr auf nur noch 13 Cent reduziert. Gleichzeitig stiegen die Aufpreise für Dieselmodelle weiter an. Denn die Selbstzünder werden technisch immer komplexer, um die erhöhten Abgasrichtlinien der EU zu erfüllen. So schreibt die ab September für neu auf den Markt kommende Autos geltende Euro-6-Norm einen um 82 Prozent geringeren Feinstaub-Ausstoß vor als Euro 4. Und die Stickoxid-Emissionen sollen bei Dieseln um 68 Prozent sinken.

Doch in diesem Jahr scheint die schleichende Angleichung von Benzin- und Dieselpreisen an der Tankstelle gestoppt – sie kehrt sich sogar um: Betrug die Differenz im März noch elf Cent pro Liter, hatte sie sich bis zur zweiten Juliwoche auf 19 Cent fast verdoppelt. So ist der Preis für Super E10 im bundesweiten Schnitt um sieben Cent pro Liter gestiegen, für Diesel im gleichen Zeitraum sogar um einen Cent gefallen. Der Fahrer eines VW Golf mit Benzinmotor muss pro Tankfüllung also 9,50 Euro mehr als der Besitzer eines Diesel-Golf zahlen – im März waren es nur 5,50 Euro.

Wie ist diese unterschiedliche Entwicklung von Benzin- und Dieselpreisen zu erklären? Eigentlich dürfte es keine großen Schwankungen zwischen den beiden Kraftstoffsorten geben: Der Ölpreis ist für beide gleich, das Verhältnis von erzeugtem Benzin und Diesel in den Raffinerien fest. Wenn es also nicht am Angebot liegt, muss die veränderte Preisdifferenz mit der Nachfrage zu tun haben. „Ab dem Frühjahr steigt traditionell der Bedarf an Superbenzin“, sagt Alexander von Gersdorff vom Mineralölwirtschaftsverband.

Das liegt daran, dass Benzin im Vergleich zu Diesel mehr von privaten statt von kommerziellen Käufern getankt wird. Da Lastwagen, Transporter und Maschinen das ganze Jahr über Saison haben, ist die Dieselnachfrage nicht so großen Schwankungen unterworfen. Dagegen werden viele Privatautos mit Saisonkennzeichen erst ab dem Frühjahr wieder genutzt, außerdem fahren die Deutschen im Sommer in den Urlaub – 46 Prozent noch immer mit dem Auto.

Daneben spielen aktuell auch internationale Entwicklungen eine Rolle: So boomen die Automärkte in den USA und in China – in der Volksrepublik legten die Verkäufe im ersten Halbjahr 2014 um elf, in den Vereinigten Staaten um vier Prozent zu. In beiden Ländern führen Dieselautos (noch) ein Nischendasein, sodass vor allem der Verbrauch an Superkraftstoff weiter ansteigt.

Da hilft es nur wenig, dass die Deutschen immer weniger Benzin brauchen: Der Konsum von Ottokraftstoffen sank seit 2000 von 28,8 auf zuletzt 18,3 Millionen Tonnen – ein deutlicher Rückgang um 36,5 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich der Dieselverbrauch in der Bundesrepublik von 28,9 auf 33,5 Millionen Tonnen. Daran ist der ständig wachsende Anteil an Dieselautos nicht ganz unschuldig: 2000 hatten 30,3 Prozent aller Neuzulassungen einen Selbstzünder, im letzten Jahr waren es bereits 47,5 Prozent. Doch nur knapp 38 Prozent des Diesels landet auch in unseren Autos – das meiste verbrauchen Lastwagen.

Der deutliche sinkende Benzinverbrauch hat aber noch eine andere Nebenwirkung: Da die Anzahl der Tankstellen nicht im gleichen Maße geschrumpft ist, verschärft sich der Wettbewerb. Das führt täglich zu starken Preisschwankungen. Mit Hilfe von Spritspar-Apps lassen sich die Preisunterschiede mittlerweile einfach aktuell vergleichen. Dann können auch Fahrer von Benzinern richtig sparen.

Kostenlose Spritpreis-Apps

Wer auf seinem Smartphone die Tankstellenpreise vergleicht, kann bis zu 20 Cent pro Liter sparen. Das ergab eine Untersuchung des Bundeskartellamts. Wir stellen die besten Spritspar-Apps für iPhone und Android-Handys vor.

ADAC Spritpreise:
Der übersichtliche Preisvergleich des ADAC bezieht seine Daten von der Markttransparenzstelle. Zudem sind ein Routenplaner für Autofahrer sowie ein Stauscanner an Bord.

mehr-tanken:
Diese App zeigt auch die Preise von Erd- und Flüssiggas an. Neben der Markttransparenzstelle nutzt sie die Preismeldungen von über drei Millionen Nutzern in Deutschland.

clever tanken:
Seit 1999 vergleicht clever-tanken.de Spritpreise und greift nun auch auf die Daten der Markttransparenzstelle zu. Die Preise können entlang der Fahrtroute angezeigt werden.

Tankenapp:
Auch die Telekom hilft beim Spritsparen: Ihre App erstellt eine Preisprognose für die nächsten 12 Stunden. Ein Alarm informiert, wenn der festgelegte Preis unterschritten wird.

Markus Bach

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