Kompaktsportler Eilige Liga

26.08.2009
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Diese vier Kompakten versprechen Sportwagen-Fahrleistungen und
Familientauglichkeit. Der 265 PS starke Audi S3 Sportback ist neu in dieser Truppe. Seine Konkurrenten heißen BMW 130i, Mazda3 MPS und VW Golf R32 4Motion

Audi hat den A3 nachgeschärft und bringt gleichzeitig die Topversion S3 jetzt auch mit vier Türen an den Start. Die kombiähnliche Variante trägt den Beinamen Sportback. Dass dieser Name Programm ist, lässt auch ein nur flüchtiger Blick ins Datenblatt klar erkennen: weiterentwickelter Turbo-FSI-Motor mit 265 PS, Allradantrieb, Sportfahrwerk, 18-Zoll-Räder. Weniger Adrenalin als vielmehr eine erhöhten Herzfrequenz erzeugt dagegen der Preis von 37850 Euro.

Die deutschen Konkurrenten geben sich da etwas bescheidener. Der optisch zurückhaltende, aber gleich starke BMW 130i erlaubt den Einstieg schon bei 34250 Euro. Für den viertürigen VW Golf R32 4Motion sind 34425 Euro fällig. Da der 250-PS-Golf hier aber mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG antritt, addieren sich weitere 1825 Euro dazu. Aus Japan kommt der 260 PS leistende Preisbrecher des Quartetts, der Mazda3 MPS. Für nur 25600 Euro ist hier Fahrspaß garantiert.

 

Karosserie

Audi S3 Sportback, VW Golf R32 und Mazda3 MPS demonstrieren ihre Leistungsfähigkeit auch optisch. Farblich abgesetzte Spoiler wie beim Audi oder extragroße und mittig montierte Auspuffrohre wie beim Golf sollen deutlich machen: Wir sind etwas Besonderes. BMW offeriert einen ähnlich maßgeschneiderten Trainingsdress für den 130i zwar auch, jedoch nicht serienmäßig: Das M-Sportpaket inklusive Sportfahrwerk und Karosserieanbauteilen kostet 2050 Euro extra.

Der 265-PS-BMW ist als Understatement-Auto unterwegs, die schmale Linienführung hat gleichzeitig ein überschaubares Raumangebot zur Folge. Das betrifft vor allem den Fondbereich. Mehr Platz für Kind und Kegel offeriert allen voran der VW Golf. Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Sitzreihe fühlt man sich gut aufgehoben – auch wenn das subjektive Raumgefühl im Audi-Fond noch eine winzige Spur besser ist. Der Mazda verliert nur Punkte aufgrund der geringeren Innenbreite und kann dafür die beiden Produkte aus dem Volkswagen-Konzern beim Ladevolumen toppen.

Überraschend prescht hier aber der 1er BMW nach vorn. 330 Liter Stauvolumen im Normalzustand sind spitze. Während es bei der gebotenen Variabilität kaum Unterschiede im Test-Quartett gibt, verzichten Audi und VW darauf, für ihre sportlichen Topmodelle Anhängerkupplungen anzubieten. Das kostet Punkte. Der Mazda kann zwar Zähler sammeln, handelt sich aber bei der Sicherheitsausstattung einen über 20 Punkte großen Rückstand ein. Audi, BMW und VW bieten im Gegensatz zu dem Japaner viele fortschrittliche Details aus der Mittelklasse an.

KarosserieMax. PunkteAudi S3 SportbackVW Golf R32 4MotionMazda 3 MPSBMW 130i
Raumangebot vorn10065666258
Raumangebot hinten10058565548
Übersichtlichkeit7060525857
Bedienung/ Funktion10088908882
Kofferraumvolumen10021212226
Variabilität10023232023
Zuladung/ Anhängelast8024253127
Sicherheit15092947194
Qualität/ Verarbeitung200185182175181
Kapitelbewertung1000616609582596

 

Fahrkomfort

Die Sportschalensitze im Audi S3 kosten zwar 3385 Euro extra, sind aber jeden Cent wert. Bester Seitenhalt vereint sich mit angenehmem Langstreckenkomfort. Auf Platz zwei: die Seriensitze im VW Golf R32 mit ihren stark ausgeprägten Seitenwangen. Das Gestühl in BMW und Mazda verlangt nach einer schlanken Statur, sonst könnte es hier und da kneifen.
Im Fond ist der Golf der Maßstab, während es bei allen anderen Kandidaten etwas knapp mit der Kopffreiheit und damit auch mit dem bequemen Sitzen wird. Beim Thema Ergonomie erfreuen wiederum VW und Audi mit vielen gut erreichbaren Ablagen und einer verständlichen Anordnung der Bedienelemente.

Mazda und BMW fallen etwas zurück. Dafür übertrumpfen beide den S3 mit niedrigeren Innengeräuschpegeln. Aber auch dabei kann der R32 die meisten Punkte einheimsen. Beim Geräuscheindruck fällt der Mazda mit seinem klar wahrnehmbaren Turbopfeifen unter Last zurück.

Eine unerwartete Stärke des Ingolstädters zeigt sich im Federungskomfort. Das magnetic ride-Fahrwerk (1050 Euro, siehe Kapitel Fahrdynamik) fällt allein mit einer geringen Neigung zu Nickbewegungen an der Vorderachse unangenehm auf. Ansonsten zeichnet es sich durch besten Abrollkomfort aus. Die strafferen, nicht elektronisch beeinflussbaren Fahrwerke der Kontrahenten verlangen etwas mehr Nehmerqualitäten von den Insassen. Die immerwährend angeregte Federung des Mazda muss sich ganz hinten einordnen, im BMW sind ähnliche Tendenzen spürbar. Der Wolfsburger überzeugt dafür beinahe ebenso wie sein Konzernkollege.

FahrkomfortMax. PunkteAudi S3 SportbackVW Golf R32 4MotionMazda 3 MPSBMW 130i
Sitzkomfort vorn150144140131138
Sitzkomfort hinten10065726360
Ergonomie150128130125118
Innengeräusche5024312627
Geräuscheindruck10073706571
Klimatisierung5036363636
Federung leer200128125116118
Federung beladen200123121110113
Kapitelbewertung1000721725672681

 

Motor und Getriebe

Dieses Kapitel wird vom Kampf der Konzepte bestimmt. Turbo-Vierzylinder mit Direkteinspritzung in Audi und Mazda gegen den Reihensechszylinder im BMW und den kompakten VR6-Zylinder im VW. Audi hat den nur zwei Liter großen FSI-Turbo im Detail weiterentwickelt. Dabei ging es vor allem um mehr Steifigkeit und Dauerhaltbarkeit. Stärkere Kolbenbolzen und neu gelagerte Pleuel zeugen davon. Immerhin muss der 265-PS-Motor bis zu 1,2 bar Ladedruck verkraften. Bereits bei 2500 Umdrehungen liegen 350 Newtonmeter Drehmoment an. Der Allradantrieb setzt diese Kraft perfekt in vehemente Vorwärtsbewegung um. Besonders oberhalb von 4000 Umdrehungen scheint es für den S3 Sportback kein Halten mehr zu geben. Der Sprint auf 100 km/h gelingt dem Testwagen in nur 5,3 Sekunden. Da muss sich die versammelte Konkurrenz hinten anstellen.

Während die nur an einer Achse angetriebenen BMW und Mazda beim Start mit Traktionsproblemen kämpfen, setzt sich der knapp 1,6 Tonnen schwere Golf R32 eher gemächlich in Bewegung. Der Allrad-Vorteil setzt sich aber auch hier durch: Der Golf distanziert bis 100 km/h sowohl den BMW als auch den Mazda um jeweils zwei Zehntelsekunden. Zudem vermittelt der VR6 mit seinem basslastigen, hämmernden Klang stets einen Hauch Rennstrecken-Atmosphäre. Die explosive Kraftentfaltung des 2,3-Liter-Mazda-Turbos, unterstützt von einem sehr kurz übersetzten Getriebe, lässt den Japaner stets hyperaktiv wirken. Da helfen das serienmäßige Sperdifferenzial und auch das torque steering-System kaum weiter. Letzteres dosiert in den beiden ersten Gängen das zur Verfügung stehende Drehmoment.

Efficient Dynamics lautet das Zauberwort bei BMW, und es wirkt. Ein Bündel von Maßnahmen senkt den Verbrauch des seidig hochdrehenden, drei Liter großen Motors. Mit 10,3 Litern pro 100 km setzt sich der 130i an die Spitze. Schlusslicht ist hier der bekannt durstige und gefühlsmäßig zähe VR6 im Golf mit 11,7 Liter Super Plus, obwohl ihn sein ruckfrei schaltendes DSG-Getriebe beim Spritsparen unterstützt. VW gibt für die Version mit manuellem Schaltgetriebe sogar einen Mehrverbrauch von einem Liter an. Einig sind sich die Kandidaten beim Thema Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h gelten als politisch korrekte Grenze, und diese wird im Fall von Audi, BMW und Mazda elektronisch kontrolliert. Der Golf erreicht maximal 248 km/h.

Motor und GetriebeMax. PunkteAudi S3 SportbackVW Golf R32 4MotionMazda 3 MPSBMW 130i
Beschleunigung150182169167167
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150120118120120
Getriebeabstufung10086858088
Kraftentfaltung5041383042
Laufkultur10068706282
Verbrauch325149141144159
Reichweite259878
Kapitelbewertung1000655629610666

 

Fahrdynamik

Voller Leistungseinsatz auf dem Handlingkurs verlangt nach einem agil abgestimmten Fahrwerk, standfesten Bremsen und einer gefühlvollen Lenkung. Der neue Audi S3 Sportback kann mit allen drei Attributen aufwarten und bringt zusätzlich noch seinen elektronisch gesteuerten Allradantrieb mit ins Spiel. Als ein weiterer Vorteil entpuppt sich das optionale magnetic ride-Fahrwerk.

In der Normalstellung ermöglicht es komfortables Abrollen selbst auf schlechten Wegstrecken. Ist per Tastendruck die Sportstellung aktiviert, verändert sich die Viskosität der Flüssigkeit im Stoßdämpfer. Dies geschieht über ein elektrisch erzeugtes Magnetfeld, das sich auf winzige Teilchen in der Dämpfer-Flüssigkeit auswirkt – sie wird zähflüssiger, der Dämpfer dadurch härter. Effekt: Der S3 mutiert auf Knopfdruck zum Sportwagen mit geringer Seitenneigung in schnell gefahrenen Kurven. Doch selbst bei deaktiviertem ESP lassen sich keine bösartigen Fahrwerksreaktionen, beispielsweise auf plötzliche Lastwechsel, feststellen. Mit Bestwerten beim Bremsen aus 100 km/h und einem stabilen Geradeauslauf punktet der Audi ebenfalls.

Einzig im Slalom kann ihn der Mazda schlagen. Er schlängelt sich stabil und schnell durch die Pylonen. Kleines Manko: Seine Lenkung verhärtet dabei leicht um die Mittellage. Der Japaner ordnet sich auf dem Handlingskurs und bei der Bremsprüfung gleich hinter dem Audi ein, jeweils gefolgt von Golf und 130i. Gänzlich unbeeindruckt von Lastwechseln bleibt der Mazda auf dem Handlingkurs nicht. Kleine Korrekturen am Volant bedürfen zudem hoher Aufmerksamkeit, da die Lenkung um die Mittellage sehr spitz reagiert und der Fahrer unter Last starke Antriebseinflüsse spürt.

Auch die aufpreispflichtige Aktivlenkung (1300 Euro) im BMW verlangt aufgrund der variablen Lenkwinkel Gewöhnung. Was sich beim Beschleunigen schon zeigt, kommt in diesem Kapitel noch stärker zum Vorschein: Der BMW kann seine Kraft nicht komplett in Dynamik umsetzen. Im Grenzbereich der Reifenhaftung pendelt er – schwer einschätzbar – zwischen Unter- und Übersteuern. Die 17-Zoll-Serienbereifung ist dem Leistungsvermögen des 130i im Extremfall kaum gewachsen. Die gemessenen Bremswerte des BMW liegen zwar auf einem Niveau mit denen des schwereren VW Golf, sind aber weit entfernt von denen des Audi. Die fehlenden Punkte werfen den Münchner nach dem knappen Sieg im Motoren-Kapitel erst einmal zurück.

FahrdynamikMax. PunkteAudi S3 SportbackVW Golf R32 4MotionMazda 3 MPSBMW 130i
Handling15090818474
Slalom10071607460
Lenkung10090858290
Geradeauslauf5036393538
Bremsdosierung3019191820
Bremsweg kalt150103719479
Bremsweg warm15098708764
Traktion10080803539
Fahrsicherheit150142141124128
Wendekreis201414616
Kapitelbewertung1000743660639608

 

Umwelt und Kosten

Der Grundpreis des Mazda3 MPS düpiert die Konkurrenten. Besonders hart trifft es hier den Audi: Zwischen dem nahezu komplett ausgestatteten Japaner und dem Premium-Angebot aus Ingolstadt liegen über 12000 Euro. Nicht ganz so rosig sieht es bei den vom ADAC kalkulierten Werkstattkosten aus. Dabei ist der MPS das Schlusslicht im Quartett. Der prozentual hohe Wertverlust des Mazda wirkt sich dank des niedrigen Grundpreises faktisch kaum aus, hier leidet besonders der VW Golf. Bei ihm muss der Käufer den höchsten Betrag nach vier Jahren abschreiben – 23055 Euro.

Wesentlich besser sieht es für den Audi S3 Sportback und erst recht für den BMW 130i aus. Auch das Vertrauen der Versicherer in die Audi- und BMW-Fahrer scheint hoch zu sein. Beide Autos punkten mit niedrigen Einstufungen. Der Mazda muss Federn lassen, gerade bei der Haftpflichteinstufung.

Die unterschiedlichen Motorenkonzepte wirken sich auf die Kfz-Steuern aus. Der kleine Zweiliter-Turbo des Audi kostet pro Jahr 81 Euro weniger als der große VR6-Zylinder im Golf. Und während der BMW bei den Kraftstoffkosten noch einmal von seiner Sparsamkeit profitiert, lässt ihn die Bewertung der Garantien aufgrund der beschränkten Mobilitätsgarantie leicht zurückfallen. Hier holt der Mazda noch einmal die höchste Punktzahl und festigt seinen Kapitelsieg, denn er allein bietet eine dreijährige Technik-Garantie.

Kosten/UmweltMax. PunkteAudi S3 SportbackVW Golf R32 4MotionMazda 3 MPSBMW 130i
Bewerteter Preis675152158213167
Wertverlust5016152118
Ausstattung2519202119
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung5028283320
Werkstattkosten2015151414
Steuer109888
Versicherung4032282830
Kraftstoff5529272831
Emissionswerte2584848385
Kapitelbewertung1000384383449392

 

Fazit

Der Testsieg war für den neuen Audi S3 Sportback kein müheloser Durchmarsch. Zu einem knappen Vorsprung im Karosserie-Kapitel gesellt sich ein überragender Erfolg bei der Fahrdynamik. Der Audi fährt sich fast wie ein Sportwagen, die exzellenten Fahrleistungen sprechen ebenfalls für ihn. Der ausgewogene VW Golf R32 belegt Platz zwei. Karosserie und Komfort überzeugen, der durstige Motor nicht.

Überraschend sichert sich der Preisbrecher Mazda3 MPS Platz drei vor dem BMW 130i. Der Japaner ist wieselflink, hat aber massive Traktionsprobleme. Der sparsame 130i verliert mit Defiziten bei der Fahrdynamik.

Gesamtbewertung

Max. PunkteAudi S3 SportbackVW Golf R32 4MotionMazda 3 MPSBMW 130i
Summe50003119300629522943
Platzierung1234

Tags:
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