Kompaktklasse-Gebrauchtwagen: Zuverlässigkeit im Vergleich Gebraucht, gut und günstig

11.01.2017
Inhalt
  1. Kompaktklasse-Gebrauchtwagen: Zuverlässigkeit im Fokus
  2. TOYOTA PRIUS/AURIS
  3. TOYOTA AURIS
  4. VW GOLF VI
  5. AUDI A3
  6. BMW 1er
  7. MAZDA 3

Wir haben über fünf Millionen Hauptuntersuchungen ausgewertet und die sechs zuverlässigsten Kompaktwagen aus zweiter Hand ermittelt

Die Preise für Neuwagen sind vielen Menschen deutlich zu hoch, selbst für Kompaktklasse-Autos können mitunter weit über 40.000 Euro in der Preisliste stehen. Junge Gebrauchtwagen sind da eine attraktive Alternative, denn in vielen Fällen bekommt man für deutlich weniger Geld gut erhaltene Autos, mit denen man noch einige Jahre und viele tausend Kilometer sicher unterwegs sein kann.

 

Kompaktklasse-Gebrauchtwagen: Zuverlässigkeit im Fokus

Im Gegensatz zum Neuwagen hat man bei Gebrauchten aber oft keine Garantie vom Hersteller mehr, weshalb die Zuverlässigkeit eine besonders wichtige Rolle spielt – wer will schon hohe Reparatur-Kosten und verpasste Termine riskieren, weil das Auto regelmäßig streikt?

Gemeinsam mit der GTÜ haben wir anhand von über fünf Millionen Hauptuntersuchungen ermittelt, welche Kompaktklasse-Gebrauchtwagen besonders empfehlenswert sind. Die sechs zuverlässigsten Gebrauchten finden Sie auf den nächsten Seiten. Klicken Sie sich auch durch unsere Galerie.

 

 

TOYOTA PRIUS/AURIS

DER ZUVERLÄSSIGE
Ein Gebrauchter für Autofahrer, die sparsam unterwegs sein wollen

Der Hybrid aus Japan punktet nicht nur mit niedrigem Spritverbrauch, sondern überzeugt auch als zuverlässigster Kompakter. Unter den Top 20 schafft er es in seiner Fahrzeugkategorie gleich in drei Altersklassen auf den ersten Platz. Die große Zuverlässigkeit hält also auch bei Fahrzeugen an, die bereits in die Jahre gekommen sind. Das freut den Gebrauchtwagenkäufer, denn zusätzliche Ausgaben für häufige Werkstattbesuche sind mit diesem Auto nicht zu erwarten. Das trifft auch auf die besonders kompliziert anmutende Technik des Toyota-eigenen Hybridsystems zu. Weder beim Elektroantrieb, der Leistungselektronik noch bei den Nickel-Metallhydrid-Batterien treten Schwächen zutage. Erfreulich: Damit kommen auf den Käufer eines gebrauchten Prius auch keine Mehrkosten zu.

Allerdings hat auch kein anderer Hersteller so viel Erfahrung mit Hybridtechnik wie Toyota. Schon seit 1997 gibt es in Deutschland den Prius mit kombiniertem Benzin-Elektroantrieb. Seit 2009 wird er bereits in dritter Generation angeboten. Diese jüngeren Modelle sind besonders empfehlenswert, denn sie verfügen über einen auf 1,8 Liter vergrößerten Benzinmotor, der 80 statt 68 PS mobilisiert. Die Systemleistung stieg auf 136 PS, die Nenndrehzahl konnte gesenkt werden. Das hilft beim Spritsparen und sorgt für ein niedrigeres Geräuschniveau bei Autobahntempo.

SPARSAM, ABER TEUER

In Deutschland erreichten die Prius-Verkäufe allerdings nie nennenswerte Stückzahlen. Deshalb ist das Gebrauchtwagenangebot nicht besonders groß, und die Preise sind hoch. Für einen guten Gebrauchten, der bereits drei Jahre alt ist und ca. 40.000 Kilometer auf dem Tacho hat, müssen knapp 17.000 Euro bereitgehalten werden. Dafür bekommt man dann aber auch ein 4,46 Meter großes Fahrzeug, das fünf Personen und Gepäck (410 bis 1210 Liter) reichlich Platz bietet. Seit 2012 wird zusätzlich der geräumigere, vanartige Prius Plus angeboten.

 

Sehr zuverlässig, sparsamer Kraftstoffverbrauch, geräumig
Fahrwerk wirkt unharmonisch, Interieur mit viel Hartplastik
 

TOYOTA AURIS

Der kompakte Japaner trat vor sechs Jahren die Nachfolge des Corolla an. Und genau wie dieser leistet er sich in puncto Pannensicherheit und Zuverlässigkeit kaum Schwächen. In der Altersklasse der jüngsten Gebrauchten ist er gar Klassensieger. Seit 2012 rollt der Auris in zweiter Generation von den Bändern. Die Grundausstattung ist recht gut, und laut Euro NCAP-Crashtest gehört er zu den Sichersten seiner Fahrzeugklasse. Das Platzangebot für vier Insassen gefällt, das 360-Liter-Gepäckabteil liegt auf Klassen-Niveau. Das Fahrwerk nervt allerdings auf schlechten Straßen, Querfugen bekommen die Insassen unangenehm zu spüren. Auf Lenkbefehle reagiert der Auris etwas zickig, was ihn auf gerader Strecke nervös erscheinen lässt.

Neben zwei Benzinern und zwei Turbodieseln hat Toyota seit 2012 auch den Auris Hybrid im Programm.

MOTORENTIPP
Unsere Empfehlung gilt dem Diesel 2.0 D-4D mit 124 PS. Er läuft sparsam, durchzugsstark und kultiviert.

 

Zuverlässiges Auto, das gebraucht schon preiswert zu haben ist
Unkomfortables Fahrverhalten, schlichtes Interieur

 

 

VW GOLF VI

DER BELIEBTE
Der Klassenprimus gilt als zuverlässig, die Ausstattungsvielfalt ist groß

Der hierzulande meistverkaufte Kompakte leistet sich auch in puncto Zuverlässigkeit kaum Schwächen. Über mittlerweile sieben Generationen sorgten die Wolfsburger für stetige Verbesserungen. Das zahlt sich aus. In unserer Statistik rangiert der Golf auf Platz drei und vier. Der Wechsel zum Golf VII fand erst im Herbst 2012 statt, deshalb beschränken sich die derzeit angebotenen Gebrauchtwagen der jüngsten Generation meist auf Leasing-Rückläufer und Autos aus Firmenflotten.

GROSSES MOTOREN- UND AUSSTATTUNGSANGEBOT

Den Golf gibt es als Drei- und Fünftürer, als Kombi namens Variant, als Cabrio und in einer Variante mit größerer Aufbauhöhe namens Golf Plus. Zur umfangreichen Basisausstattung zählen Kopf-Schulter-Airbags, ein Knie-Airbag für den Fahrer und als Extra Seiten-Airbags, die die Hintensitzenden schützen sollen.

Das Interieur des Wolfsburgers besteht aus durchweg hochwertigen Materialien. Damit sind Kunststoff-Oberflächen und Polsterbezüge sowie die Velours-Teppiche sehr strapazierfähig. Deshalb sieht man gepflegten Gebrauchtwagen ihr Alter oft nicht an.

Die Sitze sind auch nach Jahren noch straff gepolstert und bieten ausreichend Seitenhalt. Auch das Fahrwerk steckt die Widrigkeiten des Alltags recht gut weg. So bleibt das souveräne Fahrverhalten des gutmütigen und auf straffen Komfort getrimmte Fahrwerk auch nach Jahren noch sicher.

Dank des großen Fahrzeug-Bestandes fallen die Preise moderat aus. So ist ein gut gepflegter, drei Jahre alter Golf VI 1.4 (Laufleistung ca. 40.000 km) bereits für 10.000 Euro zu haben.

Besonders attraktiv sind Fahrzeuge mit hochwertigen Ausstattungsextras – zu den empfehlenswerten zählen Ledersitze, die adaptive Fahrwerksregelung DCC, Bi-Xenon-Scheinwerfer, dynamisches Kurvenlicht und der Parklenkassistent, der das Auto automatisch in die Parklücke bugsiert. Vorteil: Beim Kauf eines gebrauchten Golf kosten solche Extras nur einen Bruchteil des Neupreises. Es lohnt sich also, nach dem richtig ausgerüsteten Wunsch-Fahrzeug Ausschau zu halten.

MOTORENTIPP
Sparsam und durchzugsstark sind die 2.0 TDI-Motoren mit 140 und 170 PS. Ältere Modelle mit Pumpe-Düse-Technik laufen unkultiviert. Bei den Benzinern empfehlen wir den 1.2 TSI mit 105 PS.

 

Solide Technik, sparsame TDI-Motoren, hochwertiges Interieur
Viele Ausstattungen sind an bestimmte Motorisierungen gekoppelt

 

 

AUDI A3

DER SOLIDE
Der kompakte Audi bietet viel Komfort und Zuverlässigkeit auf hohem Niveau

Der Audi A3 basiert auf der gleichen Technik wie der VW Golf, wirkt aber noch besser verarbeitet und edler. Dafür sind vor allem die steife Karosserie, die gute Ausstattung, eine solide Anmutung sowie die Auswahl erstklassiger Materialien verantwortlich. Ergo: An gepflegten Fahrzeugen sind Gebrauchsspuren nur bei genauem Hinsehen erkennbar. Aber nicht nur das macht den A3 bei Gebrauchtwagenkäufern so beliebt. In der Altersklasse der vierbis fünfjährigen Gebrauchtwagen, also jener Kategorie, in der die meisten Besitzumschreibungen stattfinden, liegt der Audi A3 auf dem zweiten Platz in der Hitliste der zuverlässigsten Modelle – der Ingolstädter ist ein technisch gereiftes, pannensicheres Auto.

Allerdings sorgen die guten Eigenschaften auch für hohe Wiederverkaufspreise. Während ein A3 1.6 ohne Extras ab 11500 Euro (bei ca. 40.000 km Laufleistung) zu haben ist, klettert der Preis bei Fahrzeugen mit stärkerer Motorisierung und höherer Ausstattung deutlich.

Den A3 gibt es als Drei- und als Fünftürer, der die Zusatzbezeichnung Sportback trägt. Er hat eine um sieben Zentimeter längere Karosserie und ist – trotz des höheren Neupreises – gebraucht aber meist nicht teurer als sein dreitüriges Pendant.

Das Fahrwerk des edlen Kompakten ist sportlich straff abgestimmt. Dazu passen die direkte Lenkung und die präzise Schaltung. Empfehlenswert sind auch Modelle mit dem komfortablen Siebengang-DSG-Getriebe. Man sitzt vorn wie hinten auf fest gepolsterten, sportlich geschnittenen Sitzen, und Fahrer sowie Beifahrer erhalten durch die Seitenwangen eine gute Seitenführung. Doch für Großgewachsene sind Kopf- und Kniefreiheit im Fond etwas knapp bemessen. Wie bei Audi üblich gibt es neben den standardmäßig frontangetriebenen Modellen auch die Allradversionen quattro.

MOTORENTIPP

Schon die kleinen 1.2 TFSI-Motoren mit 105 PS sorgen für Fahrspaß. Sparsam und durchzugsstark sind die TDI mit 140 und 170 PS.

 

Solide und komfortabel, sportliches Fahrwerk, sparsame Motoren
Gut ausgestattete Gebrauchtwagen sind teuer, hinten knapp bemessen

 

 

BMW 1er

DER DYNAMIKER
Der zuverlässige Hecktriebler ist auch gebraucht begehrt
Auch der kleinste BMW überzeugt mit „Fahrspaß pur“. Dazu spendierte ihm BMW eine gelungene Kombination aus Hinterradantrieb, straffer Fahrwerksabstimmung, direkter Lenkung und Getriebe mit knackiger Schaltung. Auch die Motoren sind auf temperamentvolle Gangart getrimmt. Sie setzen Gasfußbefehle prompt um und sind zudem noch erstaunlich sparsam. Dazu haben die Münchener Techniker viel Detailarbeit geleistet und schon vor Jahren das Paket „EfficientDynamics“ geschnürt. Jetzt kommen also auch Gebrauchtwagen-Käufer Energiespartechniken zugute wie Start-Stopp-Automatik, Batterie-Lademanagement, bedarfsgesteuerte Wasser- und Öldruckpumpe sowie ein ausgeklügeltes Aerodynamikpaket, das bei vielen Modellen serienmäßig ist.

Die kleinste BMW-Baureihe startete 2004 mit einem Viertürer, 2007 folgten der Dreitürer und das Coupé. Im darauffolgenden Frühjahr rollten die 1er Cabrios zu den Händlern. Seit 2011 ist bereits die zweite Modellgeneration auf der Straße. Bei den jüngeren Autos ist vor allem das Interieur deutlich besser verarbeitet, zudem haben diese eine umfangreichere Ausstattung an Bord.

SPORTLICH, ABER INNEN KNAPP BEMESSEN

Fahrer und Beifahrer sitzen auf gut ausgeformten und recht tief platzierten Sitzen. Hinten geht es dagegen nicht ganz so komfortabel, weil etwas beengt zu. Der Platz für das Reisegepäck lässt sich – wie in dieser Klasse üblich – variabel gestalten. In den Kofferraum passen je nach Stellung der Rücklehnen 330 bis 1150 Liter Gepäck.

Doch Vorsicht beim Gebrauchtkauf: Sportlich motorisierte Fahrzeuge, die allzu häufig temperamentvoll bewegt wurden, leiden oft unter erhöhtem Verschleiß. Das kann teure Werkstattaufenthalte nach sich ziehen. Gut beraten ist, wer hier vor dem Kauf einen gründlichen Technik-Check durchführen lässt.

MOTORENTIPP
Bei den Benzinern sorgt schon der 118i mit 143 PS für gute Fahrleistungen, als Diesel würden wir den 120d mit 177 PS wählen.

 

Temperamentvolle, sparsame Motoren, sportliches Fahrverhalten
Teure Gebrauchtwagen, knapper Fond, auf Verschleiß achten

 

 

MAZDA 3

DER DAUERLÄUFER
Dieser Japaner ist zuverlässig und bietet sportlichen Fahrspaß
Schon seit Jahren belegt Mazda mit seinem Kompaktmodell vordere Plätze in der Zuverlässigkeitsstatistik. Wenn bei den grundsoliden Autos irgend etwas ausfällt, dann ist dies meist auf Fahrerverschulden oder einen vernachlässigten Service zurückzuführen.

2009 ging die zweite Generation des Mazda 3 an den Start. Diese Modelle sind den Vorgänger-Versionen vorzuziehen, verfügen sie doch serienmäßig über eine bessere Ausstattung und Sicherheitsdetails wie ABS, ESP, Bremsassistent und Traktionskontrolle.

Mazda hat sein Pendant zum Golf auf Sportlichkeit getrimmt. Die Fließheck-Karosserie ist dynamisch geschnitten, Fahrer und Beifahrer nehmen in fest gepolsterten Sitzen Platz. Die Position ist etwas tiefer als klassenüblich – eben sportiv. Im Cockpit dominiert ein schmal gestaltetes Kombiinstrument mit integriertem Navi-Display. Der kurze Schalthebel auf der recht hohen Mittelkonsole liegt gut zur Hand, die Gänge rasten leicht, aber mit hörbarem Klick ein. So macht der Gangwechsel Spaß.

HART, ABER EHRLICH

Auch das Fahrwerk ist auf Sport getrimmt. Es bietet bei schneller Gangart eine recht stabile Kurvenlage. Doch was sich auf Landstraßen mit engen Kehren genießen lässt, nervt bei Stadtdurchfahrten. Denn beim Fahrverhalten des Mazda 3 kommt der Komfort zu kurz, und eine dynamische Dämpferregelung gibt es nicht. So mutet das harte Fahrwerk auf Kopfsteinpflaster und Querfugen den Insassen viel zu. Und die Lenkung ist nicht ganz so direkt, wie man es bei einem Sportler erwartet, der Geradeauslauf aber exakt.

Derzeit rollt die dritte Generation des Mazda 3 zu den Händlern – das lässt die Gebrauchtwagenpreise purzeln. Zur Zeit ist ein drei Jahre altes, gut ausgestattetes Auto (Laufleistung ca. 40.000 km) bereits unter 10.000 Euro zu haben, Tendenz fallend. Das ist ein durchaus gutes Angebot, bedenkt man, dass hier teure Werkstattaufenthalte nicht zu erwarten sind.

MOTORENTIPP

Der 1,6-Liter-Benziner leistet 105 PS und läuft angenehm kultiviert. In Kombination mit dem 2,0-Liter-Motor (150 PS) verfügt der Japaner über ein Start-Stopp-System. Der 1,6-Liter-Diesel mit 115 PS ist sparsam und kräftig.

 

Zuverlässige Technik, gutes Raumangebot, knackige Schaltung
Hartes Fahrwerk, bei Modellen vor 2009 starke Lastwechselreaktionen

Holger Ippen

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