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Konzeptvergleich - Kompakte SUV

Gipfelstürmer

Den Weg auf den Spitzenplatz der Verkaufsstatistik hat der VW Tiguan schon im Rekordtempo absolviert. Ende Mai startet der Ford Kuga, im Herbst schickt Mercedes den GLK ins Rennen der kompakten Allrounder. Was machen sie anders als der Volkswagen?

Eine Bilderbuchkarriere, fürwahr: Gleich nach dem Verkaufsstart im November 2007 stürmte der VW Tiguan die Käufer-Hitparade und setzte sich im Januar 2008 an die Spitze. Der Allradler traf mit dem markentypischen Mix aus Solidität und erlebbarer Qualität offensichtlich den Nerv der Kundschaft: nicht ganz billig, der Kerl, aber gut.
Ebenso erfolgshungrig wie der Tiguan gestern scharren heute zwei weitere Kompakt-SUV aus Deutschland mit den Rädern: Im Herbst dreht Mercedes mit dem GLK die Preisschraube noch ein wenig weiter, und Ende Mai kommt mit dem Ford Kuga ein Allrounder zu den Händlern, mit dem sich im Vergleich zum Tiguan einige Euro sparen lassen.

Kölner Konkurrenz

Als Fronttriebler mit 136 Diesel-PS kostet der Kuga Trend 2.0 TDCi 26500 Euro, als 4x4 rund 28500 Euro – so viel wie der luxuriös ausgestattete Kuga Titanium 2x4. Der billigste Tiguan Trend & Fun TDI 4Motion mit 140 PS steht mit 28800 Euro in der Preisliste – eine Frontantriebsvariante wird es ab Juli nur vom 150-PS-TSI geben.

Mit 1,68 Meter Höhe kommt der Tiguan ziemlich aufrecht daher; der minimal längere, aber vier Zentimeter flachere Kuga wirkt gestreckter. Passagiere, die auf seiner sehr weich gepolsterten Rücksitzbank Platz nehmen, müssen zwar mit sechs Zentimetern weniger Innenhöhe zurechtkommen, doch Grund zur Klage besteht nicht: Die Kopffreiheit reicht im Ford auch bei 1,90 Meter Körpergröße; der Abstand zu den Vordersitzlehnen ist jedoch geringer als im VW.

Der Tiguan punktet auch beim Thema Kofferraum: 470 Liter stellen die 360 Liter des Kuga deutlich in den Schatten, auch wenn unter dessen Ladeboden noch 50 Liter Raum für Kleinkram warten. Die Variabilität des Kuga ist gut: Die Rücksitzlehnen lassen sich ohne Demontage der Kopfstützen zu einer ebenen Ladefläche umlegen. Diesen Trick beherrscht der VW aber auch und punktet zusätzlich mit seiner Rücksitzbank, deren unterschiedlich große Teile sich getrennt voneinander um 16 Zentimeter verschieben lassen.

Das G verpflichtet

Am bandscheibenschonendsten lässt sich allerdings der 450 Liter große Kofferraum des Mercedes beladen, dessen seriennahe Studien Freeside und Townside ganz dicht an der Serienoptik sind: Die Ladekante des GLK liegt nur 69 Zentimeter hoch, während es beim Tiguan 76 und beim Kuga sogar 78 Zentimeter sind.

Mit 4,53 Meter Länge übertrumpft der GLK die beiden anderen um etwa zehn Zentimeter. 2,75 Meter Radstand – 15 Zentimeter mehr als beim Tiguan und immerhin etwa fünf Zentimeter mehr als beim Kuga – sprechen ebenfalls dafür, dass die kantig gezeichnete Karosserie mit einem ordentlichen Platzangebot aufwartet.
Das strenge Design der mit 1,70 Meter Höhe und 1,84 Meter Breite sehr stattlich geratenen Karosserie soll den GLK optisch in die Nähe des G-Modells rücken. Und dieser Verweis auf die nahezu alles überwindende Offroad-Ikone von Mercedes findet sich im technischen Anspruch durchaus wieder. Schließlich verantwortete der heutige Daimler-Chef Dieter Zetsche in den 80er Jahren die Entwicklung des robusten Dauerbrenners und soll den GLK-Machern ins Lastenheft diktiert haben: Wenn ein Mercedes das G im Namen trägt, muss er unter allen Bedingungen Außergewöhnliches leisten.

So verteilt der 4Matic-Allradantrieb des GLK die Antriebskraft im Regelfall im Verhältnis 45 zu 55 zwischen Vorder- und Hinterachse, wobei die Lamellenkupplung im Zentraldifferenzial die Traktion auf glatter Fahrbahn durch eine Grundsperrung von 50 Newtonmetern verbessert. Ford Kuga und VW Tiguan hingegen setzen beim Allradantrieb auf eine Haldexkupplung.

Im Normalfall fahren sie als Fronttriebler und schalten die hinteren Antriebsräder elektronisch geregelt zu. Auch bei den Sicherheitssystemen unterstreicht der GLK seine herausgehobene Stellung. Als erstes Kompakt-SUV wird er über das vorausschauende Insassenschutzsystem Presafe verfügen, das sensorgesteuert Gurte und Airbags konditioniert, wenn diverse Parameter auf eine erhöhte Unfallgefahr hindeuten.

Ob der GLK dem Kuga und dem Tiguan auch fahrdynamisch überlegen ist, wird die Zukunft zeigen. Das Fahrwerk des VW hat seine Qualitäten schon in diversen Tests unter Beweis gestellt, und Ford-Fahrwerke zählen seit Jahren zum Besten, was man in der jeweiligen Klasse kaufen kann. Der Kuga dürfte sich also so gut fahren, wie er aussieht. Alles andere wäre eine herbe Enttäuschung.

Starke Motoren

Der Kuga-Verkauf startet wie erwähnt mit der attraktivsten Motorisierung, dem Zweiliter-Diesel. Der Zweiliter-Benziner mit 145 PS folgt später. Mercedes bringt seinen Edel-Kompakten im Herbst zuerst mit Sechszylindern als GLK 320 CDI (224 PS) und GLK 350 (272 PS). Unter 47500 Euro ist da wohl nichts zu machen. Für die Zukunft sind allerdings auch Heckantriebs-Varianten beschlossen.

In den Bereich um 140 PS werden sich die Schwaben nach heutiger Planung nicht begeben. So ist als Basisdiesel ein neuer Vierzylinder mit 170 PS und 400 Nm Drehmoment geplant, der frühestens 2009 zu Preisen um die 40500 Euro angeboten werden soll. Wie bei vielen anderen Modellen nimmt es Mercedes bei der Typenbezeichnung dieses GLK nicht so genau. Obwohl der neue Diesel 2148 cm3 haben wird, soll das entsprechende Auto GLK 250 CDI heißen.

Fazit

Mit dem neuen Kuga bringt Ford frischen Wind in den Zirkel der kompakten SUV. Die Preisgestaltung zeigt das starke Selbstbewusstsein der Kölner. Dem ersten Anschein nach bietet der VW Tiguan aber mehr Platz für Mensch und Gepäck. Der erste Vergleichstest wird jedenfalls spannend. Mercedes beginnt beim GLK leistungsmäßig da, wo die meisten Konkurrenten aufhören. Dafür verspricht dieses SUV viel Offroad-Qualität und ein besonders hohes Sicherheitsniveau.

Michael Harnischfeger

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Ford Kuga 2.0 TDCi

PS/KW 136/100

0-100 km/h in k.A.

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze k.A.

Preis 28.500,00 €

Mercedes GLK 250 CDI

PS/KW 170/125

0-100 km/h in k.A.

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze k.A.

Preis 40.500,00 €

VW Tiguan 2.0 TDI

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 10.60s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze 186 km/h

Preis 28.800,00 €